Die große Verwandlung (24.07.15)

Strahlendes Schulkind

Wenn aus einem Kindergartenkind ein Schulkind wird, ist das eine große Sache! „Ich konnte garnicht schlafen“ meinte ein Mädchen, für die letzten Freitag der große Tag war, an dem jene Verwandlung vollzogen werden sollte. Ganz aufgeregt und voller Vorfreude war auch ihre Freundin, die ebenfalls nach den Sommerferien in die Schule gehen wird. Beide hatten ihre aus Naturmaterialien geflochtenen Schultüten und ihre gepackten Schulranzen mit. Beide Familien hatten ein vielseitiges Buffet aufgetischt und als die Glock erklang, stürmten alle herbei. Doch bevor es an den großen Tisch ging, versammelten wir uns und ließen uns von den beiden großen Mädchen ihre Schulranzen und deren Inhalt zeigen. Und dann kam endlich der Moment der Verwandlung: Während die beiden Vorschüler auf dem Balkon der Hütte über das Geländer blickten, warteten unten gespannt die Kindergartengruppe und mitfeiernde Verwandtschaft, dass sie mit einem mutigen Sprung in eine gespannte Decke und damit in ihre neue Rolle als Schulkinder hineinsprangen. Ein Lied – ein Sprung – APPLAUS! Den Ranzen auf dem Rücken und die Schultüte in der Hand gings los zum Foto-Shooting und dann endlich ans leckere Buffet. Dort erhielten die beiden noch ein kleines Abschlussgeschenk vom Kindergarten. Auch ihre Portfolios wurden überreicht. Darin wäre auch gar kein Platz gewesen, ein weiteres Jahr im Kindergarten zu dokumentieren. Die vielen Fotos, gemalten Bilder und Basteleien werden den Kindern noch sicherlich bis ins Erwachsenenalter Geschichten aus dem Kindergarten lebhaft vor Augen führen.
Schön, dass ihr in der Räuberhöhle wart!

Gemeinsam Gestalten für den großen Übergang (17.07.15)

Gemeinsam Gestalten für den großen Übergang

Die Schule steht als ungewisse, nicht einschätzbare Größe in der nahen Zukunft zweier Kinder der Räuberhöhle. Auch wenn ältere Geschwisterkinder bereit ihre eigenen Erfahrungen mit nach Hause bringen, so ist für die Kinder doch nicht nachzuvollziehen, was das denn nun bedeutet, jeden Tag in die Schule zu gehen. Ein Schulbesuch und das Kennenlernen einer Lehrerin hilft, einen ersten direkten Eindruck von „Schule“ zu bekommen. Um den Kindern den Übergang zum Schulkind und die Verabschiedung vom Kindergarten als schönes und besonderes Ereignis zu vermitteln, gestaltet jeder Kindergarten sein eigenes Ritual. Oft gehört dazu auch das Basteln einer Schultüte. Wir im Waldkindergarten Räuberhöhle, greifen dafür gerne auf Naturmaterialien zurück. So trafen wir uns mit den beiden Müttern der zwei Großen auf den Kayher Streuobstwiesen. Dort schnitten wir Zweige des roten Hartriegels und flochten sie um neun Hasel-Staken. Mit Hilfe eines Pizzakartons wurde die Schultüte anfangs in Form gehalten. Die Kinder halfen beim Sammeln und Entblättern. Während die Eltern sich um das komliziertere Flechten kümmerten, waren die Kinder mit Filzarbeiten beschäftigt, welche als Zierde für die Schultüten dienen soll. Die Tage darauf schnitten die Kinder Figuren und Formen aus Filz aus, drehten Kordeln und kleideten das Innere der Schultüte mit Stoff aus. Daheim werden die Schultüten mit Hilfe von Heißkleber verziert. Am Tag der Schulkindverabschiedung erhalten die Kinder dann im Rahmen eines Fests ihre fertigen Schultüten.

Klänge aus fernen Ländern (01.07.15)

Selbst Teil der Musik sein macht besonders Spaß

Ein Privatkonzert unterm Blätterdach mit sanften Klängen aus fernen Ländern. Das war definitiv eines der Highlights der vergangenen Woche. Zu Gast war Tosh, ein Musiker, der seine Flöten selbst baut und viel Erfahrung mit den unterschiedlichsten Flöten und Spielarten mitbringt. Im Morgenkreis saßen wir versammelt um eine Auswahl seiner großen Sammlung: Arabische, japanische, indianische Flöten, Didgeridoos und Trommeln. Mit jedem einzelnen Instrument entführte er uns in eine neuartige Klangwelt. Beim „Lied des Adlers“ schauten wir gen Himmel, ob da nicht vielleicht ein großer Greifvogel seine Runden zog. Bei den arabischen Klängen saß ein Kind mit geschlossenen Augen ganz versunken da und bewegte sich schlangenartig zur Musik. Der tiefe und lang anhaltende Klang des Didgeridoos beeindruckte uns ganz besonders. Die Kinder erfuhren dabei auch von der zirkulären Athmung, welche diesen nicht mehr enden wollenden Ton ermöglicht. Anschließend hatten die Kinder die Möglichkeit, Tosh bei seinem Spiel mit den Trommeln zu begleiten, während wir anderen dazu den Takt klatschten. Tosh war für die Kinder wie ein „echter Indianer“ der Neuzeit, da war es ganz egal ob die Instrumente nun aus Australien oder Asien stammten. Tosh wohnte nach Meinung einiger Kinder bestimmt im Tipi und man wunderte sich, warum er nicht zu Pferd angeritten kam.

Paradies unter Kirschbäumen (29.06.15)

Kinder im Kirschenglück

Vergangene Woche waren wir besonders froh darüber, die Kindergartentage im Schatten der Bäume verbringen zu können. Hier konnte man es aushalten, während außerhalb des Waldes die Temperaturen an die 40°C-Grenze kletterten. Am Montag war es noch nicht ganz so heiß und diesen Tag nutzten wir, ein Angebot von Frau Machnik aus Mönchberg zu nutzen. Auf ihre große, ungespritzte Kirschbaumwiese lud sie uns ein, uns an ihren saftig-süßen Früchten satt zu essen. Man wusste garnicht, wo man zu pflücken anfangen sollte. Das Angebot war wirklich überreichlich. Ein wahres Kirsch-Paradies. Und wie praktisch für die Kinder: die Äste hingen so tief, dass selbst die Kleinsten mühelos naschen konnten. Dank des lieben Angebots sind wir wieder um eine wunderschöne Sommererfahrung reicher geworden. Später dann packten wir unseren Bollerwagen, nun auch mit einem großen Korb voller Kirschen und machten uns auf den Weg zu den Mönchberger Ziegen. Unterwegs bekamen wir die Vorboten der nahenden Hochsommerhitze zu spüren. Es ging bergauf, die Sonne schien, der Weg war anstrengend. Doch die Straße war noch nicht so heiß, dass man sich die Füße daran verbrannte. So liefen einige Kinder barfuß. Oben angekommen ruhten wir uns dann aus, tranken, aßen noch mehr Kirschen, schauten den Ziegen zu und waren einfach zufrieden mit der Welt.

Sommerfest in der Räuberhöhle (27.06.15)

Zu einem Fest gehört auch Musik

Es regnet in Strömen. Ein Gewitter wütet über dem Schönbuch und das Wasser fließt in Sturzbächen vom Tarp. Mit klatschnassen T-Shirts und tropfenden Haaren verankern wir die letzten Heringe im Boden. Als das Zeltdach steht heißt es Abwarten. Wer möchte seinen Samstag schon bei Regenwetter im Wald verbringen? Außer vielleicht die Kinder, die fröhlich durch die Pfützen springen. Doch was für ein Glück: nicht nur der Regen hört bald auf, auch die Wolken weichen und so haben wir noch herrliche Sonnenstunden, die wir in vollen Zügen genießen können. Es ist auch einiges los in der Räuberhöhle. Besucher konnten vergangenen Samstag ein buntes Programm erleben. Insbesondere die Kinder konnten sich ausprobieren und mit viel Spaß das Gelände entdecken. Ganz besonders beliebt war Nanu, das Therapiepferd unserer Kollegin, welches wir auch immer wieder besuchen. Die Kinder konnten mit Wasserfareben einen Handabdruck auf ihrem weißen Fell hinterlassen und auf ihrem Rücken durch den Wald reiten. Es gab eine Holunderperlenwerkstatt, Fühlboxen mit Naturmaterialien befüllt, einen Niedrigseilgarten und am Teich wurden Bootchen gebaut. In der Hütte verwandelten sich die Kinder von einer schminkbegabten Mutter in Schmetterlinge, Geparden oder Drachen. Bald schallten auch Gitarrenklänge durch den Wald und ein Lieder singendes Ründchen versammelte sich um die zwei Musiker. Sogar ein altes Feuerwehrauto war da und die Kinder hatten einen Riesenspaß, Wasser in den Wald zu spritzen. Um zwei Feuerschalen traf man sich in gemütlicher Runde zum Stockbrot grillen, während das Würstchen auf dem Gasherd brutzelte. Dazu gab es verschiedene Salate und für den Nachtisch ein großes Kuchenbuffet. Es war ein sehr schöner Tag und wir freuen uns über alle, die ihren Weg zu uns in die Räuberhöhle gefunden haben und den Tag mit uns gemeinsam genießen konnten.

Mit Federschmuck und Pfeil und Bogen (19.06.15)

Großer, brauner Büffel auf der Jagd

Rauschender Fluss und Schöner Stern sitzen hintereinander auf Bunter Donner. Beide haben ihre Arme weit ausgestreckt und halten sich an den Händen. Indianer können schließlich auch freihändig reiten. Seit einigen Tagen nähern wir uns Schritt für Schritt dem an, was sich die Kinder unter dem freien und wilden Leben der Indianer vorstellen. Natürlich gibt es auch neue Impulse von uns Erwachsenen, doch die Vermittlung von Fakten steht dabei im Hintergrund. Vielmehr geht es um die Erfahrung, mal selbst in die Rolle eines starken, mutigen Jägers zu schlüpfen und eine Umgebung zu schaffen, welche die Gruppe mit derzeit zwei noch recht neuen Kindern mit Hilfe dieses Gemeinschaftsprojetkts zusammen führt. Zunächst brauchten wir natürlich andere Namen, denn welcher Indianer heißt schon Anna oder Joni? Dabei waren die Kinder äußerst kreativ und schon bald war ein buntes Plakat gestaltet, auf dem alle Mitglieder des Stammes vereint waren. Als nächstes ging es daran, Pfeil und Bogen zu bauen. Dazu sammelten wir Stecken vom Hasel und mit Säge, Taschenmesser und Schnur konnte jedes Kind seinen eigenen Jagdbogen bauen. Dazu lernten sie gleich die wichtigste Indianer-Regel: Wir achten aufeinander und schießen niemals in Menschenrichtung. Einige hatten schon Übung im Bogenspannen, andere benötigten noch Hilfe und einiges an Übung. Beim Bogenschießen wird einem so viel gleichzeitig aberlangt: Die Koordination der Hände an der richtigen Stelle am Bogen, den Pfeil dabei nicht verlieren, so dass er mit der Kerbe in der Sehne bleibt und gleichzeitig noch Körperspannung aufrechterhalten und kontrolliert den Bogen spannen. Und dann auch noch das richtige, schnelle Loslassen. Wie stolz da einige waren, als sie es endlich geschafft hatten. Als wir unser Indianerpferd Bunter Donner besuchten, gestalteten wir nebenher unsere Indianergewänder. Den Federschmuck hatten wir zuvor schon gebastelt. Wir sind gespannt, wie es nächste Woche weiter geht!

Kinder unterm Hollerbusch... (12.06.15)

Gemeinsames Blütentunken

Viel Platz ist hier nicht. Eng ist es und es kann schon mal passieren, dass man von einer benachbarten Dornenranke gepiekst wird und sich der Pullover darin verheddert. Auch um die Brennnesseln versuchen wir, einen Bogen zu machen. Doch trotz der Widrigkeiten drängen die Kinder herbei um mit einer Scheere eine der Duft verströmenden Blütendolden des Holunderbusches abzuschneiden. Überall hängen sie, hoch und tief und laden uns ein, unseren Korb mit ihnen zu füllen. Die weiße Blütenpracht tragen wir in die Räuberhöhle. Während sich eine Gruppe darum kümmert, ein kleines Feuer zu entfachen, sitzt eine weitere Gruppe am Tisch und schaut sich die Teigzutaten für die Hollerküchlein an. Wir schlagen die Eier in eine Schüssel und verquirlen sie mit der Milch. Alles natürlich mit einem Rührbesen in Handarbeit, denn Strom haben wir im Wald nicht. Anschließend schüttet ein Kind nach und nach etwas Mehl in die Schüssel, bis wir einen leicht sämigen Teig haben. Dazu noch eine Prise Salz und etwas Zucker. „Hände waschen“ erklingt der Ruf durch den Wald und schon bald sitzen wir ums Feuer herum und warten gespannt auf die in Teig getunkten Blütendolden, die wir im Öl goldgelb ausbacken. Der Appetit ist so groß, dass wir die knusprigen Leckereien bis zum letzten Krümel aufessen. Und weils so lecker war und die Blütezeig schneller als man denkt wieder vorbei ist, beschließen wir, das Hollerküchlein-Erlebnis ein paar Tage später zum Frühstück zu wiederholen. Guten Appetit!

Die Räuber feiern den Frühling (13.05.15)

Wir genießen das Leben :)

Rückwärts auf einem Pferd sitzen , Giersch für eine Nudelpfanne sammeln, zwei gelbbauchige Molche auf der Hand halten, sich als Drache schminken, barfuß über Eichenstämme balancieren, Guacamole fürs Frühlingsfest zubereiten, am leckeren Buffet schlemmen, eine Polonese durch die Räuberhöhle. Waren das wirklich nur drei Tage? Als wir am Montag wieder bei Nanu, dem Therapiepferd unserer Kollegin waren, bekamen wir schon sommerliche Gefühle. Sonne satt und Wasser zum barfuß darin planschen. Welch ein Geschenk, dass das Wetter uns wieder beistand. So konnten wir auch unser Frühlingsfest im Wald gemeinsam mit den Eltern genießen. Bevor es los ging, ließen sich die Kinder noch kunterbunt schminken oder übten sich auch selbst mit Pinsel und Schwämmchen. So begrüßten farbenfrohe Gesichter die eintreffenden Eltern. Als das Buffet gerichtet war, trafen wir uns erstmal im Kreis zum gemeinsamen Singen. Inspiriert hat uns die Bambam Band, eine Gruppe von Musikern aus der Region. Wir waren beeindruckt, wie schnell einige Kinder die doch recht langen Texte problemlos mitsingen konnten. Wer Spaß an der Sache hat merkt sich Dinge nunmal sehr leicht. Am Ende des Lieds „Der Wanderer“ zogen wir in einer Polonese durch die Räuberhöhle und anschließend ließen wir uns das leckere Buffet unter den grünen Buchen schmecken. Die entspannte Atmosphäre und schöne Gespräche ließen den Kindergartentag frühlingshaft luftig-locker ausklingen.

Vespervorbereitungen (08.05.15)

Gemeinschaft leben ist ganz einfach

Wie schlägt man ein Ei auf, ohne dass die Schale mit in der Schüssel landet? An 30 Eiern können sich die Kinder der Räuberhöhle darin üben. Im Kreis um die Schüssel sitzen wir und bereiten unser Vesper vor. Es gibt Rührei mit Butterbroten und Obstschnitzen. Nur ein kleines Stückchen Schale müssen wir noch raus angeln. „Wie viel Prisen Salz soll ich reintun?“ fragt ein Mädchen, als wir uns die Hände gewaschen haben. Es schüttet ein bisschen auf die Hand ihrer Freundin und verquirlt dann die Eier. Noch ein bisschen Pfeffer und Kräuter und dann kommt alles in den großen Topf auf dem Feuer. Während sich die einen darum kümmern, schmieren andere schonmal die Brote, schnippeln das Obst und decken den Tisch. Ein Mädchen in der Eingewöhnung ist überall motiviert dabei und hilft wo es nur kann. Es gibt so viel zu tun und zu entdecken. Nach dem Vesper, welches uns sehr gut geschmeckt hat, springt sie gleich weiter zum Kordeln drehen. „Was ist das?“ fragt sie eine Erzieherin und deutet auf die Strickgabel. Gemeinsam fädeln die beiden eine Schnur ein. Nun wird es schon ein bisschen komplizierter. Aber zu zweit schaffen sie es: ein rotes Armbändchen ist entstanden. Es ist immer wieder schön zu erleben, wie Kinder neue Umgebungen und Spielräume für sich entdecken und erobern.

Sammeln für den Wildkräutersalat (30.04.15)

Mädchen beim Giersch sammeln

Gesundheit gibt es im Frühling direkt auf der Wiese zu pflücken. Warum viele Menschen diese Vitalquelle nicht nutzen hat sicherlich auch damit etwas zu tun, dass das Wissen um die Kräuter kaum mehr vorhanden ist. Wir im Waldkindergarten Räuberhöhle wollen insbesondere den Kindern wieder dieses alte Wissen vermitteln. So gehen wir jedes Jahr regelmäßig auf die Wiesen und sammeln Blüten und Blätter. Für den Abschlusskreis wollten wir diesmal einen leckeren Wildkräutersalat herrichten. Mit Scheeren und Sammelkörbchen machten wir uns auf die Suche. An einem Abhang wuchs ein ganzes Feld voll Giersch. Woran erkennen wir ihn? Wir schauten uns die Blattform genau an und befühlten den kantigen Stängel. Als ein Körbchen voll war zogen wir weiter. Immer zwei oder drei Kinder zusammen suchten nach einem bestimmten Kraut. Die einen sammelten Löwenzahn, die anderen Spitzwegerich und bald hatten wir zwei Körbchen voll von sieben verschiedenen Kräutern. In der Räuberhöhle zurück wuschen und schnitten wir sie klein und mischten sie mit Bataviasalat und geriebenen Karotten. Angemacht wurde er mit einem leckeren Dressing, welches mit süßem Senf und einem tomatigen Brotaufstrich verfeinert wurde. Dazu gab es einen Laib Brot. Am Ende des Kindergartentages war alles ratzeputze leer gegessen. Probiert es doch auch mal mit euren Kindern. Zumindest Löwenzahn und Gänseblümchen kennt eigentlich jeder.

Wiese erleben (24.04.15)

Mädchen beim Frisbee-Spiel

Die weiß leuchtende Kirschblüte lockte uns vergangen Woche auf die Wiese. In der sanften Morgensonne vesperten wir zwischen gelbem Löwenzahn und Hahnenfuß, weißen Gänseblümchen, lilanem Kriechendem Günsel und dem saftigen Grün der Wiese mit Blick auf all die blühenden Kirschbäume. Es roch nach Gras und Erde. Wir hörten die Vögel zwitschern und den Wind durch die Büsche wehen. Als es wärmer wurde, zogen sich einige Kinder die Schuhe und Socken aus, um sich von einer Erzieherin mit Löwenzahnblüten streicheln und kitzeln zu lassen. Genuss pur! Ein Mädchen entdeckte, dass die Blüte gelb abfärbte. Gegenseitig schminkten sich die Kinder sonnengelb in Gesicht, an Armen und Beinen. Wir fanden auch wildes Sauerampfer. Gepflückt, gewaschen und ab in den Mund. Was kann man noch alles essen? Wir entdecken allerlei Wildkräuter. Nächste Woche wollen wir uns einen gesunden Salat mit vielen Wiesenkräutern zubereiten. Giersch, Gundermann, Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Gänseblümchen, Sauerampfer und Schafgarbe. Die Weite der Wiese nutzten wir aus, um uns die orange leuchtende Frisbee zuzuwerfen. Hier übten sich die Kinder, ihre Körperspannung zu kontrollieren, um im richtigen Moment mit genug Schwung loszulassen. Taumelte die Frisbee bei einigen anfangs noch eher unkontrolliert durch die Luft, ließen sich im Verlauf des Tages Fortschritte beobachten, sodass die Scheibe sanft über die Wiese schwebte. Wir erlebten die Wiese an diesem Tag mit all unseren Sinnen: riechend, schmeckend, sehend, fühlend und hörend. So entstehen Erlebnisse, die sich fest im Gehirn verankern können. Die Wiese wird so Teil des Lebens jedes einelnen Kindes und somit zu einem wichtigen, schützenswerten Ort. Diese Erlebnisse sind Basis für einen veranbtwortungsvollen Umgang mit unserer natürlichen Umwelt.

Stickbilder im Märchenwald (17.04.15)

Sticken fördert die Feinmotorik

Zu Beginn der Räuberhöhle Ende des Jahres 2011 war der Schönbuch oberhalb Mönchbergs noch ein unerforschter Fleck Natur für uns. Wenn wir Spaziergänge machten, wussten wir noch nicht genau wohin. Man zog einfach los um dann an einem schönen Plätzchen halt zu machen und gemeinsam im Spiel zu entdecken, welche Möglichkeiten das Gelände bot. Inzwischen kennen wir Wald und Wiesen im Umkreis der Räuberhöhle ziemlich gut. Wenn wir morgens die Kinder fragen, wohin es diesmal gehen soll, dann fallen Namen wie z.B. „Annas Wiese“, „Holzpolter“ oder „Fuchsbau“. Letzten Donnerstag war es dann der „Märchenwald“. Eine kleine Lichtung mit einem  umgestürzten Totholzbaum, der schon manch ein Kind zu spannenden Abenteuern inspiriert hat. Angrenzend wächst ein schattiges Fichtenwäldchen. Die Atmosphäre dort erinnerte uns damals an Märchen wie „Hänsel und Gretel“ oder „Rotkäppchen“. So tauften wir den Ort „Märchenwald“. „Uhhh, hier gibt es Waldmonster im Märchenwald“ meinte ein Junge und erzählte mir seine Ideen, welche Abenteuer er hier erleben kann. Später verwandelte er sich selbst mit zwei Freunden in besagte Monster und begeisterte mich mit seinem ausdrucksstarken Schauspiel. Ein Mädchen holte sich nach dem Vesper einen Koffer aus dem Bollerwagen, der mit bunten Schnüren und Nadeln zum Sticken einlädt. Immer mehr Kinder kamen dazu. Die Meisten baten die Erzieher, ihnen z.B. einen Tiger auf einen Pappkarton zu malen. Dann stachen sie mit einem Nagel Löcher auf die gezeichneten Linien und gaben der Zeichnung dann mit Nadel und Faden eine farbige Kontur. Auch der Stickrahmen kam in Einsatz. Ein Stück Stoff wurde darauf gespannt und bald saß ein Mädchen konzentriert im Laub, um sich eine Blume zu sticken. Gewiss gehen wir bald wieder in den Märchenwald.

Osterferienprogramm im Wald (10.04.15)

Gemütliche Grillrunde

Spannende Entdeckungen konnten die Kinder der Kindersportschule aus Herrenberg (KiSS) und die Räuber vom Waldkindergarten in der vergangenen Woche machen. Unter dem Motto „Detektive“ veranstaltete die KiSS ihr Ferienprogramm auf dem Gelände der Räuberhöhle. Um neun Uhr strömten knapp 40 Kinder zu uns und rannten gleich in alle Richtungen, um das Gelände zu entdecken: die große Hängematte, die Spaten am Buddelplatz, die Abhänge an der Sandgrube, die Seilschaukeln zwischen zwei Kiefern oder die Slackline, über welche sich die Kinder gegenseitig führten. Später ging es dann in vier Gruppen los zu den Stationen. Hier bastelten die Kinder z.B. Detektivausweise, zogen als blinde Raupe durch den Wald oder ertasteten Bäume. Besonders spannend gestaltete sich die Schatzsuche. Entdeckten die Kinder einen Luftballon im Wald, gab es eine Aufgabe zu lösen. Die Kinder ertasteten Gegenstände, die an einem Seil zwischen zwei Bäumen befestigt waren, machten ein Waldkonzert mit Steinen, Stöcken und Blättern oder achteten bei einem Waldsuchbild aufmerksam darauf, welche Gegenstände weg oder dazu gekommen waren. An einem steilen Abhang gestaltete sich dann eine abenteuerliche Rutschpartie. Unten angekommen suchten die Kinder den Schatz und bald saß jeder glücklich imit ein paar Süßigkeiten im Laub. Zurück in der Räuberhöhle entfachten wir ein großes Feuer und bald grillten die Kinder über der Glut Stockbrot und Würstchen. Die Woche verging wie im Flug. Abenteuer, Spiel und Spaß und vor allem Freiheit um die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken ist ein wunderbares Rezept, um Kinderherzen höher schlagen zu lassen.

Osternestsuche im Wald (02.04.15)

Endlich gefunden :)

Es ist trüb und regnerisch im Wald. Da mag der ein oder andere vielleicht denken, dass es sich bei solchem Wetter nicht so gut nach Osternestchen suchen lässt. Doch die Kinder kommen schon voller Vorfreude in die Räuberhöhle. „Wann suchen wir endlich? Wann gehen wir los?“. Manche können es kaum noch erwarten. Ja aber wo suchen wir überhaupt? Der Wald ist groß! Die Osterkörbchen, welche wir Tags zuvor auf dem Balkon bereit stellten, sind offensichtlich zusammen mit dem Bollerwagen vom Osterhasen eingesammelt worden. Stattdessen hängt eine Karte da. Wir schauen sie uns genau an: ein blauer Fleck, graue Striche und rote Pfeile. Bald haben die Kinder eine Idee: das ist eine Schatzkarte. Der blaue Fleck ist der Teich und die grauen Striche der Weg. Und jeder Pfeil zeigt auf ein Osterkörbchen. Also gut, dann machen wir uns mal auf den Weg. Vorbei am Teich, links auf den Weg und da liegen sie auch schon: Pfeile in alle Richtungen. Wir schwärmen aus und suchen abseits des Weges nach den grünen Nestern. Wir suchen und suchen, schauen hinter Bäume und im Gestrüpp. Doch da ist nichts. „Der Osterhase hat uns veräppelt, da ist ja garnichts“ meint ein Kind enttäuscht. Doch plötzlich dringt der Ruf eines Jungen zu uns „Ich hab was!“. Wir rennen alle zu ihm rüber. Und tatsächlich, der Osterhase hat alle Nester gut geschützt im überdachten Bollerwagen versteckt. Die Kinder suchen sich glücklich ihr Osterkörbchen heraus, erkennbar an ihrem selbst gebastelten Holz-Osterhasen. Und was ist da noch drin? Ein Hefehäschen und ein Marmorkuchen-Ei. Vielleicht hat der Osterhase besondere Kuchenlegende Hühner? Zurück in der Räuberhöhle setzen wir uns in die Hütte. Zufrieden naschen die Kinder ihre Leckereien. Da soll noch einer sagen, bei Regen könne man keine Osternester suchen!

Hoch zu Ross (27.03.15)

Begrüßung auf Pferdisch

Die tiergestützte Pädagogik ist Teil unserer Konzeption. Neben Elli, dem Räuberhöhlenhund, gibt es noch das Pferd unserer Kollegin Anja, welches wir nun endlich mal kennen gelernt haben. Nanu heißt es, eine ruhige Schimmel-Stute, die als Therapie-Pferd ausgebildet ist. Am Freitag besuchten wie sie in ihrem Stall. Die Kinder erfuhren, dass sie einen Unfall hatte und daher erstmal nur die leichteren Kinder auf ihr reiten konnten. Zunächst aber gingen wir erstmal die Hühner mit am Tag zuvor gekochten Spaghetti füttern, welche sie wie Würmer aßen. Von hier erhielten wir auch unsere Eier, welche wir für unser Osterfest noch farbenfroh gestalten werden. Anschließend misteten wir Nanus Box. Die Kinder nahmen sich ganz selbstverständlich die Schaufeln und Rechen um sich dann in zweier-Paaren ans Werk zu machen. Die Arbeit macht hungrig. Im Vesperkreis zeigte uns Anja, was Nanu zum Essen bekommt: Stroh, Heu, Kräuter und ein bisschen Hafer. Nach dem Vesper gingen die Kinder mit Bürsten ausgerüstet zu Nanu, um sie zu putzen. Dabei erfuhren die Kinder, wie sich Pferde begrüßen. Mit den Nüstern beschnuppern sie sich, bei Nanu durften das die Kinder mal ausprobieren. Das Gesicht zu den Nüstern und ganz sachte pusten. Zurück kommt dann die warme Luft aus den Pferdenüstern. Als der Voltigiergurt angebracht war, setzte sich das erste Kind schon seinen Fahrradhelm auf und erklomm mit Hilfe den Rücken des Pferdes. Nach der ersten vorsichtigen Runde ermutigte Anja das Kind spielerisch, sich nur mit einer Hand festzuhalten und allerlei Leckerbissen mit der anderen Hand vom Himmel zu pflücken. Oder auch mal wie ein Adler die Schwingen auszubreiten. Neben dem Kind lief zur Sicherheit unterstützend ein Erwachsener mit. Hoffentlich geht es Nanu bald wieder richtig gut, damit auch die älteren Kinder erfahren können, von der gutmütigen Nanu getreagen zu werden.

Eine Woche Sonnenschein (20.03.15)

Wir bimmeln den Frühling herbei

Die letzte Woche waren wir kein einziges Mal mehr auf eine geheizte Hütte angewiesen, denn schon unser morgendliches Vesper konnten wir unter blauem Himmel genießen. Am frühen Morgen schon schaukelten wir in unserer großen Hängematte, sahen den Vögeln zu, wie sie über uns hinweg flatterten oder hoch oben ihre Kreise zogen. Wir lauschten dem Klopfen des Spechts und fragten uns, welcher Vogel aus all dem Gezwitscher mit so einem durchdringenden Ruf unsere Aufmerksamkeit erregte. Wir spannten die Slackline auf und führten uns gegenseitig über das gefährliche Haifischbecken. Wir aßen leckeren Obstsalat in der Sonne und stickten mit Nadel und Faden verschiedene Motive auf zuvor hergerichtete Karten. Wir breiteten eine Decke im Laub aus, zogen die Schuhe aus und schauten gemeinsam Bücher an. Bei der Sonnenfinsternis nahmen wir während des Frühstücks die besondere Atmosphäre wahr. Eine Orange diente als Mond, dessen Schatten auf den Tisch fiel. Wie groß muss dann nur der Schatten vom echten Mond sein...? Am Frühlingsanfang bastelten wir im Morgenkreis Frühlingsbimmler mit kleinen, goldenen Glöckchen an bunten Bändern. Damit machten wir uns später auf den Weg zur Wiese. Unterwegs fanden wir alle möglichen Frühlingsboten: junge, zarte Plänzchen spickten aus dem trockenen Laub hervor, man konnte schon die ersten Löwenzahnblätter erkennen. Überall blühte nun der Huflattich und um ihn herum krabbelten Spinnlein. Der Hasel blühte und frisches Gras wuchs aus den vertrockneten Büscheln des letzten Jahres. Immer wieder hielten wir an, bimmelten den Frühling heraus und trällerten ein Liedlein „Blüht der Huflattich, blüht im Märzenwald, kommt der helle, der helle Frühling, kommt der Frühling bald.“. Auf der Wiese fanden wir dann auch schon die ersten Sauerampferblätter. Bald kommt wieder die Zeit der Wald- und Wiesenkräuterernte.

Elli, unser Räuberhund (06.03.15)

Sicherer Stand – die Kleine hat Kraft!

Mit einer neuen Mitarbeiterin kommt nun auch Elli mit in die Räuberhöhle. Elli ist eine kleine, wuschelige Sheltie-Dame und an zwei Tagen fester Bestandteil des pädagogischen Alltags. Im Spiel mit ihr lernen die Kinder sich im aufmerksamen und achtsamen Umgang, denn Elli hört sofort auf zu spielen, wenn z.B. das Spielzeug zu wild vor ihrem Gesicht herumgefuchtelt wird. Sie geht sehr sensibel auf die Körpersprache der Kinder ein. Dabei lernen die Kinder, immer genauer auf die Signale des Hundes zu achten. Sie lernen „Hündisch“ und wie man als Mensch antworten kann, um schöne Situationen mit Elli zu erleben. Gerne bringen die Kinder ihr auch Kunststückchen bei. Elli kann nämlich sehr gut springen. Wir halten ihr erst einen, dann zwei und dann drei Stöcke hintereinander hin, über die sie grazil hinweg hüpft. Die Kinder machen es ihr nach und so entsteht ein lustiges Springspiel. Außerdem ist sie sehr verschmust und genießt es, gekrault zu werden. Und wir genießen es, unsere Hände in ihr flauschiges Fell zu graben und zu spüren, dass wir hiermit jemandem etwas Gutes tun.

Eissplitterspiele und Sonnenstrahlenwärme (26.02.15)

Schillernde Eisscholle

Begann der Morgen am Donnerstag noch winterlich kalt, spürten wir schon bald die zarte Wärme der leuchtenden Sonnenstrahlen. Am Teich ließ sich die Eisschicht am Rand bereits gut mit einem Stock einschlagen. Viele kleine und größere Eissplitter schwammen dann im kalten Wasser. Mit Händen und Eimern fischten die Kinder nach den schimmernden Schollen. Sie ließen die Eisstücke über den Teich schlittern, dabei zersprangen sie in tausend schillernde Splitter. In einer Pfütze fanden wir eingefrorene Wasserlinsen, die erstaunlich frisch aussahen. Ob sie wirklich noch von letztem Jahr waren? Ein Junge strengte sich an, eine besonders große Eisplatte aus der Pfütze zu heben. Die Sonne schien darauf und brachte sie zum leuchten. Wir hoben Eisstücke hoch, in denen Wasserlinsen eingefroren waren. Sie leuchteten in einem zarten grün, wie der Frühling. Es war schon warm genug, die dicken Winterjacken auszuziehen. In der Sonne an einen Baum gelehnt genossen wir es, gemütlich Bücher anzuschauen. Jede Jahreszeit bringt ihre Besonderheiten mit sich. Am Ende einer jeden Jahreszeit freue ich mich auf die nächste. Und am Anfang einer jeden genieße ich es besonders, was die Natur zu bieten hat. Ich bin überzeugt davon, dass auch die Kinder die Natur im Wechsel der Jahreszeiten immer wieder neu genießen. Sie erzählen das vielleicht nicht so wie ich in meinen Texten hier. Vielmehr nehmen sie alles intensiv wahr, mit all ihren Sinnen. Und nur so kann wahrer Genuss unmittelbar erfahrbar werden. Die Sinne sind unser Tor zur Welt. Lasst die Kinder draußen sein, lasst sie die unendliche Vielfalt der Natur entdecken, lasst sie das Leben in vollen Zügen genießen.

Musik in der Räuberhöhle (20.02.15)

Gemeinsam spielen die zwei Gitarre

Wir stehen versammelt im Morgenkreis, der gefrorene Boden unter uns, die kahlen Baumwipfel über uns und die frische Luft um uns herum. Ein neues Kind ist diesmal mit dabei. Wir werden ganz still und lauschen. Vögel zwitschern mit klarer Stimme und doch kann unser suchender Blick sie nicht entdecken. Das ist die Musik des nahenden Frühlings, der uns diese Woche mit so herrlichem Sonnenschein sein baldiges Kommen ankündigte. Und geht man in den Morgenstunden im Schönbuch beim Grafenberg spazieren, hört man neben der Musik der Vögel manchmal auch die Musik der Räuber, welche zu dieser kalten Zeit noch dumpf aus der Hütte schallt. Erzieher Boris Mauch hat sich nach dem Vesper mal wieder seine Gitarre geschnappt und spontan unserem Geburtstagskind ein paar lustige Verse geträllert. Ein Mädchen kommt dazu und während Boris die Akkorde greift, schlägt es vergnügt die Saiten an. Ein Junge stellt sogleich vom Essen in den Schlagzeugmodus um und trommelt mit seiner Gabel auf die Thermobox. Ein älterer Junge dreht unseren Kochtopf um und trommelt mit zwei stöcken darauf. Sein Freund setzt sich mit dem Regenmacher neben ihn. Andere Kinder kommen hinzu, von der fröhlichen Ausgelassenheit angelockt suchen sie im Musikkorb nach Rasseln, Schellenkranz und Klangstäben. Ich hole mir meien Kazoo vom Regal und tröte eine Melodie dazu. Wir haben einen riesen Spaß, die Gesichter straheln, die Augen leuchten, die „Bude rockt“ wie es ein äterer Junge ausdrückt. Herrlich, diese ungehemmte Lebensenergie!

Fasching in der Räuberhöhle (13.02.15)

Kinder bemalen sich gegenseitig

Auch bei uns im Wald hielt das bunte Faschingstreiben Einzug. Mit den Kindern sammelten wir Ideen, wie wir diesen farbenfrohen Tag gestalten könnten. Für die Dekoration bemalten die Kinder mit Wasserfarben, Pinseln, Schwämmchen, Zahnbürsten und Händen große Papierbahnen, bis sie kunterbunt zum trocknen aufgehängt wurden. Später schnitten wir lange Streifen ab und bastelten daraus Girlanden. Schließlich noch ein paar Luftballons dazu und fertig war unser Festschmuck. Die Kinder kamen bereits verkleidet in den Kindergarten. Hier standen  Schminkfarben bereit, mit welchen sich die Kinder gegenseitig im Gesicht bemalten. „Wann feiern wir endlich Fasching?“ fragte mich ein vierjähriger Junge. Auf mein nachfragen, was denn Fasching feiern für ihn bedeute, erklärte er mir „dass alle zusammen kommen“. Wir trafen uns also alle gemeinsam im Kreis und sangen das Kinderkarnevalslied, welches wir diese Woche vom Friedrich-Fröbel-Kindergarten kennen gelernt hatten. Dann versammelten wir uns zum Vesper, ein von den Eltern hergerichtetes, buntes Buffet. Satt, zufrieden und aufgewärmt vom warmen Kinderpunsch, trafen wir uns anschließend zur Papierkugelschlacht. Was für ein Spaß! Lachend und jauchzend bewarfen wir uns im sonnendurchfluteten Wald mit den zusammengeknüllten Bällen. Beim anschließenden Luftballonspiel ging es dann darum, als Gruppe zusammen zu spielen. Wie lange schaffen wir es, einen Luftballon vom Boden fern zu halten, ohne ihn festzuhalten? Wie schön, dass wir an diesem Fest ein so herrliches Wetter mit strahlend blauem Himmel hatten. Trotz Schnee unter den Füßen erwachten hier schon die ersten Frühlingsgefühle.

Eine bunte Woche (23.01.15)

Teamwork beim Sägen

Es gibt mal wieder viel zu berichten, z.B. von unserem Vorhaben, selbst Feuerholz zu beschaffen. Mit Sägen uns unserem Bollerwagen ausgerüstet zogen wir zu einem nahen Fichtenwäldchen, das sich unterhalb eines steilen Hanges ausbreitet. Dort unten lagen einige Totholzstämme. Beim Abstieg merkten wir schon, dass es hier besonders rutschig war. Während sich die Kinder beim Sägen abwechselten, entwickelte sich am Hang ein regelrechtes Abenteuer. Denn so einfach kam man nicht wieder hoch. Aber mit gegenseitiger Hilfe und dem Einsatz von Seilen gelang es uns dann, nicht nur uns selbst, sondern auch noch die 5 abgesägten Holzrugel hochzuziehen. Ich bin jedes mal wieder von neuem begeistert, welch einen Gruppenzusammenhalt solche Abenteuer mit sich bringen. Auch gemeinsames Musizieren verbindet uns. Nach dem Vesper schnappte sich ein Erzieher seine Gitarre und fing einfach mal an, ein paar Akkorde aneinander zu reihen. Da dauerte es nicht lange und die ganze Kinderschaar stand um ihn herum, jeder ein Instrument in der Hand, hüpfend, wiegend, sich drehend. Lebensfreude pur! Da brauch es auch gar kein vorgefertigtes Lied, jeder bringt seine eigenen Impulse ein. Erwähnenswert ist natürlich auch noch die dünne Schnee- und Eisschicht, welche uns so schöne neue Spielmöglichkeiten eröffnet. Mit Eimern am Teich nach Eisschollen angeln, eine Schneedusche unter einem kleinen Bäumchen nehmen, mit Freunden eine wilde Schneeballschlacht machen oder in der warmen Hütte immer wieder neue, überraschende Schneeflockenmuster aus Papier zaubern. Und so heißt unser Wunsch für die kommenden Wochen: Bitte, bitte noch ein bisschen mehr Winter, ein bisschen mehr Kälte, ein bisschen mehr Schnee und Eis.

Matschrutsche (16.01.15)

Es gibt kein schlechtes Wetter...

Es ist kalt, nass und matschig. Sie bleiben mit ihren Kindern lieber drinnen? Dann verpassen ihre Kleinen den größten Spaß den man bei solchem Wetter haben kann! Dieses Wetter ist ideal dafür gleich noch ein paar Kinder einzuladen und zum nächsten Erdhang zu spazieren. Den Kindern wird warm und sie haben jede Menge Spaß! Also keine Sorge bei Kindergeburtstagen im Matschewetter ;) Wie das dann aussehen kann zeigen Einblicke ins Räuberhöhlen-Leben. Nachdem wir morgens einen leckeren Haferbrei mit Obst überm offenen Feuer gekocht und gegessen hatten, packten wir alle unsere Sachen in die Hütte und zogen los zu einem unserer beliebten Erdhänge. Er war von nassem Laub bedeckt und nachdem das erste Kind die tolle Rutschmöglichkeit entdeckt hatte, wollten auch die anderen gleich mitmachen. Für so eine tolle Rutschpartie nimmt man dann auch gerne wieder den mühseligen Weg nach oben auf sich. Einige schafften es schon ganz alleine, an Wurzeln und Ästen festhaltend. Bei so rutschigem Boden ist das ganz schön schwierig. Wer trotz aller Anstrengung immer wieder runterrutschte, dem eilte auch schon eines der älteren Kinder zu Hilfe. Gemeinsam schaffte es dann jeder wieder hoch. Oben warteten schon einige auf die Nachzügler, denn nun wollten sie nicht nur alleine rutschen, sondern auch mal zu zweit oder zu dritt. Eifrig sprachen sie sich ab und berücksichtigten dabei individuelle Wünsche. Wer will nach vorne, wer mit seinem Freund, wer lieber doch alleine...? Drei Kinder saßen dann, die hinteren hielten ihren Vordermann gut fest und dann ging’s los: jauchzend und johlend rutschten sie hinab ins nasse Blättermeer.

Räuberhöhlentag (10.01.15)

Gemeinsam schaffen wirs :)

Es ist Samstag Mittag, das Thermometer zeigt 15°C und die Sonne scheint durch die kahlen Baumwipfel. An diesem fast schon frühlingshaften Tag herrscht trotz Wochenende reges Leben in der Räuberhöhle. Da wird gefegt, gesägt, gehämmert und Holzpfosten werden angespitzt. Einmal im Monat treffen sich Eltern der Räuberhöhle und helfen bei anstehenden Arbeiten. Waren es vor den Weihnachtsferien noch Bastelabende für den Adventsstand, so traf man sich diesen Samstag bei gutem Wetter wieder im Wald. Natürlich waren auch Kinder mit dabei. Neugierig schauten sie ihren Eltern bei der Abeit zu und packten auch gerne selbst mit an. Wir sägten Pfosten zur Ausbesserung des Sichtschutzes für den Pinkelplatz zu, hämmerten sie in die weiche Erde und flochten Äste dazwischen. Wir säuberten den Funkenschutz des Ofenrohrs, putzten die Hütte, fegten das Dach und besserten unsere kleine Laubhütte aus. Und nach getaner Arbeit setzten wir uns alle ums Feuer und ließen den Nachmittag mit gegrillten Würstchen ausklingen. In dieser gemütlichen Runde ist dann auch Zeit, sich untereinander auszutauschen und als Räuberhöhlengemeinschaft zusammen zu wachsen. Denn das ist eines unserer wichtigsten Ziele: Als Gemeinschaft leben, in der jeder einen Platz findet, sein Potenzial einbringt und neue Bekanntschaften macht. Sowohl die Kinder, als auch die Erwachsenen, die kleinen und die großen Räuber. Auf eine wachsende Gemeinschaft im neuen Jahr freuen wir uns schon jetzt und wünschen allen für 2015 alles, alles Gute!

Oh du schöne Vorweihnachtszeit (10.12.14)

Wir probieren die neue Werkbank aus.

Morgens im Wald beim Grafenberg erklingt ein feiner Glockenton. Es ist Morgenkreiszeit. Wir versammeln uns um unsere kleine Krippe aus Filzfiguren. Als alle sitzen und es ganz still wird erklingt die Gitarre und alle stimmen mit ein: „Ihr Kinderlein kommet...“. Maria und Josef stellen sich zur Krippe, einige Hirten knien sich dazu und ein Engelschor breitet seine Flügel über ihnen aus. Das Lied bringt uns in einem kleinen Kreis alle nah zusammen, manch einer kuschelt sich da auch gern mal an. In dieser Runde schauen wir freudvoll dem Tag entgegen, was er wohl alles bringen mag? Beim Einüben unseres weihnachtlichen Theaterspiels „Die vier Lichter des Hirten Simon“ verkleiden sich die Kinder und verwandeln sich so in Schafe, Hirten oder auch einen Wolf oder Dieb. Später können die Kinder dann die neue Werkbank ausprobieren, die wir uns dank einer Spende der Hauser Präzisionstechnik leisten konnten. Die scharfe Japansäge ermöglicht den Kindern selbst das Durchsägen von dickeren Ästen ohne großen Kraftaufwand. Ein Grüppchen von älteren Kindern hat sich in der Sandgrube mit den auf Kindern zugesägten Erwachsenenschaufeln versammelt und arbeitet fleißig an ihrem Tunnelbauprojekt. Vor dem Vesper spielen wir noch ein wildes Fangespiel. Als alle Kinder gefangen sind jagt die ganze Gruppe mich übers Gelände. Sie sprechen sich ab und so dauert es nicht lange bis sie mich in die Ecke getrieben haben. Das Fangespiel endet in einer großen Gruppenumarmung und dann waschen wir uns die Hände fürs Vesper. Danach schauen wir noch kurz beim kleinen Teich vorbei. Wow! Er ist überzogen von einer dünnen Eisschicht. Gleich machen sich die Kinder ans Werk, dünne Scheiben aus dem Teich zu fischen. Endlich ist es mal so kalt dass sowas möglich ist!

St. Nikolaus im Wald (05.12.14)

Was steht da wohl im goldenen Buch...?

Der erste Schnee, wie wunderbar! Während es unten in den Dörfern regnete, freuten wir uns die letzte Woche über die ersten weißen Flocken, die noch groß und schwer vom Himmel fielen. In dieser vorweihnachtlichen Zeit gibt es so vieles, über was sich Kinderherzen freuen und woran man sich auch als Erwachsener zurück sinnt: gemeinsames Plätzchenbacken, der Geruch nach Kerzen, Zimt und Punsch beim gemütlichen Beisammensitzen und natürlich die tägliche Freude beim Öffnen des nächsten Adventskalendertürchens. Statt Türchen baumeln bei uns bunte Stricksocken von der Decke. Am Montag gab es gleich was ganz besonderes, viel zu groß für eine Socke, nämlich einen neuen Mitarbeiter, der uns nun zwei Tage die Woche unterstützt! Außerdem finden sich in den Socken z.B. selbst gestrickte Stulpen für den Winter oder neue Werkzeuge für alle. Und dann gibt es da noch ein ganz besonderes Highlight in dieser besinnlichen Zeit: der Nikolaustag. Am Freitag hofften wir, dass er auch zu uns schon käme und machten uns viele Gedanken zu ihm und seinem finsteren Gesell Knecht Ruprecht. Im Abschlusskreis dann klang ein sanftes Bimmeln durch den Wald. Zwei Gestalten, einer in Rot-Weiß mit langem Bart und einer in dunklem Braun mit zottigem Pelz und einer Kapuze tief in die Stirn gezogen. „Hallo ihr lieben Kinder!“ begrüßte St. Nikolaus die gespannt dreinblickende Schaar und berichtete uns kurz von seiner Reise zu uns. Dann holte er sein goldenes Buch hervor und fand für jedes Kind ein paar mahnende, aber vor allem auch wohltuende Worte und freundliches Lob, sodass der finstere Ruprecht zum Glück keinen Gebrauch von seiner Rute machen musste. Für jedes Kind gab es dann noch einen Zauberstein und eine Kleinigkeit zum Knabbern und Naschen. Schießlich zogen die beiden wieder hinfort und verschwanden hinter den Bäumen.

Aktuelles

Unser Flyer

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