Unser aktuelles Kindergartenjahr 2016/17 in Wort und Bild! 

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Bach- und Wiesenwoche (14.08.2017)
 

Vor Beginn der Kindergartenferien ist es bei uns Tradition, eine Woche an den Bach zu gehen. Letztes Jahr war es die Ammer, dieses Jahr der Fischbach an der Kayher Talwiese. Morgens trafen wir uns alle am Kayher Sportplatz um dann den langen Weg tief in den Wald zu starten. Zwei Autos fuhren unser Gepäck direkt vor Ort. Zu Fuß unterwegs entdeckten wir so einiges: da gab es die große Raupe eines Nachtfalters, die sauren Brombeeren am Wegrand oder die drei großen Ameisenhügel, an denen wir den Waldameisen bei der Arbeit zuschauen konnten. Die Woche über gab es dann am Bach viel zu experimentieren, zu basteln und zu entdecken. Die Kinder machten mit Flaschen, Röhrchen, durchlöcherten Handschuhen, Backblechen, Trichtern und diversen anderen Materialien Wassermusik, da gab es dann z.B. eine Wassertrompete oder eine blubbernde Wasserfabrik. Wir bastelten Boote, Wasserräder und Unterwasserkameras, machten große und kleine Seifenblasen mit den Händen, die wir einander weiterreichen konnten und entdeckten jede Menge Bachflohkrebse. Am letzten Tag gab es noch ein spannendes Experiment. Den Älteren Kindern wurden einige Materialen vorgestellt: ein Stück Gartenschlauch, Luftballons, ein Trichter, eine Gießkanne und ein paar Eimer. Dann erhielten sie die Aufgabe, einen Luftballon mit Wasser zu füllen, bis er wie eine große Wasserbombe aussieht. Da war die Motivation natürlich groß! Nun wurde herumprobiert und untereinander abgesprochen. Immer wieder kamen neue Ideen ins Spiel. Dass es nicht reichte den Ballon einfach in den Bach zu halten merkten die Kinder gleich. Vielleicht den Trichter dran? Funktioniert auch nicht. Den Schlauch in den Trichter halten und das andere Ende in den Bach? Hm, immer noch nicht. Aha: Den Ballon an den Schlauch und den Trichter ans andere Ende – juchu der Ballon wird größer! Aber, nur ein bisschen...“du musst den Trichter hochheben, dann hat das Wasser mehr Schwung“ meint ein Junge. Und siehe da, es funktioniert! Und bald haben die Kinder die perfekte Ballonfüllanlage gebaut und hatten dabei jede Menge Spaß.

Verwandlungsfest zum Schulkind (07.08.2017)

Kurz vor unseren Sommerferien feierten wir die Verwandlung unserer drei Größten vom Kindergarten- zum Schulkind. Nach der Verwandlung sind sie sozusagen nur noch auf Besuch in der Räuberhöhle und tragen stolz den Titel „Schulkind“. Im Kreis wurden Geschenke verteilt und während die drei Noch-Kindergartenkinder ihr Pflanzset aus Topf, Erde und Samen auspackte, freute sich die Räuberhöhle über zwei Teleskoptarpstangen für unterwegs. Dann war endlich der Moment gekommen: zunächst stieg die Jüngste der drei auf den Balkon, während unten ihre Eltern eine Decke für sie bereithielten zum hineinspringen. Mit Hilfe einer Erzieherin positionierte sie sich auf dem Geländer und lauschte uns Zuschauern, als wir ihr ein Lied mit den Besten Wünschen auf den Weg gaben und daaaaann – Plumps! Ein mutiger Sprung und wohlbehalten war sie unten angekommen. Applaus und schon war auch der nächste dran. Alle drei trauten sich den Sprung zu und so ging es auch alsbald zum Gruppenfoto-Termin. Mit drei frischgebackenen Schulkindern, ihren Familien  und jeder Menge fröhlicher Räuber ging es dann ans leckere Buffet, welches wir bei bestem Wetter genießen konnten.
Gegen Ende der Woche unternahmen wir noch einen Ausflug zu den Schafen einer Räuberfamilie. Wir nahmen die von uns bereits vor einigen Wochen gewaschene Wolle mit, denn für den Besuch hatte eine Mutter ein Spinnrad organisiert und sich extra dafür ein bisschen das Spinnen beibringen lassen. Mit den Kindern schauten wir uns das Spinnrad genau an und wir versuchten, das Rad mit dem Fußpedal drehen zu lassen, was wirklich garnicht so einfach ist. Wir Großen konnten uns dann auch im Spinnen versuchen und da sich das Rad bei Fußantrieb ganz schön schnell drehte war es einfacher, wenn die Kinder es langsam per Hand drehten. Stück für Stück wickelte sich dann der Faden auf der Spule auf, mit dem wir unsere Webrahmen später einmal verschönern können.

 

Auf dem Rücken der Pferde (31.07.17)
 

Einmal im Monat besuchen wir Nanu, das Therapiepferd einer unserer Mitarbeiterinnen. Vergangenen Freitag war es wieder soweit. Alle Räuber trafen sich auf dem Spielplatz beim Poltringer Flugplatz. Fünf Kinder fuhren nach dem Morgenkreis zum nahe gelegenen Stall und richteten alles her zum Reiten. Es wurde ausgemistet, Nanu bekam ihr Frühstück, wurde gebürstet und bekam Sattel und Zaumzeug an. Dann durfte sich ein Räuber auf ihren Rücken setzen und los ging der Ritt zurück zum Flugplatz. Unterwegs wurde gewechselt, damit jeder mal dran kam. Dort angekommen freuten sich schon die anderen Kinder auf ein paar Runden auf Nanus Rücken. Da durfte man sich auch mal rückwärts auf sie setzen und sich auf ihren Rücken legen oder die Arme beim Reiten ausstrecken und sich ohne festzuhalten ausbalancieren. Das Fell war weich und warm, die Mähne verleitete dazu, darin zu wuscheln. „Das ist ganz weich.“ meinte ein Besuchskind, als es durch die Mähne strich. Die Kinder werden bei diesen Ausflügen ganz nebenbei auch im Umgang mit Pferden geschult und lernen, auf was man acht geben muss und wie Pferde miteinander sprechen. So erleben sie Nanu nicht nur als etwas, worauf es Spaß macht zu reiten, sondern als ein Lebewesen mit Bedürfnissen und Emotionen und einer eigenen Sprache. Eine weitere Kleingruppe ging schließlich wieder mit Nanu zurück zum Stall und versorgte sie dort, damit sie sich in ihre wohlverdiente Pause begeben konnte. Und wir Räuber genossen noch das schöne Wetter im Sandkasten beim Burgen bauen, auf der Wippe fröhlich lachend und glucksend, beim Fahren auf den diversen Kinderfahrzeugen die dort bereit stehen, beim Klettern, Rutschen, Bücherlesen und Weben.

Eine Woche in der Räuberhöhle (24.07.2017)
 

Wie eine Waldwoche in der Räuberhöhle aussehen kann:

Montag: Wir packen unseren Bollerwagen und gehen gleich nach dem Morgenkreis los zum Himbeeren pflücken. An jedem Himbeerstrauch halten wir an und pflücken uns einige der leckeren roten Beeren. Unterwegs vespern wir und laufen über den Kayher Sportplatz wieder zurück. Das war eine ganz schön lange Runde.
Dienstag: Auch an diesem Tag sind wir wieder mit dem Bollerwagen unterwegs. Wir kommen an Froschpfützen vorbei und die Kinder beobachten begeistert die kleinen Frösche. Wir wollen unbedingt einmal längere Zeit hier verbringen, nur heute geht’s erstmal weiter. An einem schönen Vesperplatz packen wir alles aus und wir haben viel Zeit, ausgiebig zu sägen, zu schnitzen und zu malen. Plötzlich sitzt ein großer Falter auf dem Malkoffer. Er fliegt nicht weg sondern krabbelt auf die Hand. Das kitzelt ein bisschen wenn er den Arm hoch läuft, er hat ein wenig Fell an seinem großen Körper. Die Kinder reichen ihn weiter, viele wollen das hübsche Tier über ihre Arme krabbeln lassen. Wir sind ganz vorsichtig, dass wir auch ja nicht seine Flügel verletzen.
Mittwoch: Wir sammeln auf einer Wiese Kräuter und kochen Käse-Zwiebel-Kräuter-Spätzle überm Feuer.
Donnerstag: Die großen Kinder malen ein Holzbild einer Feuerwehr an, welches wir dem Jungen schenken wollen, der morgen seinen Abschied feiert. Es fängt bald wolkenbruchartig an zu regnen und hört auch nicht mehr auf. Den Rest des Tages verbringen wir ausnahmsweise mal hauptsächlich in der Hütte und die Kinder freuen sich, mal wieder in der Kuschelecke spielen zu können.
Freitag: Wir richten einen Obstsalat und ein Müslibuffet für ein gemeinsames Vesper her. Später besuchen wir dann endlich für längere Zeit die Frösche und schauen dort gemütlich das Portfolio von unserem Abschiedskind L. an. Im Abschlusskreis gibt es Kuchen und wer möchte, wünscht L. noch etwas für die Zukunft.

Besuch in der Kayher Grundschule (03.07.2017)
 

Die Sommerferien rücken immer näher und mit ihnen auch die Verabschiedung unserer drei ältesten Räuber. Wo gehen sie dann hin, wenn sie nicht mehr zu uns in die Räuberhöhle gehen? Das schauen wir uns genauer an und besuchen die Schulen in Kayh, Altingen und Herrenberg. Der erste Schulausflug führt uns nach Kayh. Das ist ja ganz in der Nähe von uns und so treffen wir uns an diesem Tag auch wie gewohnt im Wald und laufen dann über den Grafenberg, die steilen Stufen hinunter und an den Kirschwiesen vorbei. Dann noch ein Stückchen in Reih und Glied auf dem Gehweg durchs Dorf bis wir den Spielplatz neben der Schule erreichen. Nach einer Vesperpause begrüßt uns eine Lehrerin auf dem Pausenhof und führt uns in das Gebäude. Zunächst schauen wir uns einen leeren Klassenraum an. Dort liegen noch überall Mäppchen auf den Tischen, die Klasse ist zu jener Zeit in der Sporthalle. Wir entdecken die Rucksäcke, die große Tafel, die vielen bunten Buchstaben an der Wand und können uns einfach mal einen ersten Eindruck machen. Dann dürfen wir auch noch die anderen Klassen besuchen. Während eine Klasse im Stuhlkreis sitzt ist bei der anderen gerade gemütliche Vesperpause mit Vorlesezeit. Eine ehemalige Räuberin sitzt in der Klasse und ich traue meinen Augen kaum, wie sehr sie sich verändert hat! Dann geht’s hoch in die Bibliothek. Dort entdecken die Kinder die Freude an Tafel und Kreide. Sie schreiben ihre Namen, stellen einfache Rechnungen auf, dann klappen wir die Tafel auf und in kürzester Zeit ist die Tafel kunterbunt. Auf dem Schulhof gilt es abschließend noch den Platz mit bunt aufgemalten Spielmöglichkeiten zu erkunden. Als wir dann den Weg zurück einschlagen halten die Räuber tapfer durch und erklimmen die steilen Stufen hoch zum Grafenberg. Oben angekommen klatschen wir uns anerkennend in die Hände und sind froh, dass es jetzt nur noch eben weiter geht. Zum Glück ist der Schulweg in Zukunft nicht ganz so anstrengend ;)

Eine Flugplatzführung mit windigem Abenteuer (25-06.2017)
 

Am Freitag trafen wir uns beim Poltringer Flugplatz. Morgens startete bereits eine Maschine nach Helgoland. Herr Nuoffer, der früher auch viel in der Luft unterwegs war, begrüßte uns freundlich, während wir unsere morgendliche Versammlung auf zwei Picknickdecken abhielten. Die Kinder berichteten von ihren Erlebnissen und ihrem Wissen rund um das Thema Flugzeuge und waren schon ganz gespannt auf die Führung, die uns der ehemalige Pilot nach dem Vesper geben wollte. Als wir dann endlich in der ersten Halle standen, war das Staunen groß: so viele Segelflugzeuge! Als es dann hieß, man dürfe sich in eines hineinsetzen, gab es kein Halten mehr, jeder wollte mal am Steuerknüppel sitzen. In der Halle gab es so viel zu entdecken. Immer wieder kamen Fragen auf, die uns Herr Nuoffer gerne beantwortete. So erfuhren wir, dass man die Flugzeuge auseinander bauen konnte um sie in einem speziellen Anhänger zu verstauen, dass die Flügel mit Wasser befüllbar waren um sie schwerer und damit schneller zu machen. Wir hörten von der Wichtigkeit der Wölbung, die es erst ermöglichte, dass das Flugzeug so gut in der Luft blieb und schauten beim Verstellen der Flugklappen zu, die diese Wölbung krummer oder flacher machen konnten. Wir begutachteten die Seilwinde, die Segelflugzeuge in die Luft ziehen konnte. Wir schauten uns noch in zwei weiteren Hallen um, wo auch Motorflugzeuge untergebracht waren. Als wir aus der letzten Halle heraus kamen, versammelten wir uns auf einer großen Wiese. Herr Nuoffer kam mit einem alten Fallschirm zu uns, den eine Kollegin anzog. Als sie an einem Hebel zog, sprang der kleine Zugschirm hervo. Wir falteten den großen Schirm auseinander und der Wind pustete in den samtenen Stoff hinein und vor unseren Augen erhob sich ein großer roter Fallschirm. Die Kinder und zwei Erwachsene hielten ihn mit vereinten Kräften fest, doch die Kraft des Windes war eindeutig zu spüren und manchmal zog es uns ein Stück weit übers Feld. Das war ein abenteuerlicher Spaß!

Vielen Dank auch nochmal an Herr Nuoffer vom Flugsportverein Herrenberg e.V. für die sehr freundliche und eindrucksvolle Einführung in die Luftfahrt!

Bär im Schafspelz (19.06.2017)
 

Ein großer Sack voll Rohwolle von eigenen Schafen, mehrere große Kanister voll Wasser, ein großer Bottich und Kernseife bringt uns ein Papa am Dienstag morgen in den Kindergarten mit. 
Hui, das riecht aber stark nach Schafstall, einige Kinder rümpfen die Nase. Eine Mutter die Hebamme ist und in ihrer Arbeit auch mit Wollfett zu tun hat, erklärt uns dass das der typische Geruch dieses Fettes ist. Also eigentlich etwas Gutes, auch wenn es nicht gerade nach Blumenwiese duftet ;)
Beim ersten Waschgang färbt sich das Wasser schnell braun-trübe. Schade dass es morgens plötzlich doch noch so frisch ist, sonst wäre das mit dem Waschen eine willkommene Abkühlung. So stellt sich dann für die kommenden Waschgänge doch lieber eine Kollegin barfuß in die Wanne und watet sich von Waschgang zu Waschgang in saubereres Wollterrain vor. Riechen tut es aber weiterhin wie zu Anfang. Wir hängen alles über ein Trockengerüst. Das sieht aus, als würde ein pelziges Tier auf vier Beinen bei uns im Wald stehen. Auch Elli, unser Räuberhund ist sichtlich irritiert. Am nächsten Tag im Morgenkreis betrachten wir das regungslose Wesen und spielen dann eine Runde „Bärenjagd“. Durch den Dschungel, einen reißenden Fluss und den Sumpf kommen wir zu einer Bärenhöhle. Leise schleichen wir uns herein, schießen schnelle in paar Fotos und dann brummt auch schon der Bär, schnell schnell schnell zurück nach Hause! Wir flitzen zurück auf unsere Baumstämme und zeigen uns dann gegenseitig unsere imaginär geschossenen Fotos, auf denen auch viele kleine Bärenkinder zu sehen sind. Wir haben schon einige Ideen, was wir aus der Wolle machen wollen. Wie wäre es mit einer Hundedecke für Elli? Die scheint den Geruch nämlich sehr interessant zu finden. Wir könnten ein Spinnrad ausleihen und die langen Haare versuchen zu einer Schnur zu spinnen, die wir dann verweben könnten. Außerdem ist Schafwolle wohl auch ein guter Schneckenschutz, wenn man sie um Pflanzen herum legt.

Frühlingsfest in der Räuberhöhle (29.05.2017)

 

Wir sitzen im Morgenkreis auf unseren Baumstämmen, die Stimmung ist voll freudiger Erwartung. Endlich können wir unser Frühlingsfest feiern. Das Wetter verspricht grandios zu werden! Doch bevor alle Eltern zum Feiern dazu kommen, muss noch einiges vorbereitet werden. Wir besprechen den Tag und verteilen die Aufgaben. Doch bevor das geschäftige Treiben beginnt, wird erstmal noch ausgiebig musiziert. Die Kinder hören den kurzen Text eines spanischen Liedes und die Übersetzung. Es geht um die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Beim Refrain „heya heya“ bemerkt ein Junge „Wie bei den Indianern!“ und gemeinsam mit einigen anderen Kindern erklingt es in der Runde. Wir verteilen die Instrumente und dann geht’s los. Die Kinder lauschen erst dem dreistimmigen Gesang der Erzieher und beim „heya heya“ stimmt die ganze Gruppe mit Instrumenten und Gesang mit ein. Immer und immer wieder wiederholen wir das kleine Lied, werden lauter und wilder und einige Kinder fangen schon an dazu zu tanzen. Als wir wieder ruhiger werden und das Lied zum Ende kommt, heißt es von hier und dort „nochmal, nochmal!“ und einer meint „Ich lieb' das Lied!“. Na also, Volltreffer :) Nun aber an die Arbeit: Tische und Bänke aus der Hütte holen, Blumen pflücken und in einer Wasserschale anrichten, den großen Eichentisch mit bunten Tüchern schmücken, Feuer machen, alle Trommeln rausholen und natürlich immer wieder zwischendurch musizieren und Spaß haben! Alle sind hoch motiviert dabei. Bald ist es dann soweit und die ersten Eltern kommen mit Blumen, Gräsern, Efeu und allerlei Buntem für unseren großen Naturwebrahmen. Gemeinsam mit den Kindern weben wir alles zwischen die bunten Schnüre, es sieht einfach wunderschön aus. Als alle da sind treffen wir uns in einem großen Kreis und verteilen an Groß und Klein Instrumente. Und dann geht’s wieder los mit dem beliebten Lied. Und schon bald tanzen in der Mitte Kinder, Eltern und Erzieher. Mit den Kindern zu tanzen und ihre Freude und Lebendigkeit mitzuerleben und selbst diese Leichtigkeit in sich zu spüren, das ist wahre Frühlingsenergie: Lebendigkeit, Bewegung, Gesang!

Blütentattoos und Wildkräuterküche (22.05.2017)
 

Einen schöner Zeitvertreib nicht nur für Kinder, der Konzentration und sorgfältige Feinmotorik fördert, kann man schnell mit ein paar Blumen und Creme herzaubern. Als wir einen Tag auf und um den Mönchberger Spielplatz verbracht haben, traf sich gegen Ende ein kleines Grüppchen auf der Picknickdecke auf einer Wiese. Wir sammelten verschiedene Blumen und nun bekam jeder einen Klecks Creme auf den Arm. Leicht verstrichen bot er die Haftgrundlage für zarte Blütenblätter. Wir entdeckten lila Herzformen, weiße und gelbe Strahlen, sonnengelb leuchtende Punkte und auch die Pusteblumensamen klebten hervorragend. Ein Junge hatte bald ein Gesicht geklebt. „Mit Schnurrbart“ zeigte er mir, streckte die Finger aus und ergänzte „und das sind die Haare.“. Weitere kreative Blütenkünstler schlossen sich uns bald an. Auf einem Spaziergang entdeckten wir einige Wiesensalbeipflanzen. In den Blüten verbirgt sich eine kleine Überraschung. Schiebt man einen dünnen Halm hinein, kommt von oben aus der Blüte das Staubblatt herab. Wären wir eine Biene, würde nun der Pollen auf unserem Pelz haften bleiben. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man den kleinen gelben Staub auch entdecken oder ihn für die Kinder besser sichtbar machen, indem man ihn z.B. auf einem Finger abstreift. Um Pflanzen ging es auch an unserem Kochtag. Wir spazierten zu einer Wiese und sammelten Giersch, Löwenzahn und Spitzwegerich. Die Kinder lernten einige Merkmale der Pflanzen kennen. Z.B. die eckige Dreiecksform des Giersch-Stängels, die Längsstreifen beim Spitzwegerich oder die zackigen Blätter des Löwenzahn. Zurück in der Räuberhöhle rührten wir aus den gesammelten Kräutern einen Kräuterquark an, dazu gab es Salzkartoffeln.

Bohren, Sägen, Knoten (15.05.2017)
 

In der Räuberhöhle lagern Handbohrer in mehreren Größen: von handgroß bis armlang. Die Kinder experimentierten mit den unterschiedlichen Bohrern: wie hält man sie, wie funktioniert der Mechanismus, in welche Richtung muss man bohren und entdecken dabei auch die unterschiedlichen Holzqualitäten: von fast völlig verrottet bis zu hartem Buchenholz, in weiche Rinde oder in Harte Balken. Die Kinder konnten den Zahnrädern zuschauen, wie sie ineinander greifen: hier wird Technik anschaulich gemacht. Beim Bohreinsatz wurden natürlich lebende Bäume und unsere Hütte verschont. Auch mit den Sägen waren wir wieder fleißig am Werke: für unser Frühlingsfest bereiteten wir einen großen Naturwebrahmen vor, für den die Kinder Äste zusägten, die dann zu einem Quadrat zusammengebunden wurden. Daran befestigten bunte Schnüre und bespannten ihn. Die größeren Kinder konnten hier ihre Knotenkünste mit einbringen, während die jüngeren beim Zuschneiden halfen und den Prozess interessiert verfolgten.
Am Donnerstag, als es dann mal richtig schön warm wurde, packten wir den Bollerwagen und zogen tiefer in den Wald zu einem Teich. Unterwegs entdeckten wir „Farnschnecken“, die noch nicht ausgewachsen waren und ihre Blätter noch eingerollt hatten. Die Huflattich-Pusteblumen ließen sich wunderbar in den Wind pusten. Wir entdeckten Erdbeerblüten, leuchtend orangene Pilze und einen pechschwarzen Käfer. Am Teich packten wir den Malkoffer aus und einige Kinder machten es sich im trockenen Laub gemütlich, klebten und malten völlig versunken und entspannt in der friedlichen Frühlingsstimmung auf der Lichtung im Wald. Im Teich angelten Kinder nach Moos und entlang der Lichtung machten sich einige Kinder auf die Suche nach Tierspuren und kamen immer wieder zurück, um uns ihre Funde zu berichten.

In der Burg und an den Pfützen (08.05.2017)

Zu seinem Geburtstag wünschte sich ein Junge, eine Burg mit Fallgitter zu errichten. Dazu bauten wir einfach an die bereits bestehende Spielhütte an. Wir sammelten jede Menge Äste und sägten sie zu. Aus einigen konstruierten wir ein Fallgitter, welches die Kinder mit einem Seil über sich darüber befindende Äste hochziehen und wieder runter lassen konnten. Ein goldener Thron wurde errichtet, auf welchem das Geburtstagskind stolz mit seiner Krone Platz nahm. Längere Äste nutzten wir um ein Dachgerüst zu bauen. Vielleicht bekommen wir es ja sogar einmal einigermaßen regendicht. Wie schön übrigens, dass es endlich mal wieder viel geregnet hat! Wir waren unterwegs zu größeren Pfützen, wo wir letztes Jahr viele Kaulquappen und später dann kleine Frösche beobachten konnten. Dieses Jahr war es leider zu trocken und zu kalt, wir entdeckten keine einzige Kaulquappe. Dafür entdeckten wir zwei Larven auf dem schlammigen Grund, die wir noch nie zuvor zu Gesicht bekommen hatten. Ein bisschen gruselig sahen sie aus. Interessant waren auch die Wasserläufer, welche die Kinder mit Bechern einfingen. Sogar Spinnen entdeckten wir beim überqueren der Wasseroberfläche. Mit einem 10-fach vergrößerndem Lupenglas schauten wir uns Käfer, Spinnen und verschieden Pflanzenteile an. Einige Kinder fanden immer wieder neue Dinge, die sie darunter betrachten wollten. Bei den Tieren war es besonders spannend: die sahen plötzlich monströs groß aus uns so dicht vor dem Auge entfährt einem dann doch schnell mal ein Schreckensausruf. Durch die Lupe durchzuschauen mussten einige aber erst einmal üben. Ein Auge zuzumachen oder zuzuhalten und mit dem anderen im richtigen Winkel durch das Lupenrohr zu schauen haben nicht alle auf Anhieb geschafft. Die überraschten Rufe derer aber, die es geschafft hatten, motivierten dazu, es lange genug auszuprobieren, bis man den Dreh raus hatte. Und dann war schnell das Interesse für viele weitere Untersuchungen von Moosen, Blättern und anderen Dingen geweckt.

Wir bauen einen Zoo (10.04.2017)
 

Zum vierten Geburtstag wünscht sich ein Kind ein Tiergeburtstagsfest. Beim gemeinsamen Planen ergibt sich die Idee, einen Zoo zu bauen. Und jeder bringt kleine Tiere mit von daheim, für die wir dann Gehege bauen. Außerdem gestalten wir eine tierische Geburtstagskarte. Als der Tag dann kommt, zeigen die Kinder begeistert ihre mitgebrachten Tiere: Giraffen, Schafe, Pferde, ein Pelikan, ein Löwe, ein Nilpferd u.v.m. Mit Hammern, Sägen, Schitzmessern und Schaufeln machen wir uns an die Arbeit. Wir bauen einen Streichelzoo, ein Giraffengehege zwischen den jungen Buchen und ein Gehege für die wilden Tiere. Eine Weide für die Pferde und einen Stall für die Kühe. Ein Wasserbecken für das Nilpferd, einen Landepfahl für den Pelikan und schließlich will noch ein Oger einziehen. Der bekommt ein extra Gehege mit einer Ogerhöhle. Wir brauchen ganz schön lange für den Bau, aber einige Kinder sind so vertieft bei der Sache, dass die Zeit keine Rolle zu spielen scheint. Und als wir dann fertig sind, laden wir alle Kinder ein, die am Bau nicht beteiligt waren. Sie bringen ihre Tiere und suchen sich das passende Gehege aus. Die Tiere besuchen sich auch gegenseitig und es ergibt sich ein schönes Spiel.
Natürlich sind wir auch schon in Ostervorbereitungen. Die Kinder haben ihre Bastelideen zusammengetragen und nun wird so oft als möglich fleißig geschnitten und geklebt. Für die Osternester säte jedes Kind Ostergras in einer Schale aus. Daheim können sie dieses nun beim Wachsen beobachten, mal schauen wie groß es dann an unserem Osterfest ist.
Zeitgleich mit dem Erscheinen der ersten Buchenblätter hatte eine neue Räuberin ihren ersten Tag bei uns. Ein Patenkind aus der Gruppe hat für sie am Vortag einen Blumenstrauß gepflückt. Nun füllt sie mit ihr die Waldkerze mit Erde und Moos. Das neue Mädchen kommt schnell an und bewegt sich bereits am ersten Tag sehr souverän übers Gelände

Wir wecken den Frühling (03.04.2017)
 

Wow! Dass wir mit unserer Aktion den Frühling heraus zu bimmeln dermaßen erfolgreich sein würden, hätten wir uns am Anfang der Woche nicht träumen lassen. Für einen ganz besonderen Frühlingsspaziergang hatten wir ganz in unserer Räubertradition „Frühlingsbimmler“ gebastelt. An kurze Stöcke banden wir bunte Bänder mit kleinen Glöckchen. Am Montag vergangener Woche zogen wir dann los, die ersten sichtbaren Frühlingsboten in Wald und Wiese zu entdecken. Was wir fanden, wurde fleißig mit unseren hell klingenden Bimmlern herausgeläutet, dass sich nur alles traute zu wachsen und zu gedeihen. Die Kinder waren so begeistert bei der Sache, dass wir erstmal kaum vorwärts kamen, denn überall gab es etwas zu entdecken: kleine Babybuchen, oft noch mit „Hütchen“ auf, Buschwindröschen, erste aufgehende Knospen, frisches Grün wie z.B. Walderdbeerblätter auf dem Waldboden und später dann auf der Wiese ein Meer aus blauen Blumen.Dort klang der Kindergartentag bei Gitarrenmusik und Geschichtenvorlesen aus. Am Freitag zogen wir aber erneut los, denn einige Kinder waren am Montag nicht dabei gewesen. Jetzt konnten wir auch sehen, was sich innerhalb dieser wenigen Tage alles getan hatte: die Babybuchen haben ihre Hütchen abgeworfen und zeigten sich jetzt in sattem Grün über den Waldboden zerstreut. Die Buschwindröschen bedeckten nun in größeren Ansammlungen mit ihren weißen Blüten das trockene Laub. Jetzt waren auch schon ein paar Veilchen dazwischen und die Blätter vom Weißdorn waren jetzt deutlich zu erkennen. Unterwegs picknickten wir in der waremen Sonne, es gab frisches Brot, Aufstriche, Obst- und Gemüseschnitze. In losen Grüppchen saßen die Kinder zusammen. Bei einer Erzieherin, die das Buffet bereitete, holten sie sich, was sie für ihr Vesperglück brauchten. „Das ist sooo gemütlich hier.“ meinte ein vierjähriger Junge. Da konnte ich ihm von ganzem Herzen zustimmen. Das wollen wir nun öfters am Freitag machen, denn dann richten wir immer ein gemeinsames Vesper her, jedes Kind bringt eine Kleinigkeit mit. Unterwegs war das wirklich besonders atmosphärisch.

Unterwegs zu neuen Orten (27.03.2017)
 

Unsere derzeitigen Ausflüge stehen unter dem Motto „Tiere“. Vor zwei Wochen waren wir Schafe besuchen, letzte Woche dann ging es nach Herrenberg zum Damwildgehege. Der Tag war kühl, bewölkt, windig und so garnicht frühlingshaft. Das war schon ein bisschen schade, allem Anschein nach aber hauptsächlich für uns Erwachsene. Die Kinder waren voller Vorfreude und so zogen wir auch pünktlich morgens früh los. Ein kleiner Umweg führte uns noch vorbei an einer Quelle, in deren Nähe wir vesperten. Als wir dann am Wildgehege ankamen, erspähten wir die Herde zunächst versteckt hinter entfernten Bäumen. Doch schon bald kamen sie hervor und gingen nah zum Zaun, wo sich die Futterstelle befand. Besonders beeindruckend waren die beiden Hirsche mit ihrem großen Geweih. Wir lasen auf der Infotafel, dass sie bald ihr Geweih verlieren. Warum nur, rätselten wir. Für ein Kind war die Antwort klar: „Das wächst ja sonst bis in den Himmel!“.
Ein weiterer Ausflug fand am Freitag darauf statt. Wir trafen uns bei Nanus neuem Stall. Nanu ist das Therapiepferd einer Kollegin und in der wärmeren Jahreszeit besuchen wir es regelmäßig. Hier lernen die Kinder einiges über Pferde: was essen sie, wie mistet man aus, was gehört zur Pflege, welches Zubehör braucht man beim Reiten, auf welche Sicherheitsregeln muss man achten und vieles mehr. Das alles natürlich ganz praktisch, denn die Kinder packen überall mit an. Auf dem Bioland-Hof gab es außerdem einiges zu entdecken: viele landwirtschaftliche Geräte gab es hier. Bei manchen konnten wir erstmal nur vermuten, wozu sie gebraucht werden. Und dann gab es da noch diese zwei verspielten Katzen, die immer wieder unsere Nähe suchten und auch mal genossen, gestreichelt zu werden. Mit Nanu gingen wir dann auf einen nahe gelegenen Spielplatz, der sogar ein kleines Kettenkarussell hatte, das wohl früher mal auf Jahrmärkten zum Einsatz kam. Nun konnte man aber selber anschucken, was ein Spaß!

Schafe, Frühling, Hängematte (20.03.2017)
 

Der Frühling ist da, Hurra! Mit den Kindern überlegten wir im Morgenkreis immer wieder die unterschiedlichen Frühlingsboten. Wie können wir den Frühling hören, sehen, spüren und riechen? Die Ideen der Kinder nehmen wir ins Lied „Singt ein Vogel“ mit auf. Wir bastelten Frühlingsbimmler mit kleinen Glöckchen an bunten Schnüren. Bald wollen wir damit den Frühling auf einem sonnigen, musikalischen Spaziergang begrüßen. Wir spannten außerdem endlich mal wieder die Hängematte auf, denn die Frühlingssonne lud wärmstens ein, entspannt die Seele baumeln zu lassen. So genossen einige Kinder abwechselnd, auf dem Bauch einer Erzieherin zu liegen, während andere Kinder einen sanft hin und herschaukelten.
Besonders schön war ein Ausflug zu den Schafen einer Räuberfamilie in Pfäffingen. Sie hatten kleine Lämmlein geboren, die wir uns anschauen wollten. Auf dem Weg zu ihnen kamen wir an vielen Gärten vorbei, in denen wir all die bunten Frühlingsblumen entdeckten, welche wir bereits in unseren Morgenkreisen kennen gelernt haben und noch einige mehr. Bei den Schafen angekommen begrüßte uns schon die verschmuste Schäferhündin. Es war ein wunderbarer Tag um draußen in der Sonne zu vespern. Später dann hatten die Kinder unglaublich Spaß daran, im Schafstall selbst Schafe zu spielen. Und dann kam auch noch ein Traktor um die Wiese zu mulchen. Die Kinder rannten am Zaun entlang nebenher, während der Traktor Reihe für Reihe abfuhr. Danach wollten sich einige einfach mal ausruhen und so kuschelten sich hier und da Kinder und Große in der Sonne aneinander und es breitete sich eine entspannte Atmosphäre aus. Als dann die meisten Kinder abgeholt waren, hatten die übrigen noch eine lustige Abfahrt vor sich: abwechselnd setzten wir uns auf den Bollerwagen und fuhren die Wiese runter zum Weg, was für ein Spaß! Zu den Schafen gehen wir bestimmt noch einmal, sobald noch mehr Lämmer geboren sind, es war so schön dort.

Wir wollen uns auch darum kümmern! (13.03.17)

 

Kinder wollen Verantwortung übernehmen. Sie wollen nicht nur helfen, sie wollen „selber machen“: sich selbst organisieren, Aufgaben nach ihren eigenen Vorstellungen erledigen, ohne dass ihnen ständig ein Erwachsener „wertvolle“ Tips gibt. Wir Großen haben durch unsere vielen Optimierungsprozesse von alltäglichen Arbeiten eine ganz genaue Vorstellung, wie man es gut und effizient erledigt. Kinder aber haben diese Erfahrungen noch nicht und wollen ihren eigenen Weg entdecken. Gemeinsam haben wir Aufgaben gesucht, welche die Kinder gerne übernehmen wollen. So entstanden mehrere Kümmer-Dienste: Holzlager auffüllen, den jüngeren Kindern beim Rucksack ein- und auspacken helfen, aufpassen, dass mit den Waldtieren gut umgegangen wird und Tische wischen. So entstand z.B. nach dem Vesper ein richtiges Putzspiel, bei dem die Tische in einer Waschanlage waren und am Ende waren sie wohl so sauber, wie schon lange nicht mehr. Die jüngeren Kinder, die sich für keine Aufgabe gemeldet hatten, sehen nun das Engagement der Älteren und eifern ihnen nach. So übernehmen zusehends auch die Kleinsten Aufgaben. Wenn wir nun das Holzlager in der Hütte füllen, muss ein Erwachsener oft nur noch Holz hacken, während die Kinder den Rest erledigen: sie bringen das Holz zum Hacken, holen es dann ab und reichen es einem Kind auf eine Leiter an einem Hüttenfenster hoch. Dieses reicht das Holz weiter an den, der drinnen dann alles sorgfältig aufeinander stapelt. Zwischendurch wechseln die Kinder ihre Posten, mal geht einer, mal kommt ein neuer hinzu. Alles ist im Fluss. Es ist kein Helfen mehr, sondern ein selbständiges Mitarbeiten. Was für eine wunderbare Form von Gemeinschaft! Wir merken, wie die Kinder sich nun auch langsam weitere Bereiche erobern. Einige passen mit auf, dass der Ofen brennen bleibt. Unser jüngstes Mädchen meinte demletzt auf meine Bemerkung, dass ich beim Feuer aufpasse: „Ich bin doch da, ich kann aufpassen“. Auch wenn man die Kinder manchmal aus Sicherheitsgründen bremsen muss, so ist es doch spannend mitzuerleben, wie sie sich aktiv in die Gemeinschaft mit einbringen.

Die große Verwandlung (06.03.17)
 

Am Rosenmontag war es soweit: ein Räuberjunge wurde vom Kindergarten- zum Schulkind verwandelt. Die freie aktive Schule in Tübingen hatte für ihn auch unterm Jahr einen Platz frei. Ganz aufgeregt war er an dem Tag schon. Vor der Feier gingen wir an den wunderschönen Aussichtspunkt auf dem Grafenberg. Für die Vorbereitungen zum Fest wollte das baldige Schulkind dann mit einer Erzieherin mit zurück zur Räuberhöhle gehen, während alle anderen noch am Platz blieben. Auf dem Weg zurück erzählte er viel davon, was er vermissen wird. „Das frische Grün und die Bäume“, er erzählte von den Tieren und von der Bewegungsfreiheit. Von den Stöcken und den vielen Pflanzen. Dass der Übergang zum Schulkind auch bedeutet loszulassen und mit vielen Ungewissheiten konfrontiert zu sein, war ihm schmerzlich bewusst. In der Räuberhöhle angekommen, entfachte er weitestgehend selbständig ein Feuer, auf dem später Würstchen erwärmt werden sollten. In unserem Sitzkreis stand seine wunderschöne, geflochtene Schultüte, die liebevoll mit Fröschen verziert war. Später versammelten wir uns dort und überreichten ihm ein Abschiedsgeschenk: ein Kerzenzieh-Set mit Bienenwachs. In seinem Portfolio schauten wir uns nochmal die Fotos aus seiner Anfangszeit an. Dann war der eigentliche Moment der Verwandlung gekommen: der Sprung vom Balkon. Unten hatte sich die Gruppe schon erwartungsvoll zusammengefunden und mit Hilfe von Erwachsenen wurde das Sprungtuch fest gehalten. Diese Ausnahmeregelung, vom Balkon springen zu dürfen, gibt es nur für die angehenden Schulkinder und ist bei den älteren Kindern der einprägsamste Teil des Rituals, von dem sie auch öfter reden, wenn ihre baldige Schulzeit zur Sprache kommt. Dann war es soweit: ein Sprung und – HURRA! Das frisch gebackene Schulkind ließ sich noch kurz im Tuch auf und ab hüpfen und dann ging's mit Schultüte, neuem Rucksack und der ganzen Kindergartengruppe zum Abschlussfoto schießen. Der Mittag klang bei Würstchen mit Brötchen und selbstgebackenen Keksen gemütlich aus. Der Abschied fiel uns nicht ganz so schwer, da er uns schon bald wieder in den Osterferien besuchen wird. So lange dauert das ja nicht mehr! Wir freuen uns auf dich 

Narri Narro auch bei uns im Wald! (27.02.17)

Drache, Hexe, Elefant – Fasching in der Räuberhöhle!

Glücklicherweise hatte sich der Sturm bis zum Freitag gelegt, so dass wir unsere Faschingsfeier im Wald machen konnten. Nur schade, dass nicht alle dabei sein konnten. Morgens halfen die ersten Kinder mit, Luftballons mit einer Pumpe aufzublasen. Eine bunte Luftballonkette hängten wir zwischen zwei Bäume. Im Morgenkreis banden wir uns dann Luftballons an die Beine und ein trubeliges Spiel begann: den Luftballon der anderen Spieler zum platzen bringen, ohne dass der eigene kaputt geht, verlangte einiges an Fußfertigkeit. Anschließend aßen wir uns am kunterbunten Faschingsbuffet satt, welches von den Eltern organisiert wurde. Weiter gings dann mit Wasserbomben-Spielen. Ja, auch bei kalten Wetter ist das möglich und ein heidenspaß für die Kinder. Schon lange haben sie sich das wieder gewünscht, nachdem wir auch an einem Geburtstag vergangenen Sommer welche da hatten. Die Kinder suchten sich zu Paaren zusammen und stellten sich mit einigem Abstand gegenüber. Einer der Paare hatte je eine Wasserbombe und auf Startsignal rollte er sie zu seinem Partner rüber. Gewinner war, wer seine Wasserbombe heil zu seinem Gegenüber rollen konnte. Bei einem anderen Spiel bildeten wir zwei Mannschaften, deren Aufgabe es war, möglichst viele Treffer an einem Baum zu landen. Und schließlich hatten die Kinder noch ihr Vergnügen daran, die restlichen Wasserbomben auf dem Boden zerplatzen zu lassen. Diese Aktion war das Highlight des Tages und ich ahne schon, dass der Wunsch nach Wasserbomben bei weiteren Festen und Geburtstagen auftauchen wird.

Schultüte und Luftballonrakete (20.02.17)
 

Dass im Winter ein Kind auf die Schule wechselt ist äußerst ungewöhnlich. Aber die freie aktive Schule in Tübingen hat einen Platz für einen unserer Räuber, den wir nun schon bald verabschieden. Seinen Wunsch, einen exklusiv-Tag mit Nanu, dem Therapiepferd einer Mitarbeiterin zu verbringen, konnten wir ihm bereits erfüllen. Vergangene Woche dann kam die zweite besondere Aktion: mit einer Kindergartenfreundin trafen wir uns bei einem großen Feld voll von rotem Hartriegel. Diesen sammelten wir, um daraus anschließend eine Schultüte zu flechten. Die Luft war klar, die Sonne schien und wir hatten gar keine Lust aufzuhören mit dem Sammeln. Es war schön zu sehen, wie die Morgensonne langsam den Frost von der Rinde des Hartriegels schmolz und dieser dann in leuchtendem Rubinrot erstrahlte. Im Wohnzimmer der Familie flochten wir daraus dann eine wunderschöne Schultüte. Die Kinder fertigten zur Verzierung Sachen aus Filz und drehten eine große Kordel zur Umwicklung des oberen Randes. Nun muss sie erstmal trocknen, bevor man die herausstehenden Äste abschneiden kann. Im Wald verbrachten wir einen wunderschön sonnigen Tag an einem idyllischen Waldplatz. Dort spannten wir eine Schnur zwischen zwei Bäume und ließen daran Luftballonraketen entlang sausen. Was für ein Spaß! Mit den Luftballons konnten wir später auch noch tolle Spiele spielen. Außerdem war es wieder warm genug für handschuhfreie Beschäftigungen wie Sägen und Schnitzen. In der Sonne an einen Baumstamm gelehnt sitzend, waren einige Kinder ganz versunken in die Bearbeitung ihrer Stöcke mit dem Messer. 

Die Räuber erkunden die Umgebung…(13.02.17)

Bei milden Temperaturen und Vogelgezwitscher zu Beginn der Woche war der Wunsch von uns Räubern, große und kleine, einen neuen unbe-kannten Weg auszuprobieren. Also packten wir gleich morgens den Bollerwagen mit allem, was wir an so einem Tag benötigen: Wasser, Seife, Wechsel¬¬kleidung und natürlich die Erste-Hilfe-Tasche. Vom Mönch-berger Sattel liefen wir den Höhenweg 5 (HW5) in Richtung Herrenberg. Die Erkundung dieses Weges brachte uns in große Abenteurer- und Entdeckerstimmung. Wir stellten uns z.B. vor, wie es zur Zeit der Dinosaurier wohl ausgesehen haben mag. Als wir vergnügt ein Stück gegangen waren, fanden wir einen wunderbaren Platz mit Tischen und Bänken zum Vespern. Was für eine eindrucksvolle Aussicht! Wir sahen Mönchberg und das restliche Tal unter uns – wie wunderbar.
Am Dienstag in der „Sonnenrunde“, unserer wöchentlichen Kinder-konferenz, war unser Ausflug vom Montag nochmals Thema. Die Kinder malten auf einem großen Blatt den Wanderweg, erzählten sich dabei, was sie alles erlebt und entdeckt hatten und markierten diese besonderen Stellen. Somit wurde der bei diesem Ausflug entstandene Wunsch, den HW5 einmal bis nach Herrenberg zu gehen, aufgegriffen und anschließend all ihre Ideen und Wünsche notiert. Dies wird nächste Woche den Eltern mitgeteilt und um ihre Mithilfe gebeten, damit wir zeitnah diese tolle HW5-Wanderung bis zum Wildgehege in Herrenberg durchführen können.

 

Willkommene Sonnenwärme (06.02.17)
 

Die Stimmung mutete fast schon frühlingshaft an, als wir vergangene Woche zum Grafenberg spazierten: das Zwitschern der Vögel in den Ohren, die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut. Bald schon zogen wir uns die Jacken, Mützen und Schals aus. Endlich konnten wir auch wieder draußen vespern und das mit der herrlichen Aussicht hinunter auf die vielen Dörfer, Felder und Wälder bis weit, weit hinten zum Horizont. Anschließend rutschten die Kinder ihren beliebten Erdhang hinunter und setzten gekonnt ihre Kraft und Geschicklichkeit ein um wieder hoch zu klettern. Besonders von den jüngeren Kindern waren wir schwer beeindruckt, mit welcher Souveränität sie sich inzwischen an diesem steilen Hang bewegen. Als scheint die erste Frühlingswärme nicht nur Kräfte in Pflanzen und Tieren zu wecken, sondern auch in ihnen Potenziale aufzutauen. So wie sie das starre Eis wieder in fließendes Wasser verwandelt hat. Das sah zu Anfang der Woche noch ganz anders aus. Die Räuberhöhle glich einer Schlittschuhbahn. Auf einem Ausflug zu den Ziegen von Herr Eipper schlitterten wir lachend nahezu ohne Wiederstand am Ziegengehege vorbei. Wieder hoch zu kommen war eine ganz schöne Herausforderung. Nahezu unmöglich, wenn am Rand nicht teilweise Bretter gelegen hätten. Das war ein Spaß! Als das ganze Eis dann taute, stand die Räuberhöhle stellenweise unter Wasser. Große Pfützen bereiteten den Kindern ein spritziges Plantschvergnügen. Mit Eimern, Töpfen und Schubkarren spielten die Kinder voller Enthusiasmus mit dem so sehr beliebten Element „Wasser“. An solchen Tagen brauchen die Kinder auch eine Garnitur Wechselkleidung, denn da blieb nicht jeder trocken. Aber die Freude an dem ausgelassenen Spiel war so groß, dass wir das Umziehen gerne in Kauf nahmen. Die Pfützen sind nun aber versickert, schön dass wir ihr Dasein voll auskosten konnten. 

Die Räuber auf Schatzsuche...(30.01.17)
 

Für seinen sechsten Geburtstag wünschte sich ein Junge eine Schatzsuche durch den Wald. Für den Schatz brachte jedes Kind Kleinigkeiten von daheim mit. Wir verstauten alles in einem goldenen Kistlein. Dieses versteckte eine Erzieherin im Wald und streute Sägespäne als Fährte aus. An diesem Tag hatte es morgens eisige -13°C. Wir machten uns schon bald auf die Suche. Eine knappe Stunde liefen wir kreuz und quer durch den Wald und buddelten hier, suchten dort – aber keine Spur von der Schatztruhe. Immerhin wurde uns von der Bewegung schön warm. Und endlich entdeckte das Geburtstagskind die Truhe zwischen Wurzeln gesteckt an einem Hang. Mit Hilfe zweier Freunde bargen sie den Schatz und in der warmen Hütte wurde dann alles gerecht verteilt. Vielleicht war diese Woche die letzte richtig kalte Winterwoche. Fast jeden Morgen gingen wir erstmal mindestens eine Stunde Poporutschen. Was für eine Gaudi das immer war! Auch toll waren die Spaziergänge zu zugefrorenen Tümpeln. Wir nahmen unsere Besen mit, fegten sie frei und schlitterten darauf herum. Nach unserem „Frühsport“ freuten wir uns dann so richtig aufs Vesper. Anschließend wurde in der warmen Hütte gemalt, gekuschelt, gewebt, Perlenketten aufgefädelt, Musik gemacht, Bücher gelesen, gebastelt, gefilzt, der Feuerholzvorrat aufgestockt u.v.m. Draußen sausten Kinder in einer schwarzen Wanne und auf Poporutschern die Sandgrube runter, balancierten über große Schneebälle, entdeckten Wildschweintrampelpfade und -Buddelplätze oder kochten überm Feuer. Vor kurzem hatten wir eine tolle Idee: um eine richtige Suppe zu machen, stellten wir den Topf mit gekochtem Gemüse auf einen Bollerwagen und ausgerüstet mit einem Pürierstab zogen wir zum Sportheim. Wie praktisch, dass dort gleich eine Steckdose hinter der Tür ist, so mussten wir nicht einmal den Topf aus dem Wagen lupfen. Am Freitag dann wurde es fast schon frühlingshaft. Die Sonne wärmte das erste Mal seit langem, so dass sich draußen eine gemütliche Vorleserunde versammelte.

Im Wald da ist was los... (23.01.17)
 

...und das nicht nur in der Räuberhöhle. Jetzt bei dem Schnee sehen wir, wie viele Tiere hier unterwegs sind. Wir entdecken Wildschwein- und Rehspuren und folgen einer Fuchsspur, welche einer Hasenspur folgt. Ob der Fuchs wohl den Hasen erwischt hat? Unterwegs trifft man dann auch mal auf die Hinterlassenschaften der Tiere oder entdeckt Plätze, an denen der Schnee weggebuddelt wurde. Ob hier ein Tier etwas zu fressen gefunden hat? Und sind die Fußspuren von einem Jäger, weil dort drüben ein Jägersitz steht? Hat er ein Tier erschossen? Fragen über Fragen ergeben sich auf der winterlichen Entdeckungstour. Auf unseren Spaziergängen durch den Wald ziehen sich die Kinder gegenseitig auf den beiden Schlitten, welche zwei Jungs mitgebracht haben. An unseren Bollerwagen haben wir Kufen gespannt, hinten kann sich je ein Kind auf eine Kufe stellen und sich ziehen lassen. Unterwegs stoßen wir auf ein Hindernis: ein kompletter Baum liegt quer über den Weg. Den hat bestimmt der letzte Sturm umgeknickt. Ein beeindruckendes Beispiel, welche Kräfte in der Natur wirken. In der Räuberhöhle fahren die Kinder ausdauernd mit Poporutschern, Schlitten und einer großen Wanne die Sandgrube runter. Die Hänge sind inzwischen so rutschig, dass es ganz schön schwierig ist, dort wieder hoch zu klettern. Als wir einen Geburtstag unter dem Motto „Feuerwehr“ feierten, ging es zum Lied „Feuerwehrmann Sam“ zu verschiedenen Einsätzen, u.a. auch in die Sandgrube. Ein in drei große Kugeln zerbrochener Schneemann lag dort unten. Als es hieß, dort wären drei Kinder verunglückt, machten sich die Feuerwehrleute daran, die „Schneekugelkinder“ auf einen Schlitten zu wuchten und aus der Sandgrube zu ziehen. Hui war das anstrengend. Aber alle waren voll im Einsatz und nach drei anstrengenden Fahrten waren die „Kinder“ gerettet. Später stiegen einige Feuerwehrleute noch die große Leiter bis zum Hüttendach hoch, um sich einen Eiszapfen zu holen. Und natürlich löschten wir noch ein echtes Feuer!

Wir bauen uns ein Iglu (16.01.17)

 

Anfangs war der Schnee noch zu pulvrig. Da waren wir mit den Poporutschern auf der Wiese, die Hügel hinuntersausen. Aber schon bald konnte man Schneebälle formen. Der Schnee klebte zusammen und da kamen wir auf die Idee, uns ein Iglu zu bauen. Ein großes, in das man auch rein konnte! Also fingen wir einfach mal an, einen großen Schneehaufen zusammen zu tragen. Das war schon ganz schön viel Arbeit und groß genug für ein Iglu wurde der Berg an diesem Tag noch nicht. Doch am nächsten Tag halfen dann so viele Kinder mit, dass sich der Schnee bald hoch genug angehäuft hatte. Jetzt konnte man anfangen, das Innere heraus zu schaufeln. Die Spannung wuchs und als es dann endlich fertig war wären wohl alle am liebsten gleichzeitig hinein gekrochen. Doch die Kinder nahmen aufeinander Rücksicht und sprachen sich in heller Aufregung ab wer nun mit wem rein durfte. Obwohl es recht eng war trauten sich manche auch zu dritt hinein, wobei der Vordermann dann meist den Eingang versperrte. Dann war es hinten richtig dunkel. Der Schnee ermöglichte es uns auch, eine Ahnung davon zu bekommen, wie belebt der Wald doch auch im Winter ist. Wir entdeckten jede Menge Tierspuren. Auch zu dem Platz, an welchem wir vor den Winterferien Futter für die Tiere ausgelegt hatten. Dort hatte Elli, unser Räuberhöhlenhund, auch schon ein paar Erdnüsse geknabbert. Als Tiger verfolgten wir die Spuren im Wald. Waren es Huf- oder Pfotenabdrucke? Wir stellten Vermutungen an, wer hier wohl entlang gelaufen sein könnte. Eines Tages Stand ein großer, bunter Schneemann in der Räuberhöhle. Wer hat den wohl gebaut? Tags zuvor war die Kleinkindgruppe, die „Waldmäuse“ mit ihren Mamas oder Papas da, da haben bestimmt ein paar Große fleißig mitgeholfen, die schweren Schneekugeln in Form zu bekommen. Das Ergebnis war beeindruckend und ein paar Kinder waren wohl inspiriert und bauten ihre eigene Schneefamilie.

Kalt und nass und trotzdem gute Laune! (09.01.17)
 

„Was macht ihr eigentlich im Wald bei dem Wetter?“ Seit über fünf Jahren begleitet mich diese Frage Jahr für Jahr. Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad der Räuberhöhle nimmt die Fragefrequenz auch stetig zu. Insbesondere die kalte Jahreszeit scheint so gar nicht vereinbar mit den Bedürfnissen nach ausgelassenem Spiel, Geborgenheit, Gemütlichkeit und Wohlbefinden, das jedes Kind hat. Für viele Erwachsene ist es schwer vorstellbar, wie der Tagesablauf im späten Herbst und Winter in einem Waldkindergarten aussehen kann. Grundsätzlich braucht man sich nur genug bewegen, dann ist es plötzlich gar nicht mehr so kalt. Ausgedehnte Spaziergänge und abenteuerliche Kletteraktionen an herausfordernden Hängen sind tolle Möglichkeiten, sich warm zu halten und ganz nebenbei seine motorischen Fähigkeiten auszubauen. Den Kindern wird es oft so warm, dass sie schon bald die ersten Kleidungsstücke ablegen wollen. Sind wir auf dem Gelände der Räuberhöhle, haben die Kinder grundsätzlich die Möglichkeit, in die beheizte Hütte zu gehen. Dann sind im Wechsel immer einige Kinder in der Kuschelecke, während andere am Tisch malen, basteln, musizieren, puzzeln oder Bücher anschauen. Aber meistens sind wir ja doch draußen und die Kinder haben eigentlich immer genug Ideen, was sie dort spielen wollen. Ob nun Goldgräber, Piraten oder Bauarbeiter, das geht sowohl im Sommer als auch im Winter. Beim Vesper suchen sich die Kinder selbst aus, ob sie drinnen oder draußen essen wollen. Meist gibt es ein paar Hartgesottene, die unter freiem Himmel essen. Gut, wenn man dann Vesperhandschuhe dabei hat. An Kochtagen machen wir dann auch gern unser Feuer draußen etwas früher an, damit man sich in gemütlicher Runde die Hände wärmen kann. Die wirkliche Herausforderung bei kaltem Wetter liegt eher auf der Seite der Erwachsenen, wenn immer wieder Hilfe beim An- und Ausziehen für die Kuscheleckenbesucher eingefordert wird. Ansonsten gestalten wir uns einfach schöne Tage, ob nun Frühling, Sommer, Herbst oder Winter!

 

Der Nikolaus besucht die Räuber! (06.12.2016)
 

„Wann kommt denn endlich der Nikolaus?“ fragt ein Junge bestimmt zum zehnten Mal ganz ungeduldig. Immer wieder stellt er sich an den Rand der Räuberhöhle und schaut gespannt den Weg entlang, denn daher kam auch letztes Mal der in auffällig weiß-rot-goldene Gewänder gekleidete Mann mit langem Bart und einem Bischofshut auf. Im Morgenkreis haben die Kinder bereits öfters von ihm gehört und über Bilder und Geschichten erfuhren sie, dass er Menschen in Not geholfen hat. Keiner weiß so genau wann und ob er kommen wird und da wir den Tag nicht nur mit Warten verbringen wollen basteln wir noch bunte Fensterbilder, gestalten unseren Adventsweg weiter und spielen noch eine Runde Fußball. Dann, endlich, erklingt von fern ein Glöckchen im Wald und wir sehen es schon rot durch die Bäume schimmern. Als Bischof Nikolaus die Räuberhöhle betritt ist er schnell von einer Traube Kinder umringt. Ein Mädchen schenkt ihm gleich einen Papierengel, welchen sie selbst daheim geschenkt bekommen hatte. Auch der Junge, der seine Ankunft kaum erwarten konnte, hat ein kleines Geschenk für ihn. Nachdem die erste begeisterte Begrüßung vorbei ist setzen wir uns alle gemeinsam im Kreis auf ein paar Baumstämme, während Nikolaus andächtig stehen bleibt. Er erzählt den Kindern von seiner bisherigen Reise, die Kinder lauschen gespannt. Ein Kind, das sich offensichtlich gut mit dem Brauch des Nikolaus auskennt erklärt ihm, dass heutzutage kein Kind mehr mit der Rute geschlagen werden darf. Das kann man sich bei diesem freundlichen Nikolaus auch gar nicht vorstellen, der den Kindern doch nur eine Freude machen möchte und auch bald anfängt, jedem Kind zu begegnen, es nach dem Namen fragt und ein kleines Päckchen überreicht. Bald sitzen die Kinder Mandarine schälend, Schokolädlein lutschend und Nüsse knabbernd da und alle scheinen äußerst zufrieden. Als sich Nikolaus verabschiedet, bedanken wir uns alle und wünschen ihm einen guten Heimweg. Bis nächstes Jahr!

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Adventszeit in der Räuberhöhle (05.12.16)
 

In der Adventszeit wird für Kinder vieles anschaulich und greifbar, was sonst oft abstrakt und in weiter Ferne scheint: Worte wie „Engel“, „Christkind“ oder „Heilig Abend“. Jetzt haben viele einen Adventskalender und wissen: erst wenn das letzte Türchen geöffnet ist kommt Heilig Abend. Vielleicht steht eine Krippe daheim und da liegt das Christkind drinnen und auf Weihnachtsmärkten stehen und hängen Engelfiguren. In der Räuberhöhle möchten wir den Kindern auch viel anschauliches bieten, um eine Auseinadersetzung mit der Bedeutung von Weihnachten zu ermöglichen und die Zeit des Wartens in überschaubare Einheiten zu gliedern. Neben dem traditionellen Adventskalender und den Adventskerzen haben wir uns dieses Jahr dafür entschieden, mit den Kindern einen Adventsweg zu gestalten. Nachdem die Kinder die Geschichte von Maria und Josef bis zur Geburt Jesu gehört hatten, gingen wir im Wald auf große Sammeltour: Zapfen, Moos, trockene Grashalme, Äste und jede Menge Tannenzweige, welche wir glücklicherweise auf dem Boden fanden, luden wir auf unseren Bollerwagen, bis dieser nicht mehr zu sehen war. In der Räuberhöhle bauten wir daraus den Stall. Jeden Tag legen wir nun mit Naturmaterialien ein Stückchen Weg aus, welcher Maria und Josef Stück für Stück näher zur Krippe führt. Lieder und Geschichten bieten Anlass zum Gespräch. Da kamen schon interessante Fragen und Überlegungen: „Leben Maria und Josef noch?“ kam als Frage auf. „Nein die sind tot aber sie leben in unserem Herzen.“ meinte ein Junge und legt dabei seine Hand aufs Herz. Das hat mich zum nachdenken gebracht: Was in unserem Herzen wohnt hat einen besonderen Platz. Ist es nicht ein schönes Ziel, die Adventszeit intensiv dazu zu nutzen, Herzen zu füllen? Auch das eigene. Inne halten und einen besonderen Platz für den Moment und unsere Mitmenschen bereit stellen. Dann lebt der Moment im Herzen weiter und kann dort wirken und Lebenskraft spenden. Advent bedeutet Ankunft. Und ankommen kann nur, was auch einen Platz findet.

Führerscheinprüfung im Wald (28.11.16)
 

Mit unserem Leiterwagen aus Holz kann man toll durch den Wald flitzen. Rasant fahren die Kinder übers Gelände, manchmal sitzen bis zu drei Personen drinnen, dann muss von hinten auch noch kräftig geschoben werden. Fährt man bei hohem Tempo über eine Wurzel kann es schon mal passieren, dass der Wagen kippt, man purzelt heraus und tut sich dabei vielleicht noch weh. Oder der Wagen geht kaputt und muss repariert werden. Manchmal wird man auch so schnell, dass das Bremsen schwer wird und ein anderes Kind angerempelt wird. Deshalb haben wir uns mal mit den Kindern zusammen gesetzt und überlegt, ob es Lösungen gibt, bei denen weniger Unfälle passieren. Wir entschieden uns für eine Fahrschule mit anschließendem Ausstellen eines Bollerwagenführerscheins. Nachdem die Regeln aufgestellt waren überlegten sich die älteren Kinder Zeichen dafür und malten diese als Verkehrsschilder auf: rote Runde Kreise mit jeweiligem Symbol für Verbote, rote Dreiecke mit Symbol für Achtungshinweise, ein Hinweis zu Haltestellenregeln und ein Parkplatzschild. Die Kinder suchten sich je einen passenden Baum auf dem Gelände, an dem wir die Schilder festbanden. Dann gings los zur Prüfung: in kleinen Gruppen von je drei Kindern fuhren die Kinder mit dem Wagen von Schild zu Schild und gemeinsam erarbeiteten wir die Bedeutung und stellten die Situationen anschaulich dar. Im zweiten Durchgang erklärten die Kinder ganz alleine die Schilder und teilten auch ihr Hintergrundwissen mit, welches sie im Laufe der Zeit zu Gefahren und Sicherheitsregeln im Umgang mit dem Bollerwagen kennen gelernt hatten. Ganz stolz waren sie dann, als der Führerschein gut sichtbar für alle an ihrem Rucksack befestigt wurde. Von den Kindern kamen auch gleich Signale, dass ihnen wichtig war zu zeigen, dass sie nun die Regeln kennen: immer wieder machten sie uns Erzieher darauf aufmerksam, dass sie nun um eine Wurzel herum gefahren sind oder dass sie warteten, bis jemand eingestiegen war bevor sie losfuhren.

Die Räuber gehen ins Köfferchentheater! (16.11.16)
 

Bereits Tradition hat unser spätherbstlicher Besuch im Herrenberger Köfferchentheater gemeinsam mit dem Schulkindergarten der Friedrich-Fröbel-Schule. Neu war diesmal, dass wir uns frühmorgens im Fröbel-Kindergarten gemeinsam trafen und dort auch noch nach einem gemeinsamen Morgenkreis vesperten. Letztes Jahr vesperten wir bei Regen unter einem Tarp auf dem Spielplatz bei der Stadtmauer. Auch dieses Jahr regnete es wieder ausgiebig und wir waren ausnahmsweise mal ganz froh über die trockenen und warmen Räumlichkeiten, so würden wir später nicht nass und matschig beim Theater ankommen. Wir hatten unseren Bollerwagen dabei, in den die ganzen Wechselkleider für den späteren Aufenthalt auf dem Spielplatz verstaut waren. So zogen wir gemeinsam los durch die Straßen zum Gebäude der Vhs. Alle Räuber hielten sich an einer Schlaufe des mitgebrachten Spaziergehseils fest und so verlief der Weg an Straßen und über Ampeln in sicherer Ordnung. Endlich angekommen, begrüßte uns Frau Kümmel vor dem kleinen Theaterraum. Die Kinder hatten zuvor das Buch zum Stück kennen gelernt :“Irgendwie Anders“. Ein kleines blaues Männchen, das doch einfach nur so gern bei den anderen mitspielen wollte und immer nur auf Abweisung traf findet einen Gleichgesinnten, der doch auch ganz anders ist als er selbst. Ein Stück über Toleranz und den Wert von Freundschaft. Die Kinder, aber auch wir Erwachsenen, sitzen die 45 Minuten gebannt auf unseren Plätzen. Wieder einmal schafft es Frau Kümmel, uns mit ihrer liebevollen, detailreichen Inszenierung in den Bann zu ziehen. Zum Schluss erhält noch jeder ein gemaltes Bild der zwei Freunde und wir verabschieden uns von ihnen. Den verbleibenden Kindergartentag verbringen wir spielend und vespernd auf dem Spielplatz.

Eine Zahnärztin besucht die Räuber (28.10.16)
 

Frau Gottschalk aus der Herrenberger Praxis Dr. Orban besuchte uns mit einer Assistentin in der Räuberhöhle. Auf unserem großen Eichentisch breitete sie ihre Instrumente aus und zeigte diese den ersten neugierigen Kindern. Ein dreijähriger Junge traute sich auch sogleich, sich alleine auf einen Stuhl zu setzen, machte den Mund weit auf und ließ sich voller Vertrauen die Zähne kontrollieren. Das machte auch einigen zunächst zurückhaltenden Kindern Mut und gleich fanden sich auch die nächsten Freiwilligen. Doch einigen Kindern fiel es deutlich schwerer, dieser ja doch noch recht fremden Person zu vertrauen. Gemeinsam mit einer Erzieherin überlegten sie, was ihnen Mut machen könnte und bald hatten sie eine Idee: Findus, der quirlige Kater von Pettersson soll mit! Der war bestimmt auch schon beim Zahnarzt, schließlich braucht er gesunde Zähne zum Mäuse fangen. Und tatsächlich: mit einem Buch von Findus trauten sich dann zwei weitere Jungen auf dem Schoß einer Erzieherin, sich die Zähne anschauen zu lassen. Und beide waren sich danach einig: es war ja garnicht schlimm. Später hörten die Kinder noch eine Geschichte von Streptos und Kokkos und erfuhren anhand eines Zahnmodells, wie man sich gründlich die Zähne putzen kann, damit sie gesund bleiben. Für ihren Besuch bedanken wir uns ganz herzlich!

 

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