Gartenbau

 

Das Bauen ist bei uns seit Monaten ein großes Thema. An manchen Tagen wird praktisch von morgens bis nachmittags durchgearbeitet. Diese Woche entstand aus dieser „Bauwut“ eine Idee, die uns sicher noch lange beschäftigen wird.

Fangen wir zunächst ganz von vorn an: Die größeren Räuber hatten seit Beginn der Woche an ihrem Haus gearbeitet. Durch das Anlehnen von Ästen und Stöcken an den  großen, abgesägten Baumstamm ist im Laufe der Zeit ein erstaunlich beständiger und stabiler Bau entstanden. Mittels eines eigens abgemischten „Betons“ aus Lehm, Erde, Sand und Wasser wurde das Dach eines Gebäudeteils vollständig abgedichtet. Ein anderer Gebäudeteil, der den Blick nach außen erlaubt, wurde angebaut. Mit ansteigender Größe des Bauvorhabens kamen immer neue Ideen hinzu.

„Können wir mal in unserem Haus schlafen?“ - Das Dach wurde aus diesem Grund besser abgedichtet, der Einbau eines Blitzableiters wurde erwogen. Für ganz dringende Fälle wurde eine Toilette eingeplant. Man könne sich ja auch eines Nachts gut getarnt im Haus mit Opas Kamera auf die Lauer legen, um Tiere zu fotografieren!

Durch den Bau eines Zaunes entstand dann die große Idee: „Das wird unser Garten!“, „Das ist auch ein Geschenk für euch, wenn wir schon in der Schule sind“ oder „Wir bauen eine Gärtnerei mit Verkaufsstand!“. Schließlich kamen Überlegungen dazu, welche Pflanzen in unserem schattigen Wald gedeihen würden.

Am nächsten Tag staunten wir nicht schlecht: Eine Familie hatte bereits Pflanzen dabei! Schnitttulpen, ein kleiner Nadelbaum im Töpfchen und jede Menge Wasser standen gleich morgens bereit. Im Laufe des Tages kamen noch einige der gerade blühenden Walderdbeeren, Spitzwegerich und Disteln („damit die Schmetterlinge zu uns kommen!“) dazu.

Die Gärtnergruppe hat jetzt sogar ein Projekt in die Wege geleitet! Ideen wurden gesammelt, der Tag wurde während des Vespers reflektiert und die nächsten Schritte wurden geplant. Wir sind sehr gespannt, was da noch auf uns zukommt.

Frühlingsfest
 

Am Montag herrschte in der Räuberhöhle rege Betriebsamkeit. Einige Räuber schoben und zerrten ein eigenartiges Gebilde über den Waldboden. Eigenartiges Gebilde? Für den externen Beobachter mag das so gewirkt haben, aber für die Räuber war das ganz klar eine „Müllabfuhrkehrmaschine“. Sie hatten dazu einfach zwei umgedrehte Schubkarren mit Seilen am Bollerwagen befestigt und zogen diese Konstruktion mit vereinten Kräften über den Waldboden. Die Maschine war zwar äußerst schwer zu bewegen, aber sie hatte eine Funktion, die sie auch sehr gut erfüllte: Den Boden von Blättern zu befreien. Auch wenn es einige Diskussionen unter der achtköpfigen Mannschaft gab, ging die Arbeit auch mithilfe von Schaufeln und Spaten gut voran.

„Bis morgen muss der ganze Platz sauber sein!“, hieß es aus den Reihen der Kinder. Tatsächlich war für den nächsten Tag ein besonderes Fest geplant: Das Frühlingsfest. Wir hatten in den vorherigen Tagen schon einiges für dieses Frühlingsfest vorbereitet: Eine Engelsverkleidung, Lieder und eine wunderschöne Klanggeschichte.

Das Frühlingsfest ist bei uns ein ganz besonderes Fest, bei dem wir das Wiedererwachen des Waldes feiern. Der Wald hat in den letzten Tagen und Wochen eine erstaunliche Verwandlung durchlaufen. Die Buchenblätter sind neu ausgetrieben. Wenn jetzt im Frühling die Sonne in diese frisch ausgetriebenen Blätter scheint, erstrahlt der Wald in einem unvorstellbar zauberhaften Grün. Dieses Grün sollte eigentlich eine weitere, wichtige Zutat unseres Frühlingsfestes werden.

Man kann sich aber im Wald das Wetter einfach nicht aussuchen und so ließ sich die Sonne am Dienstag leider nicht blicken. Die gute Laune mussten wir uns dafür einfach selber herbeisingen und herbeitanzen. Auch wenn wir unser leckeres Buffet unter dem aufgespannten Tarp zu uns nehmen mussten – Den Buchen hat der Regen sicherlich gut getan.

Eiersuche                                                                                                    

Am Dienstag durften wir Ostern nachfeiern. Die von den Kindern liebevoll geschmückten Ostereier wurden an kleinen Buchen vor der Hütte aufgehängt. Im Morgenkreis tanzten wir um diese herum, während wir ein Bewegungslied sangen. „Guten Morgen kleine Maus! Ist der Hase schon zu Haus?“, hieß es darin. Tatsächlich war der Osterhase in Wirklichkeit schon lange dagewesen und hatte unsere Osterkörbchen  im Wald versteckt. Es war gar nicht so einfach diese zu finden, denn durch die im Frühling neu erwachte Blätterpracht ist der Wald um einiges blickdichter geworden. In den Nestern befanden sich jeweils ein gebackener Osterhase, eine kleine Süßigkeit und das in der vorherigen Woche gefärbte, gekochte Ei sowie ein paar Muggelsteine. Vielen Dank für die selbstgebackenen Osterhäschen. Wir hatten beim Suchen einen riesengroßen Spaß und die essbaren Köstlichkeiten wurden teilweise an Ort und Stelle verputzt.

Im Freispiel ist bei uns gerade passend zu den sommerlichen Temperaturen Wasser sehr beliebt. Es wird viel mit Sand, Erde und eben mit Wasser experimentiert und so manches „Matschmonster“ reibt sich ganz bewusst Hände, Wangen und Nase mit Matsch ein. Am Donnerstag hatte ein Kind die Idee, sich selbst Wasser aus der Tonne zu schöpfen. Dazu wurde ein Seil an einen Eimer gebunden, der Eimer wurde herabgelassen und mit einem Stock unter Wasser gedrückt. Wenn man als Erwachsener nicht gleich eingreift, wird man oft von den kreativen Lösungen der Kinder überrascht. Stolz wurde für die Räuber auf diese Art und Weise Wasser geschöpft.

In dieser Woche haben wir außerdem an unseren Mokassins weitergearbeitet. Der Ehrgeiz, der die Kinder bei diesen schweren Lederarbeiten befällt, ist erstaunlich. Man braucht einiges an Kraft, Ausdauer und Fingerfertigkeit um Leder zu verarbeiten. Wenn die Arbeit dann geschafft ist, sind der Stolz und das Selbstbewusstsein riesengroß. Wer kann schon von sich behaupten, mit selbst gemachten Schuhen vom Kindergarten nach Hause gehen zu können? 

Frühlingsspaziergang

 

"Frühling lässt sein blaues Band, wieder flattern durch die Lüfte" heißt es im berühmten Gedicht von Eduard Mörike. Bei uns im Wald dürfen wir dieses immer stärker werdende "blaue Band" bereits mit allen Sinnen spüren. Diese Woche Montag war es deshalb höchste Zeit für unseren Frühlingsspaziergang. Mit den zuvor gebastelten "Frühlingsbimmlern" und mit Liedern und Gedichten wollten wir den Frühling endgültig wecken. Veilchen, Schlüsselblumen, Buschwindröschen, Huflattich, Löwenzahn und viele andere Blumen gehörten zu den Entdeckungen und wurden von uns durch bimmeln in ihrem Wachstum unterstützt. Es war eine Freude, überall die begeisterten Rufe der Kinder zu hören: "Hier ist noch was!", "Ich hab was gefunden!". Sehr erstaunt waren wir auch von Babybuchen und Babyeichen, die teilweise noch aus der Frucht keimten.

Auch die Ziegen in Mönchberg bekamen im Frühjahr neues Leben in Form von neugeborenen Zicklein. Der Besuch bei ihnen war der Höhepunkt unseres Spazierganges bevor wir, erschöpft aber glücklich, gerade noch rechtzeitig zur Abholzeit in die Räuberhöhle zurückkehrten. "Das ist so schön, das macht mich richtig glücklich!" war einer von vielen Ausrufen der Kinder.

 

Es ist kein Zufall, dass Ostern, das Fest der Wiederauferstehung im Frühling stattfindet! In dieser Woche durften wir die Ostergeschichte zu Ende hören. Für Kinder kein leichter Stoff! Die Kinder in unserer Geschichte fanden zunächst einen toten Vogel. Wir Räuber konnten uns gut damit identifizieren und brachten verschiedene Vorstellungen vom Tod ins Gespräch. Kommt man danach zu Jesus in den Himmel? Geht man über eine Regenbogenbrücke? Darf man sich nach dem Tod aussuchen, als welches Tier man wieder auf die Erde kommt?

Nach dieser Heranführung an das Thema Tod, waren wir dann bestens auf die, in den darauffolgenden Tagen folgende Geschichte von Jesu Tod und Auferstehung vorbereitet.

Wer ist Gott?

 

Diese Frage beschäftigte die Kinder am Donnerstag im Morgenkreis. Natürlich kommen da die unterschiedlichsten Antworten, schließlich hat jeder Räuber einen anderen Hintergrund und ein anderes Weltbild. "Gott ist die Liebe", sagt etwa ein Räuber und wer weiß? - vielleicht hat er dabei gar nicht so unrecht. Um Liebe, genauer gesagt Nächstenliebe und Glaube geht es in unserer Geschichte, die mit den Mitteln des Kamishibai-Theaters erzählt wird. Hierbei werden Bilder in einen Holzrahmen geschoben, die zur Unterstützung einer Geschichte dienen. In unserer Geschichte geht es um Pauli und Otto, zwei Kinder, aus deren Leben wir erfahren. Verknüpft wird das mit kleinen biblischen Geschichten, wie zum Beispiel der Geschichte vom blinden Bettler Bartimäus, der von Jesus geheilt wird. Die Kinder blicken gebannt auf die Bilder und lauschen der Geschichte. Schließlich stellen wir uns die Frage, wie es sich eigentlich anfühlt, blind zu sein. Dazu wird jeweils ein Kind, welches die Augen schließt, von einem anderen Kind um den Morgenkreis geführt. Gar nicht so einfach! Schließlich führt sogar eine Kollision mit dem Tisch fast zum vorzeitigen Abräumen des darauf stehenden Kamishibai-Theaters.

 

Die Geschichte von Pauli und Otto wird uns in den nächsten Wochen bis zum Osterfest begleiten. Dazu werden wir  kurze biblische Geschichten über Jesus hören. Die Kinder sollen den christlichen Hintergrund des Osterfestes verstehen und gleichzeitig etwas über Werte wie Nächstenliebe lernen. Das ist uns in der Räuberhöhle wichtig.

 

Wir beschäftigen uns nicht nur theoretisch mit dem Osterfest. Einige Dinge müssen auch ganz praktisch erledigt werden. Wir stellen eine Engelsverkleidung her, bepflanzen Osterschälchen mit Gras und so langsam müssten auch die Ostereier angemalt werden...

Zwei Räuber gehen auf große Reise
 

Wenn uns Räuber verlassen, dann ist das meist eine traurige und eine schöne Sache zugleich. Traurig, weil wir sie nicht mehr in unserer Mitte haben dürfen und schön, weil sie meist einen neuen, aufregenden Lebensabschnitt, wie etwa die Schulzeit beginnen. An diesem Freitag mussten wir gleich zwei Räuber verabschieden und natürlich fiel uns das sehr schwer! Andererseits freuen wir uns aber auch für die beiden, denn sie werden nun erst einmal mit dem Campingbus durch Europa touren und bestimmt so manche Abenteuer erleben. Wir hoffen auf Post und nach der Rückkehr vielleicht sogar auf einen Besuch!

Hygiene und Ordnung sind uns auch in der Räuberhöhle wichtig und hier sind alle Räuber gleichermaßen gefordert. Weil Aufräumen geübt werden muss und wir nicht möchten, dass immer nur wenige Räuber die Hauptlast dabei tragen, haben wir in dieser Woche anstelle des Abschlusskreises einen „Aufräumkreis“ eingeführt. Hier versuchen wir mittels kleiner Aufgaben in mehreren Aufräumrunden alle Räuber miteinzubeziehen. So werden z.B. in der ersten Runde die Kleidungsstücke und Spielsachen in die Rucksäcke geräumt. Im der nächsten Runde machen wir uns daran den Inhalt der Fächer auszuräumen um schließlich in der finalen Runde alle Werkzeuge und Spielsachen aus der Räuberhöhle wieder an ihren Platz zu bringen. Es versteht sich von selbst, dass dieser „Aufräumkreis“ nicht bei allen Räubern gleichermaßen beliebt ist.

Eine Zweite Sache, die auch mit Hygiene zu tun hat und die wir auch geübt haben, war in dieser Woche ungleich beliebter: Wir haben unsere Zahnputzwochen begonnen. Mit 23 Räubern gemeinsam Zähne zu putzen ist ein großer, manchmal etwas chaotischer Spaß. Kauflächen, Außen- und Innenflächen und schließlich sogar die Zunge müssen gründlich gereinigt werden und das erfordert ein nicht geringes Maß an Übung und motorischer Kompetenz. Wir geben uns aber die allergrößte Mühe, denn schließlich kommt bereits nächste Woche die Zahnärztin!

Eine Woche voller Programm und ein Eichhörnchenspielplatz

 

Geburtstage sind natürlich toll, es gibt Kuchen, einen besonderen Geburtstagsmorgenkreis, ein Thema oder eine Aktion, die sich das Geburtstagskind wünschen darf und nachts kommen sogar die Zwerge und legen dem Geburtstagskind einen besonders schönen Stein ins Zwergennest. In dieser Woche durften wir in der Räuberhöhle an drei Tagen ganze vier Geburtstage feiern! Außerdem stand endlich mal wieder der erste Ausflug bei Nanu, dem Pferd an.

 

Am Mittwoch war dann aber auch endlich wieder Zeit und Raum für das freie, kreative Spiel. Gerade an solchen Tagen geschehen in der Räuberhöhle oft ganz besondere Dinge. Mehrere Kinder versuchten etwa, ein schweres, extrem dickes Holzbrett, das ursprünglich einmal als Sitzgelegenheit gedient hatte, eine nicht unerhebliche Strecke durch die Räuberhöhle zu transportieren. Der Grund für diese Herkulesaufgabe? Für die immer wieder durch die Räuberhöhle huschenden Eichhörnchen sollte ein Spielplatz entstehen. Nagetiere brauchen schließlich auch einen Platz zum Spielen! Die Transportmethode wurde variiert. Zunächst versuchten die Kinder, das schwere Stück Holz anzuheben, was sich aber als unmöglich erwies. Dann wurde es immer auf einer Seite angehoben, um es über die kurze Seite zu Kippen, dann wurde über die lange Seite gekippt und schließlich befestigte man mehrere Seile am Brett, um es ziehend zum Bestimmungsort zu befördern. Wenn man sich als Erwachsener in solchen Situationen der Mithilfe verweigert und aus sicherer Entfernung beobachtet, sieht man hinterher den Stolz der Kinder, die das scheinbar unmögliche geschafft haben. Der Eichhörnchenspielplatz wurde übrigens ein voller Erfolg, auch wenn wir auf ihm noch keine kletternden balancierenden und rutschenden Tierchen gesehen haben. Die warten wahrscheinlich sowieso bis alle Räuber die Räuberhöhle verlassen haben, um sich ungestört auszutoben.

Keine-Lust-Tag
 

„Nö, ich hab keine Lust!“. Wer von uns hört diesen Satz schon gerne? Wie oft wollen wir aber genau das aussprechen? Im Waldkindergarten haben wir einen bestimmten Tagesablauf. Morgenkreis, Vesperzeit, Aufräumzeit und Abschlusskreis finden Tag für Tag statt und dazu kommen gelegentlich noch Aufgaben wie Abspülen, Tischdecken und viele mehr. Das ist eigentlich auch in Ordnung so, denn Kinder brauchen Wiederholungen und Strukturen, die ihnen Sicherheit geben. Allerdings können diese Zwänge manchmal auch ganz schön nerven. Die Räuber sind beispielsweise damit beschäftigt, ein Lager zu bauen, völlig in die Arbeit vertieft und unvermittelt werden sie durch die Glocke in den Morgenkreis gerufen. Das kann ganz schön stören!

Diese Woche Dienstag hörte man den oben beschriebenen Satz jedoch ständig und er war auch völlig angebracht, denn es war „Keine Lust Tag“. Niemand musste in den Morgenkreis oder in den Abschlusskreis, die Vesperzeit war völlig frei und kein Räuber wurde zu irgendetwas gezwungen. Vor einiger Zeit haben wir „Keine Lust Tage“  ins Leben gerufen und die Kinder lieben sie. Mit der Zeit sind aus praktischen Erwägungen zwei Ausnahmen hinzugekommen: Aufräumen und Trinken.

Am Dienstag konnten sich die Kinder etwa selbst ein Spiel für den Morgenkreis aussuchen und bei der anschließenden „Bärenjagd“ waren auch fast alle dabei. Andere Kinder konnten von morgens bis nachmittags ein Lager bauen, ganz ohne störende Unterbrechungen und gevespert wurde an Ort und Stelle. Die ganz große Rebellion blieb also aus und es war ein harmonischer, entspannter Tag.

Was war sonst noch so diese Woche? Wir konnten beispielsweise Utes vollständige Sammlung an Steinzeitgegenständen bewundern. Warme Kleidung, eine selbstgefilzte Decke und verschiedene Flaschen und Behälter aus Naturmaterialien waren darunter. Außerdem stellen wir jetzt nicht nur Ledertaschen, sondern auch Mokassins aus Leder her und was gibt es besseres, als selbsthergestellte Schuhe zu besitzen?

Wochenbericht Fasching

 

Wenn man im Waldkindergarten von Löwen und Leoparden angebrüllt, von Hexen und Zauberern verzaubert, von Gespenstern erschreckt und von Bienen gestochen wird, weiß man, dass bei den Räubern Fasching ist. Viele Fantasievolle Wesen bevölkerten am Rosenmontag die Räuberhöhle. Der Tag begann sonnig und schön, beim "Fliegerlied" und bei "Oma hüpf mal" konnte man Quatsch machen und sich austoben.

Das leckere Faschingsbuffet war schon aufgebaut, dann zog der Himmel zu und die einsetzenden heftigen Windböen zwangen uns zum Aufbruch in Richtung Sportheim. Auch wenn wir uns das Faschingsfest bestimmt ein bisschen gemütlicher vorgestellt hatten und wir in der Hektik sogar vergessen haben ein Gruppenbild zu machen, wurde das Buffet natürlich wieder aufgebaut, die Räuber spielten Faschingsumzug und es wurde noch ein ganz schönes Faschingsfest.

 

Am Dienstag war der Schornsteinfeger da, und weil bei unserem Kamin alles in Ordnung war, war er leider auch schnell wieder weg. Interessant war es trotzdem.

 

Am Donnerstag wurden wir kreativ und malten Bilder mit Kohlestücken. Nachdem Joshua angefangen hatte Drachen zu malen, wurde aus dem Malen auf einmal ein Drachen basteln. Mit Eifer bastelten viele Kinder kleine Papierdrachen und rannten damit durch die Räuberhöhle. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass Kinder mit ihren Ideen die anderen Kinder anstecken und mitreißen können, sodass ein Tag ganz anders werden kann als ursprünglich geplant.

 

Möhren sind wirklich ein leckeres Gemüse. Das finden auch die Räuber und so gibt es bei uns seit Wochen zu unserem Mittwochsessen immer Möhren Beilage. Niemand kam bisher auf die Idee, sich etwas anderes zu wünschen und so sammelten wir diese Woche in der Sonnenrunde Ideen für andere Gemüsesorten. Beinahe alle Kinder waren aber dafür, dass es weiterhin Möhren geben soll, allerdings zusammen mit einer anderen Gemüsesorte.

Sonnenrunde
 

 „Ich find meine Handschuhe und meine Stulpen nicht mehr!“ - „Wo könnten sie den sein?“ - „Ich weiß es nicht.“ - „Dann suchen wir sie.“ - „Nein du sollst sie suchen!“. Was sich vielleicht nach einer alltäglichen Situation beim Abholen aus dem Kindergarten anhört, war ein Gespräch zwischen Hase und Elefant in unserer Sonnenrunde. Diese Sonnenrunde fand, wie in den meisten Wochen donnerstags statt. Hier erarbeiten wir gemeinsam Lösungen für Probleme die im Kindergartenalltag entstehen. In der Sonnenrunde wird zuerst eine Beschwerde durch Hase und Elefant veranschaulicht, dann bringen alle Räuber Lösungsvorschläge ein, wodurch wir zusammen auf ein Ergebnis kommen. Anschließend reflektieren wir, inwiefern die gemeinsam erarbeitete Lösung im Kindergartenalltag unser ursprüngliches Problem gelöst hat.

Jetzt beginnt die Zeit,  in der die Räuber mit dicker Winterkleidung in die Räuberhöhle kommen und sich mit steigender Temperatur im Tagesverlauf „schälen“. In letzter Zeit führte dies dazu, dass die Kleidungssituation doch recht unübersichtlich und so manche Abholzeit unnötig stressig wurde. Eine Mutter hatte sich nun zu Recht genau darüber beschwert und so hatten wir in unserer Sonnenrunde ein Thema zu besprechen.

Hase und Igel, die als Veranschaulichung des Problems dienten, ließen sich von den Kindern helfen, sodass die verlorenen Handschuhe und Stulpen in einem Suchspiel schnell gefunden wurden. Der Spaß an diesem Spiel führte nun dazu, dass manche Kinder vorschlugen, dass man seine Handschuhe ja jeden Tag verstecken und von den anderen suchen lassen könnte. Letztendlich ging es dann aber nur noch um die Frage, ob man nur seine eigene Kleidung oder auch die der anderen suchen sollte. Letztendlich einigten wir uns auf ersteres, weil jeder nun mal am besten weiß, wo er seine  Sachen gelassen hat. In der Reflexion haben wir in den letzten zwei Tagen festgestellt, dass unser Lösung sehr gut umgesetzt wurde und wir hoffen, dass es so manche Eltern in der Abholzeit nun etwas einfacher haben.

Was war sonst in dieser Woche wichtig? Zuallererst natürlich unsere Schulpraktikantin Antonia, der wir von ganzem Herzen danken, dass sie sich so schön eingebracht hat. Sie hatte sogar ihre Bassklarinette dabei und hat für und mit uns musiziert. Vielen Dank dafür!

Der Wald als Raum unendlicher Möglichkeiten

 

In dieser Woche haben wir gleich an mehreren Tagen mit Montessori-Material gearbeitet. Bei warmem und trockenem Wetter konnten wir verschiedene Stationen aufbauen, an denen die Kinder ungestört arbeiten konnten. An einer Station konnte man etwa mit Einsatzzylindern arbeiten die  kurz, lang, breit, dünn, klein oder groß waren. Woanders konnte man Zahlen und Ziffern mit Perlenmaterial und Ziffernkärtchen legen und an einer anderen Station konnte man wiederum verschiedene geometrische Formen legen.

 

Am Donnerstag hatten wir Gelegenheit, im Morgenkreis ein riesengroßes, schwarzes hummelartiges Insekt betrachten. Vielleicht handelte es sich bei diesem um eine Holzbiene. Es bewegte sich sehr schwerfällig und machte keine Anstalten, uns zu verlassen, aber nach einigen Stunden in der wärmenden Sonne breitete es seine Flügel aus und flog davon.

 

Die Natur liefert uns so immer wieder Material, das uns zum Beobachten, Lernen und Fantasieren anregt. Ein sonderbar geformter Ast kann im Spiel unendliche, ständig wechselnde Funktionen innehaben. Er kann einmal eine Motorsäge sein, später ein Bohrer und schließlich ein Schläger für eine Trommel, indem man mit ihm auf einem größeren Holzstück herumschlägt. Später wird der selbe Ast zum elementaren Bauteil einer Falle, mit der man Diebe fängt.

 

Gleichzeitig bietet uns die der Wald einen einzigartigen Raum. Wir können diesen als Gruppe etwa bei Ausflügen beliebig erweitern. Bei Regen gibt es Pfützen, aus denen wir kleine Bachläufe und Pfützen graben können. Im Sonnenschein können wir uns auf dem Waldboden ausbreiten und etwa wie oben beschrieben mit Montessori-Material arbeiten. Im Herbst können wir Blätterhaufen bauen und im Winter Poporutscher fahren. Wie man sieht, bietet uns der Wald als Raum unendliche Möglichkeiten, die manchmal von der Jahreszeit, meist aber nur von unserer eigenen Fantasie eingegrenzt werden.

Erste Frühlingsstrahlen

 

Ein wunderschöner Aspekt des Waldkindergartens ist, dass wir die Veränderungen im jahreszeitlichen Ablauf mit allen Sinnen erfahren. Man spürt zwar einerseits die Kälte und muss lernen damit umzugehen. Andererseits erlebt man aber auch die wärmenden Sonnenstrahlen, man hört den Gesang der Vögel und sieht die ersten Insekten wieder herumschwirren. Beim Kräftemessen zwischen Winter und Frühling gewinnt letzterer einfach immer wieder die Oberhand. Wir können  öfter draußen essen und unsere Morgenkreise machen im Freien einfach wieder mehr Spaß, weil man trotz morgendlicher Frische die Wärme der Sonne genießen kann und beim Singen und Spielen das herrliche Platzangebot, dass uns der Wald bietet, voll auskosten kann.

 

In den letzten Wochen wurden wir von einigen Krankheitswellen heimgesucht. Da war die ganz normale winterliche Erkältungs- und Grippewelle, die zum temporären Ausfall einzelner Räuber geführt hat, zu der sich noch eine Windpockenepidemie hinzugesellte. Anfang dieser Woche haben wir nun endlich eine Art "Windpocken-Ade-Party" mit mitgebrachtem Smartiekuchen feiern dürfen! Auch wenn sich tags darauf leider herausstellte, dass diese leider etwas verfrüht war, freuen wir uns darauf, bald wieder alle Räuber bei uns zu haben und so gemeinsam die schöne Zeit des allmählichen Wiedererwachens der Natur zu erleben.

 

Diese Woche war das Thema Bauen und Planen von Baustellen bei uns in der Räuberhöhle sehr wichtig. Es wurde gemeinsam gebuddelt, Absperrungen wurden aufgebaut und wir konnten tatsächlich dank des warmen, trockenen Wetters unsere Werkbank abdecken und nutzen. Es ist wunderschön, die Kinder beim Feilen, Sägen und Bohren mit voller Konzentration zu erleben. Man braucht ganz schön viel Geduld, um ein Rundholz von Hand durchzubohren. Ist man dann aber durch, vergisst man jedoch, dass man eben noch beinahe aufhören wollte und macht sich an das nächste Loch.

Was ist ein guter Chef? (20.01.2019)

 

„Hey, ich habe eine Idee!“ - mitten im Fußballspiel hält ein Junge inne und teilt seinen Freunden mit, wofür er sich plötzlich begeistert: „Wir bauen eine Burg mit Burggraben.“. Und schon holen sich alle Schaufeln, Spaten und Eimer und legen los. Immer mehr Kinder kommen dazu und bringen sich mit ein. Der Initiator und nun auch Baustellenleiter zeigt hier seine Fähigkeiten, als Chef ein produktives Arbeitsklima zu unterstützen. Er benennt Aufgaben und lässt diejenigen gehen, die sich dazu berufen fühlen. Es scheint keine Kommandos zu geben, vielmehr eine Offenheit für das Einbringen jedes Einzelnen. Doch das ohne den eigenen Plan aus dem Blick zu verlieren. Mit einem Freund malt er seine Vorstellungen eines Turms und einer Brücke auf ein Blatt und stellt diesen den Mitarbeitern vor. Daraufhin kommt ein Kind mit einem sehr großen Brett, welches es als Brück über den Graben legen möchte. Der Chef erklärt ihm, dass dieses Brett zu groß sei und dass aber bestimmt noch eine Verwendung dafür gefunden wird. Er zeigt ihm, wie er sich die Brücke vorstellt, seine Idee wird gleich umgesetzt. Immer wieder läuft er über die Baustelle, schaut sich die Aktivitäten und Fortschritte an, murmelt vor sich hin „Ah, jetzt weiß ich wozu wir das Brett brauchen können.“ oder „Mhm, 500 l Wasser, das ist gut.“. Planen, checken, umsetzen, andere mit einbinden, niemanden ausschließen. Ich melde ihm zurück, wie positiv ich sein Chef-sein wahrnehme indem ich z.B. anspreche, wie gerne doch alle auf seiner Baustelle mitarbeiten und wie gut es allen dabei geht. Daraufhin erinnern er und sein Freund sich an einen ehemaligen Räuber, bei welchem sie sich oft unwohl gefühlt haben, als dieser Chef war und betonen noch, dass es jetzt hier nicht so ist. Seine Freunde und Mitarbeiter haben sich schon sehr auf den nächsten Tag gefreut um ihr Projekt weiter zu führen, doch leider wurde ihr Chef dann krank und sehnlichst vermisst. Allen war schnell klar: die Baustelle leiten, das kann nur er!

Ein schneereicher Start ins Jahr 2019 (13.01.19)

 

Nach zwei Wochen Pause und hoffentlich erholsamen Feiertagen sind wir Räuber erfolgreich ins Jahr 2019 gestartet.

Der Schnee tauchte unsere Räuberhöhle in der zweiten Wochenhälfte in zauberhaftes Weiß. Während sich so manche Eltern Sorgen machen mussten, wie sie den steilen Weg zu uns hinauf meistern sollten, freuten sich große und kleine Räuber am wunderschönen Winterwetter.

Es ist erstaunlich, wie sehr der Schnee den Wald verändert. Der Boden bekommt eine ganz neue Beschaffenheit, das Gehen fällt schwerer und man muss achtsam sein, um nicht etwa über eine unter den Schneemassen verborgene Wurzel zu stolpern. Tierfährten werden sichtbar und laden zum Erkunden und Erforschen ein. Wo war in der Nacht ein Fuchs, ein Reh oder ein Vogel unterwegs? Was unterscheidet die Spur eines Fuchses von der eines Hundes?

Unser Tagesablauf wurde maßgeblich vom Schnee diktiert: Poporutschen, Schneefrau bauen, Poprutschen, zwischendurch eine kleine Schneeballschlacht und anschließend wieder Poporutschen. Irgendwann meldete sich dann der Hunger und die Kälte, die Handschuhe und Mützen waren nass und so bot sich unsere kleine, behagliche Hütte mit ihrem Ofen zur Verschnaufpause an. Am Freitag gab es hier zur Stärkung sogar leckeren selbstgekochten Milchreis mit heißen Kirschen! Gestärkt und aufgewärmt ging es dann wieder raus in den Schnee und während sich manche wieder ans Poporutschen machten, suchten andere nach Tierspuren. Der Schnee bietet sich auch wunderbar als Material zum plastischen Arbeiten an. Einige Kinder backten etwa Schneekuchen aus Schnee, Sand und Matsch.

Wir wünschen allen einen schönen und erfolgreichen Start ins neue Jahr und sind gespannt, was dieses Jahr für uns Räuber noch alles bereithalten wird. Eines ist auf jeden Fall sicher: es wird ein spannendes Jahr werden! Einige Kinder werden in die Schule kommen und neue Räuber werden zu uns stoßen. Wir haben viel vor und freuen uns auf alle Herausforderungen, die uns erwarten.

Weihnachtsvorbereitungen (23.12.2019)

 

 

Jeder weiß, dass die angeblich besinnliche Adventszeit meist für einen vollen Terminkalender sorgt.

 

Auch wir in der Räuberhöhle hatten einiges mit den Weihnachtsvorbereitungen zu tun. Ein wichtiger Teil dieser Vorbereitungen war zweifellos unsere Wichtelwerkstatt, in der sich jedes Kind aus einer Vielzahl an Ideen ein Geschenk aussuchen durfte, dass es für seine Eltern basteln durfte.

 

Am Dienstag kam ein echter Pfarrer zu Besuch. Das ist, anders als von manchen Räubern vermutet, keiner der Auto fährt, sondern jemand der Geschichten aus der Bibel erzählt. Uns hat er auch auf wunderschöne und anschauliche Art die Weihnachtsgeschichte erzählt. Anschließend durften sich sogar einige Kinder segnen lassen.

 

Donnerstags gingen wir gemeinsam in die Kirche in Mönchberg. Nachdem wir den Vormittag im Gemeindehaus verbringen durften, was für uns Räuber auch schon einzigartig ist, liefen wir gemeinsam zur Kirche hoch. Hier nahm uns Corinna, unsere Führerin, in Empfang. Die Kinder durften mittels Bildkarten verschiedene Teile der Kirche finden und Corinna erzählte uns anschließend die Funktion derselben. Es war erstaunlich wie gespannt die Kinder zuhörten und Corinna wich auch schwierigen Fragen wie "Warum ist der Jesus da ans Kreuz genagelt?" nicht aus.

 

Den Abschluss der Adventszeit bildete dann am Freitag die Weihnachtsfeier, die trotz nasskaltem Wetter gelungen ist. Besonders gut hat uns das gemeinsame Legen eines Weihnachtssterns aus Hafer und Körnern für die Tiere gefallen. Mit gemeinsamem Essen, Reden und Bescherung durften wir dieser ereignisreichen Woche einen krönenden Abschluss setzen.

 

Dass dieser Advent für uns Räuber trotz gelegentlichem Stress zu einer interessanten und besinnlichen Zeit geworden ist, liegt nicht zuletzt an den unzähligen Eltern, die mit uns Adventskränze gebastelt, Lebkuchen verziert, uns etwas über das Pfarrersein und die Weihnachtsgeschichte erzählt haben und vieles mehr. Dafür sind wir Räuber euch von Herzen dankbar!


Nikolaus! (06.12.2018)

 

Am Nikolaustag bot sich Kindern und Erwachsenen in der Räuberhöhle gleich morgens ein außergewöhnliches Bild: Auf einem festlichen Tisch konnte man kostbare Gewänder, einen samtroten Mantel, eine Mitra, einen Bischofsstab, kostbaren Schmuck und einen prall gefüllten Sack sehen. Natürlich war allen gleich bewusst, wem diese besonderen Gegenständen gehörten: dem heiligen Nikolaus!

In diesem Jahr sollte jedes Kind die Gelegenheit bekommen, selbst in die Rolle des St. Nikolaus zu schlüpfen und für die perfekte Verwandlung war einiges an Vorarbeit notwendig. Mit liebevoller Genauigkeit stellte Ute mit den Kindern einen goldenen Bischofsstab her. Es wurde gesägt, geschnitzt und bemalt. Die rote Bischofsmütze wurde ebenfalls mit den Kindern hergestellt und eine Mutter nähte einen wunderschönen, samtweichen Umhang.

Unter den ältesten Kindern wurde ein Kind ausgelost, welches als Nikolaus die Geschenke verteilen durfte. Doch auch die anderen "großen" bekamen ihre Aufgaben als Gehilfen beim Anziehen und verteilen.

Während wir zusammen Weihnachtslieder sangen, verwandelte sich einer von uns in den Bischof Nikolaus. Eine Atmosphäre aus Spannung und Vorfreude lag in der Luft und in den Gesichtern aller Beteiligten konnte man sehen, dass sie ihre Rolle sehr ernst nahmen.

"Boah, das sieht Wunderschön aus!" - "Das sieht aus wie der echte Nikolaus" - "Ich erkenn ihn fast nícht mehr!". Die Kinder waren überwältigt von der Verwandlung die sich vor ihren Augen abgespielt hatte. Gemeinsam machten wir die Augen zu und lauschten den Glocken, mit denen die Helfer unseren Nikolaus begleiteten. Dankend nahmen die Kinder die Geschenke entgegen und wenn gedankt wurde, so hörte man "Danke Nikolaus!".

Der Andrang am Verwandlungstisch war den ganzen Tag über und auch am Freitag riesengroß und man konnte sehr gut beobachten, mit welcher Ernsthaftigkeit und Genauigkeit die Kinder in diese Rolle schlüpften. Eine schöne Möglichkeit, Selbstwirksamkeit zu erfahren!

Adventskranzbinden (02.12.18)

 

Ein Berg voller Tannengrün liegt auf unserem großen Eichentisch. Daneben stehen noch allerlei Tuben, Kisten und Döschen mit verschiedenen Materialien. Die Mutter eines Räubermädchens hat all dies mitgebracht und bastelt heute mit den Kindern einen Adventskranz für den Kindergarten. Das Material lädt zum Entdecken ein: wir finden Gold- und Kupferfarbe, rote Beeren, getrocknete Orangenscheiben, Zimtstangen und Anissterne, Bienenwachskerzen und einen runden Kranz aus fest gebundenem Heu. Mit unseren Sinnen machen wir uns auf Entdeckungstour. Wir knabbern ein wenig an den Zimtstangen und schnuppern am weihnachtlichen Duft. Wir bestaunen die glitzernden Farben und spüren die nadeligen Tannenzweige. Schon bald sitzt eine Gruppe von Kindern mit Pinseln am Tisch und bemalt die zuvor gesammelten Zapfen und Nüsse. Kleine Zweige für den Kranz werden abgeschnitten und Zimtstangen auf Draht gefädelt. Nebenbei entsteht in einer kleineren Arbeitsgemeinschaft noch Bischoffsstab für St. Nikolaus, in welchen sich die Kinder dieses Jahr selbst verwandeln dürfen. Den spiralig auslaufenden Teil haben wir bereits zuvor aus Holz gesägt, nun feilten die Kinder ihn glatt, malten ihn golden an und schnitzten die Rinde vom Haselstecken. Edel soll er aussehen und mit einem Hauch von Glitzerstaub gelingt es auch vollends. Ein bunter Basteltag neigt sich den Ende zu und wir freuen uns sehr darüber, dass wir dieses Jahr einen so schönen Adventskranz in der Räuberhöhle haben dürfen, welcher uns in diesem Monat durch die besinnliche Zeit begleiten wird und freuen uns schon darauf, die erste Kerze anzünden zu dürfen. Eine weitere Besonderheit ist unser Socken-Adventskalender. Kunterbunt hängt dieser einmal längs durch die Hütte über unseren Köpfen. Jeder hat seine eigene, in welche ein Wichtelgeschenk gesteckt wurde. Lieber Advent, du kannst kommen!

Kindergartenalltag im November (26.11.18)

 

So langsam neigt sich der goldene Herbst seinem Ende zu und wir erleben in der Räuberhöhle typisches nasskaltes Novemberwetter mit morgendlichen Temperaturen rund um den Gefrierpunkt. Das bringt natürlich einige Veränderungen mit sich. Der Wald als Raum erfordert von uns Flexibilität, denn auf Wetter und Temperaturen haben wir keinen Einfluss. Dafür können wir jedoch unsere Kleidung anpassen und unseren Tag auf das Wetter einstellen. Bewegungsspiele bringen unseren Kreislauf in Schwung. Viele Ladungen warmer Kleidung und eine wohlig warme Hütte sorgen dafür, dass wir für unseren Kindergartentag weiter in Schutz und Geborgenheit leben können. In unserer kleinen Hütte ist es dank Ofen wohlig warm und dank einer beherzten Aussortier- und Ausräumaktion finden wir hier auch alle Platz zum Essen, Aufwärmen und Aufhängen der Kleidung. Gleichzeitig haben wir unsere Kuschelecke wieder in Betrieb genommen. Natürlich stößt diese nun bei vielen Kindern auf großen Anklang, denn sie wird ihrem Namen durchaus gerecht. Die Kinder können hier spielen, kuscheln oder auch an geleiteten Angeboten teilnehmen. In dieser Woche haben wir beispielsweise mit Hilfe großer Bildkarten ein wunderschönes Erzähltheater zum heiligen Martin miteinander erlebt. Anschließend gab es die Möglichkeit, die Geschichte in der Kuschelecke mit passenden großen Figuren nachzuspielen.

Viele Räuber lassen sich jedoch von den niedrigen Temperaturen nicht beirren und so wird die Spielzeit im Freien, wenn überhaupt, bei so Manchem nur durch kurze Aufwärmepisoden in der Hütte unterbrochen. Beim Rein- und Rausgehen müssen dabei viele Ladungen Kleidung an- und ausgezogen werden. Das erfordert zwar viel Geduld von allen Beteiligten, sorgt aber auch dafür, dass viele kleine Lernmöglichkeiten geschaffen werden können. Schließlich können sich auch die Kinder gegenseitig beim Garderobenwechsel unterstützen.

Musikantengeburtstag (18.11.2018)
 

Am Donnerstag ging es in der Räuberhöhle mal wieder hoch her. Ein Kind hatte sich einen Musikantengeburtstag gewünscht, für den unter anderem eine Bühne gebaut werden sollte. Die Räuber schritten also gleich nach dem Morgenkreis zur Tat. Eine Stange zwischen zwei Bäumen diente als Aufhängung für den Vorhang. Der Boden wurde von Blättern befreit. Bretter und Schwarten wurden mit dem Bollerwagen herangekarrt und als Holzboden ausgelegt. Es entstand die geniale Idee, dass ein paar besonders dicker Holzschwarten als Lautsprecher dienen sollte. Natürlich war klar, dass für diese Boxen auch eine Energiequelle her musste. Dafür haben die Kinder bei unserem Spielmaterial große leere Wasserbehälter, die von Wasserspendern stammen, gefunden und als „Gasflaschen“ mittels Seilen mit den Boxen verbunden. Wenn man nicht an das Stromnetz angebunden ist, müssen eben kreative Lösungen her.

Gleichzeitig wurde fleißig geübt. Ute hatte eine Veeh-Harfe mitgebracht. Das ist ein tischharfenähnliches Zupfinstrument, mit dem man dank einer speziellen Notenschrift ohne Vorkenntnisse - und mit ein wenig Anleitung von Ute - ganze Musikstücke spielen kann. Die Notenpunkte befinden sich direkt unter den zu zupfenden Saiten und sind mit einer Linie verbunden. Mit ein wenig Übung wurden die Kinder zu wahren Meistern dieses Instruments.

Unterdessen schritt der Bühnenbau voran. Spätestens mit dem Aufbau der Zuschauerränge wurde auch den Bühnentechnikern bewusst, dass dieser kein Selbstzweck ist: „Ja, wir können für die Eltern eine richtige Vorstellung machen“ – „Oh Ja, wie eine Richtige Band!“. Die begeisterten Kinder holten sich sofort Trommeln und Rasseln und so begann die Generalprobe.

Es wurde gesungen, getrommelt und getanzt. Als die Ersten Eltern kamen, musste aus Zeitgründen bereits mit der Vorstellung begonnen werden. Einige Kinder trauten sich sogar eine Solovorstellung auf der Veeh-Harfe zu! Ein wirklich gelungener Musikantengeburtstag!

Laternenumzug durch den Wald (09.11.2018)

 

"Der Wald steht schwarz und schweiget", heißt es in einem alten und bekannten Lied. Am Freitagabend konnte man im Schönbuch Ersteres auf jeden Fall erleben, Zweiteres aber eher nicht. Was war der Grund für diese abendliche Ruhestörung? Die Räuber machen den Schönbuch doch nur tagsüber unsicher? Diese und ähnliche Fragen mögen Ihnen nun durch den Kopf gehen, aber die Antwort ist ganz einfach: unser alljährlicher Laternenlauf fand wieder einmal statt.

Dieses Fest ist zweifelsohne eines der schönsten im Kindergartenjahr. Abends im Wald zu sein ist schon an und für sich eine besondere Erfahrung. Nimmt man dann noch eine atemberaubende Aussicht, einen pittoresken Sonnenuntergang, ein wunderschönes Lichtermeer und stimmungsvolle Lieder dazu, bekommt man die Zutaten für einen einzigartigen und unvergesslichen Abend.

Nach unserem Laternenumzug über den Grafenberg hatten wir noch viel Zeit für ein gemütliches Zusammensein mit warmen Getränken und einem leckeren Buffet.

Natürlich haben wir auch das Lied gesungen, welches die oben zitierte Liedzeile enthält. Können sie erraten um welches Lied es sich handelt? 

Die Apfelschälschneideentkernmaschine (04.11.2018)

 

Wir Räuber genießen die Lebensmittel, die uns der Herbst in Hülle und Fülle schenkt und so landen Äpfel, Birnen, Nüsse und viele andere Leckereien in den Vesperboxen von Kindern und ErzieherInnen. Dem Einen oder Anderen mag der Apfel vielleicht schon etwas langweilig erscheinen und so entschieden wir uns, diese billige, gesunde und leckere Frucht einmal in einer anderen Form zu genießen. Kurzerhand wurde ein faszinierendes Gerät ausgeliehen, das die Äpfel in einem Durchgang schält, entkernt und in eine feine Spirale schneidet. Fasziniert versuchten unsere kleinen und großen Forscher hinter die Funktionsweise dieser Maschine zu kommen. Da gab es Hebel und Schrauben, drei Spieße die den Apfel hielten und ein langes Gewinde mit einer Kurbel am Ende. Den Apfel einfach auf die Spieße zu stecken half nicht viel, da kam er nicht an den Schäler ran. Aber wie bekam man die Spieße vor den Schäler? Gemeinsam entdeckten wir das Gerät und freuten uns, als der erste Apfel geschält und in Spiralen geschnitten herauskam. Es ist wirklich erstaunlich, wie anders ein Apfel in dieser neuen Form schmecken kann, denn das Auge isst bekanntlich mit. Auch die sonst oft verschmähten Apfelschale, die als lange Girlande vorlag, wurde genüsslich verspeist. Die Kinder gaben dann ihr Wissen über die Maschine an das nächste Kind weiter. In der Räuberhöhle legen wir großen Wert auf lebenspraktische Aufgaben, welche die Kinder selbst bewältigen können. Dazu gehört z.B. das Tischdecken beim gemeinsamen Essen oder das Schneiden von Obst und Gemüse. Außerdem gehört im Wald das ganzheitliche Lernen mit allen Sinnen einfach dazu. Wenn wir eine manuelle Maschine wie ein manuelles Handrührgerät ohne Motor oder wie in diesem Fall eben eine "Apfelschälschneideentkernmaschine" nutzen können, fasziniert das die Kinder, denn im Unterschied zu vielen modernen Geräten können sie hier noch selbst die Funktionsweise beobachten und verstehen.

Besuch von Waldarbeitern (28.10.2018)
 

Auch an der Räuberhöhle ist dieses sehr regenarme Jahr nicht spurlos vorübergegangen. Auf der einen Seite konnten wir den wunderschönen goldenen Oktober in vollen Zügen genießen, aber auf der anderen Seite haben die Bäume unter der extremen Trockenheit gelitten.

Wie gut, dass wir einen Baumpfleger haben, der regelmäßig den Baumbestand in der RH kontrolliert und Äste entfernt, die gefährlich werden könnten. Am Donnerstag konnten wir ihn und sein Team mal wieder gebannt bei der Arbeit beobachten. Die Arbeitsgeräte wie Motorsägen, Seile und Schleudern machten auf uns einen großen Eindruck und boten den Kindern eine Inspirationsquelle für ihr Spiel. Es wurde gesägt, geklettert und gearbeitet, Totholz wurde aus den Bäumen befreit und aus vielen Mündern hörte man die Motorsägen heulen. Einigen Kindern genügte es auch völlig, einfach nur den Experten bei ihrer spannenden Arbeit zuzusehen.

So manchem wurde es jedoch schon beim Zusehen schwindelig. Ein Kind meinte beispielsweise: „Also Baumpfleger werde ich später bestimmt nicht, das ist mir viel zu hoch!“ wobei ihm viele Kinder zustimmten. Die Arbeiter in schwindelerregenden Höhen wurden bald mit Ninjas verglichen, denn sie schossen sich ihre Kletterseile selbst mit Schleudern in die Baumkronen. Im Nu waren sie dann ganz oben angelangt, wo sie sich geschickt und scheinbar mühelos bewegten.

Besonders gefreut haben wir uns, dass wir zu einem Besuch auf ihrer Arbeitsstelle eingeladen wurden. Diese Einladung nahmen wir natürlich mit Begeisterung an und die Kinder freuen sich schon, bald die verschiedenen Arbeitsgeräte zu sehen und etwas mehr über die spannende Arbeit zu erfahren.

Ein Besuch von Experten, wie zum Beispiel Waldarbeitern oder Förstern ist für uns immer eine unglaubliche Bereicherung. Ganz abgesehen davon, dass sie in diesem Fall für uns eine essentiell wichtige Arbeit leisten, können sie uns Wissen über unsere Lebenswelt liefern und uns auf neue Ideen bringen, die wir in unserem Alltag gerne aufgreifen.

Arbeiten mit Leder (22.10.2018)

 

Die Herbstzeit bietet viele Anlässe zum Sammeln: da gibt es die leckeren Haselnüsse, welche mit Steinen geknackt frisch verzehrt werden können. Oder die Bucheckern, Eicheln und ihre Hütchen, Kastanien, Zapfen oder bunte Blätter: überall liegen schöne oder leckere Kleinigkeiten herum, welche einige Kinder mit Vorliebe sammeln. Manchmal reichen dafür die Hosentaschen aus, doch sobald über diese eine Matschhose gestreift ist, kommt man schon nicht mehr ran. Ein Umhängetäschchen wäre da viel geschickter. So basteln sich die Kinder ihre eigenen Taschen aus quadratischen Lederstücken. Dazu schneiden sie sich zunächst mehrere dünne Streifen ab. Nun werden mit Hilfe einer Lochzange entlang der Seiten mehrere Löcher hinein gestanzt. Anschließend brauchen die Kinder beim weiteren Arbeiten einiges an Ausdauer und Konzentration, wenn sie die zuvor geschnittenen Lederbändel durch die Löcher ziehen und damit die zusammengeklappten Taschenhälften fest miteinander verbinden. „Da muss ich genau schauen. Das braucht viel Kraft in den Fingern!“ bemerkt ein fünfjähriger Junge, der sehr konzentriert auf seine entstehende Tasche schaut. Er möchte unbedingt heute fertig werden und lernt, seinen Ärger und Frust als Signal wahr zu nehmen, dass ihm eine Pause zum Kräfte sammeln gut tut. Freudig kommt er später zurück, um an seinem Werk weiter zu arbeiten. Voller Stolz ann er auch zur Aufräumzeit sein noch nicht beendetes Werk für den folgenden Tag zusammen packen. „Puh, heute habe ich aber viel gearbeitet!“. In der Räuberhöhle ermutigen wir die Kinder, auch anstrengende Arbeiten selbst durchzuführen. Manches wird dann auch nicht gleich an einem Tag fertig. Neben der Ausdauer und der Motivation sich auch anzustrengen, lernen sie auch ihre Grenzen wahr zu nehmen und entsprechend Pausen einzuplanen oder zu akzeptieren, dass sie für manche Dinge einfach noch ein bisschen älter, stärker oder größer werden müssen. Diese Selbsteinschätzung ist wichtig um auch die Erfolge gebührend feiern und daran wachsen zu können.

Die Räuber machen Apfelsaft! (15.10.2018)

 

Es ist ein windiger und kühler Morgen, als sich die Räuber auf einer Streuobstwiese treffen um gemeinsam Apfelsaft zu machen. Eine große Obstpresse steht auf der Wiese, die Kinder schauen sie sich genau an und sind schon ganz neugierig darauf zu sehen und auszuprobieren, wie die Gerätschaft funktioniert. Zunächst heißt es aber erstmal: sammeln, waschen und vierteln. Mit Unterstützung einiger Eltern sind die verschiedenen Stationen gut betreut und so werkeln wir fleißig, bis die erste Portion Äpfel bereit zum häxeln ist. Zwei Kinder tragen den Häxelaufsatz zur Presse, wo er befestigt wird. Dann stützen sie sich rechts und links davon auf die Holzhalterungen, damit die Presse auch feste steht, während einer vorne am Rad dreht, welches die Häxelmesser bewegt. Schon beginnen die ersten Tropfen in den Auffangbehälter zu fließen. Dann wechseln wir den Aufsatz, denn nun muss gepresst werden. Die Kinder drehen die Presse so feste sie können, dann hilft noch ein Erwachsener nach. Mit Hilfe eines Hebels kann dann wieder ein Kind weiter arbeiten, während unten der goldgelbe frische Saft herausläuft und wir uns alle auf die erste Verkostung freuen. Herrlich frisch schmeckt er und am liebsten hätten wir noch viel mehr davon getrunken, aber wir wollen ja auch unsere mitgebrachten Flaschen auffüllen. Ununterbrochen ist die Presse den Tag über im Einsatz, fleißige Helfer befüllen sie immer wieder neu und jeder der seine Flasche auffüllen möchte presst seinen Saft gemeinsam mit einem Freund und füllt ihn dann ab. Ein tolles Erlebnis, bei dem wirklich alle Sinne angesprochen werden und das uns auch noch ein so leckeres Ergebnis liefert! Und obwohl wir gesammelt, geschnippelt und gepresst haben wie die Weltmeister, hingen am Ende immer noch Unmengen an knackigen roten Äpfeln im Baum, erstaunlich was für einen Überfluss die Natur bietet!

Der Herbst ist da! (01.10.2018)

 

Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang schwenkt die Temperatur gen Null, plötzlich muss man morgens die Scheiben am Auto kratzen, einige holen bereits ihre Winterstiefel heraus, Schal, Mütze und Handschuhe gehören nun mit zur Waldausstattung. Auch ein warmer Tee und Essen in einer Thermobox wärmt uns von innen. Auch den Ofen heizen wir nun wieder an, nachdem er lange Zeit hat ruhen dürfen. Im Morgenkreis singen wir endlich mal wieder eines unserer absolut liebsten Warmmachlieder, bei dem wir uns in verschiedene Tiere verwandeln und fauchend, zwitschernd oder wiehernd durch den Wald hüpfen, rennen oder fliegen. An einem wunderschön sonnigen Tag hatten wir auf einem Ausflug zu unserem Therapiepferd Nanu die Gelegenheit, ausgiebigst Haselnüsse zu knacken. Wir sammelten die unzählig herumliegenden Nüsse des Baumhasels auf und knackten sie mit Steinen. Die ganze Gruppe war eifrig dabei und die Schalenhaufen wuchsen und wuchsen, als ob eine Meute hungriger Eichhörnchen dort gewesen wäre. Selbstgesammelt und -geknackt schmeckt es doch am besten! An unserer Werkbank bastelten wir diese Woche einen Indianer aus Holz, den wir einer Kollegin zu ihrem Abschied überreichen werden, die leider aus Krankheitsgründen bereits seit langer Zeit ausgefallen ist. Dazu wurde gesägt, gehämmert, geklebt und gemalt und schließlich war ein ganz putziger bunter Indianer entstanden, der an die bunte Zeit im Wald bei Räubers erinnert. Der Abschied ist zwar traurig, bringt aber auch eine erfrischende Neuigkeit mit sich: ab dem 8. Oktober begrüßen wir dann unseren neuen Räuber-Kollegen, auf den sich einige Kinder schon sehr drauf freuen, denn bereits an seinem Hospitationstag konnte er die kleinen Räuber mit seiner offenen und freundlichen Art überzeugen.

 

Projekt Gewaltfreie Kommunikation (GfK) (24.10.2018)

 

Am Montag Morgen erwartet uns ein Überraschungsgast: eine kleine Babygiraffe hat sich verirrt und ihre Mutter verloren. Sie lugt noch ganz schüchtern hinter einer Erzieherin hervor und kann noch nicht sprechen. Die Kleine erobert schnell die Herzen der Kinder und im Verlauf der Woche lernen wir uns alle einander besser kennen und die kleine Giraffe findet auch ein paar Freunde. Mit ihr erfahren die Kinder spielerisch von den vier Gesprächssäulen der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Diese Art der Kommunikation unterstützt eine positive Beziehung zwischen den Gesprächspartnern, gerade auch dann, wenn sich Konflikte anbahnen oder bereits ausgebrochen sind. In der ersten Einheit geht es um die Beobachtung, um das Beschreiben von dem, was man wirklich sehen kann. Symbolisch fotografieren wir unseren Sitznachbarn und beschreiben was wir an ihm erkennen. So stellen wir uns der Giraffe vor. In weiteren Einheiten gehen wir auf Gefühle und Bedürfnisse ein und verfassen dann in Briefform eine konkrete Bitte an die Wilhelma, denn wir wünschen uns sehr, dass die Giraffenmama zu ihrem Baby kommt. Am nächsten Tag dann die erhoffte Antwort: die Giraffenmama will kommen und zum Abschlusskreis ist es dann auch so weit! Die Wiedersehensfreude zwischen den Beiden ist groß und wir freuen uns mit ihnen! Die Giraffenmama drückt sich im Sinne der GfK aus und unterstützt ihre Äußerungen mit den für die Kinder eingeführten Symbolkarten für Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte. Die Kinder laden sie ein, bis zu den Weihnachtsferien zu bleiben, was sie gerne annimmt und anbietet, den Kindern in Konfliktsituationen zu helfen, wie sie es bereits im Zoo bei den Tieren schon gerne gemacht hat. Dazu überreicht sie zwei Geschenke: einen giraffenfarbenen Redestab und Giraffenohren. Sie demonstriert ihren Gebrauch an einer Geschichte über zwei Nashörner im Zoo, denen sie helfen konnte. Wir richten den Giraffen einen Platz ein und freuen uns darüber, dass sie noch eine ganze Weile bei uns bleiben werden.

Zurück aus dem Urlaub (17.09.2018)

 

Man spürt es inzwischen, dass sich der Herbst in kleinen, leisen Schritten nähert: morgens ist es dunkler und kühler geworden, gegen Mittag ziehen wir alle unsere Jacken und Pullis aus. Immer wieder raschelt und klappert es in den Wipfeln, wenn Eicheln und Bucheckern von den Bäumen fallen und durch dichtes Blatt- und Astwerk zu Boden fallen. Die ersten Pilze sprießen auf unserem Gelände. Wir finden einen großen Parasol, einen Steinpilz, einige Bovisten und weitere uns unbekannte Pilze. Ein paar Kinder holten sogleich das Bestimmungsbuch.

Eine weitere sehr schöne Entdeckung war ein in sattem Grün wachsendes Herz aus Weizengras. Dieses hatten wir vor den Sommerferien aus Körnerresten ausgesät und konnten es nun in von Tautropfen schimmernder Pracht bestaunen. Ganz weich und kühl fühlt es sich an, wenn man mit seiner Hand hindurch streicht. Wir begrüßen den Tag mit einem alten Morgenlied der Cherokee Indianer. Dazu wird getrommelt und mit bunten Bändern getanzt. Die Leichtigkeit des Sommers ist noch zu spüren und sie gilt es, noch voll auszuschöpfen. Die trockenen Tage nutzen wir auch, uns die neuen Büchereibücher anzuschauen. Eine Picknickdecke lädt zum gemütlichen sitzen oder liegen ein. Da kann man sich auch ganz gemütlich an die vorlesende Erzieherin kuscheln und in Wimmelbüchern an eigene Geschichten anknüpfen. Mit Blick auf den nahenden Herbst beginnen wir auch, Umhängetaschen aus Leder zu fertigen, damit die herbstlichen Entdeckungen auf Spaziergängen auch eingesammelt werden können. Beliebt sind z.B. die kleinen Bucheckern, von denen wir bereits die ersten naschen konnten. Und endlich hat es auch mal wieder etwas geregnet. So konnten die Kinder auch wieder leichter die sandige Erde mit Schaufeln und Spaten bearbeiten. Einige fleißige Arbeiter nahmen sich sogleich einiger Löcher in der Räuberhöhle an und schütteten sie mit Erde auf. „Jetzt muss man sie nur noch verdichten!“ weiß ein fünfjähriger Junge. Ja, zu Arbeiten gibt es hier immer genug, zur Freude aller Kinder, die auch gerne tatkräftig anpacken.

 

Aktuelles

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