Das Geheimnis des Lineals

03.02.2023

 

Es ist Morgenkreis. Die Kinder schauen zu, wie ein Erzieher die Tischdecke lüftet und ein Lineal zum Vorschein kommt. Dieses wird etwa zur Hälfte überstehend an die Tischkante gelegt. „Wer traut sich, da drauf zu hauen?“. Beinahe alle Hände gehen nach oben. Ein Räuber darf es zuerst probieren. Das Lineal fliegt im hohen Bogen davon. Nun wird eine Zeitungsdoppelseite darüber gelegt und er darf es noch einmal probieren – und noch einmal. Alle schauen verdutzt zu, denn das Lineal bleibt einfach liegen. Das nächste Kind ist dran. Es haut wiederholt zu, aber das Lineal ist nur mit viel Kraft herunterzubekommen. So kommen der Reihe nach alle Räuber nach vorne und probieren das Lineal herunterzuhauen. Bald beugen sich die ersten Kinder vor und überprüfen den Tisch. Andere heben die Zeitung hoch und vergewissern sich, dass hier kein falsches Spiel gespielt wird. „Da sind unsichtbare Saugnäpfe!“, oder „Da sind keine Magnete unter dem Tisch!“ sind einige Aussagen, die dem Geheimnis des störrischen Lineals auf die Spur kommen sollen. Die Kinder diskutieren zusammen, stellen Vermutungen auf und stellen Fragen. Einige Vermutungen, wie jene mit den Saugnäpfen kommen der Wahrheit etwas näher, aber niemand kommt wirklich darauf.

Später kommen wir noch einmal in einer Kleingruppe zusammen, um dem Geheimnis gemeinsam auf die Spur zu kommen. Falls Ihr selbst Kinder in der Räuberhöhle habt, bitte ich Euch, hier nicht mehr weiterzulesen! Die Kinder bekommen jeweils eine Zeitungsseite, dann Plastiktüten, ganze Werbebroschüren und schwereres Papier vor die Brust und dürfen gemeinsam losrennen. „Das ist der Luftdruck!“ - Ein Räuber kommt schließlich auf die richtige Fährte.

Wir machen weitere Experimente, mit denen die Kinder den Luftdruck auf verschiedene Arten spüren und hören können.

Als wir zurückkommen, werden wir von den übrigen Räubern mit Fragen gelöchert. Wir verraten natürlich nichts und freuen uns, den Räubergehirnen beim Arbeiten zuzusehen.

Bratäpfel  27.01.2023

 

„Kinder, kommt und ratet, / was im Ofen bratet! / Hört wie‘s knallt und zischt. / Bald wird er aufgetischt, / der Zipfel, der Zapfel, / der Kipfel, der Kapfel, / der gelbrote Apfel.“

Am Mittwoch hörten wir es im Topf wirklich zischen, blubbern und brutzeln.

 

 

 

 

Die Räuber waren vorher fleißig gewesen, hatten Marzipan und Butter kleingeschnitten, mit Honig und Walnüssen vermengt und sich dabei angeregt darüber unterhalten, wie das wohl später schmecken würde. Natürlich musste dann auch etwas von der entstandenen Masse probiert werden. „Oh, wie lecker!“. Ob das Gericht hinterher auch so gut schmecken würde? Einige Räuber waren sich nicht so sicher und wollten lieber nichts essen, während sich die meisten anderen schon auf die fertigen Äpfel freuten.

Bis dahin war aber noch viel zu tun. Die Kerngehäuse mussten schließlich aus den Äpfel raus und die leckere Füllmasse in sie hinein. Ersteres wurde mithilfe eines Apfelentkerners gemacht. Für die meisten von uns war das ein unbekanntes Werkzeug und sein Einsatz erforderte große Anstrengungen. Wir blieben aber dran und schließlich waren die leckeren Früchte präpariert und brutzelten so vor sich hin. Manche Räuber lauschten tatsächlich gemeinsam den Geräuschen und rätselten über deren Ursprung.

Im Abschlusskreis hörten wir dann das anfangs zitierte Gedicht und bei den meisten war die Vorfreude groß. Tatsächlich war es dann auch unglaublich lecker. Wir staunten, wie weich und cremig der Apfel und auch die Füllung beim Schmoren geworden waren.

Am Ende traute sich dann selbst manch skeptische Räuberin, etwas zu probieren und es war mal wieder schön zu sehen, wie Kinder sich auch mal auf etwas Neues einlassen können, an dem sie selbst mitgearbeitet haben.

Was war in dieser Woche noch wichtig? Matsch, Sand und Schnee. Eiszapfen. Sinnesangebote in der Hütte. Eis, auf dem man selbst auf dem Hosenboden oder dem Bauch rutschen konnte und gemütliches Buchlesen in der Wärme.

Poprutschen und Wald erkunden

20.01.2023

 

Es gibt wohl kaum etwas besseres, als morgens früh aus dem Fenster zu schauen und Bäume, Wiesen und Straßen verschneit vorzufinden. Diese Woche Mittwoch war es endlich mal wieder so weit!

 

 

 

 

An so einem Tag gilt der erste prüfende Blick in der Räuberhöhle unserem kleinen Abhang hinab in die Sandgrube. Gibt es genug Schnee zum „Poporutscher“ fahren?

Ist dem, wie in dieser Woche so, dann gibt es für die meisten Räuber kein Halten mehr.

Meist gehen wir dann nach dem Morgenkreis auch noch zum großen Hang hinter dem Sportplatz, wo man mit Poporutschern und Bobs noch mehr Spaß haben kann. Manche Kinder kugeln sich auch einfach so herunter, bauen einen Schneemann oder fangen eine Schneeballschlacht mit einer Erzieherin an.

Vom ständigen Hochlaufen und Runterrutschen ausgepowert geht es dann mit etwas Verspätung in die Schutzhütte zum Aufwärmen und Essen. An solchen Tagen ist der Bewegungsdrang dann meist befriedigt und der Hunger groß, sodass es merkwürdig still in der Hütte ist.

Dann geht es wieder raus ins Schneegestöber.

Natürlich sind wir in dieser Woche aber nicht nur Poprutscher gefahren. Wir haben auch fleißig mit Matsch gekocht, Fallen gebaut und Affenfange gespielt, nur um einige Beispiele zu nennen.

Auch an unserem Adventsstern, den wir im Dezember mit Tierfutter ausgelegt hatten, hat sich einiges getan. Mit den Tierspuren im Schnee lässt sich das nun wunderbar nachvollziehen.

Außerdem haben wir in diesen Tagen den Entschluss gefasst, unsere nähere Umgebung wieder besser zu erkunden. Wir sind also einfach mal so mit dem Bollerwagen losgezogen, mal rechts und ein anderes mal links abgebogen und haben prompt einen Ort gefunden, an dem man richtig gut spielen konnte. Dieser Ort bekam aufgrund seiner besonderen Topographie gleich den Namen „Wellenplatz“ und wurde auf Wunsch der Kinder auch schon ein zweites Mal aufgesucht. Bestimmt lässt sich bei uns im Wald noch so manches schöne Örtchen entdecken!

Keine Wochenerichte auf Grund einer langen Krankheitszeit unserer Erzieher 

Novemberwetter    25.11.2022

 

„Regentropfen tropfen - poch, poch, poch“. Wir sitzen unter dem Tarp und singen dieses kleine Lied. Bei jedem „poch, poch, poch“, „im-mer-noch“, „ach, ach, ach“ und „auf das Dach“ wird drei mal auf den Tisch geklopft. Das ist gar nicht so einfach, denn das Stück ist im viervierteltakt und es  muss folglich für ein Viertel pausiert werden.

 

„Kamishibai unter dem Tarp“

 

 

Trotzdem singen und klopfen viele Räuber mit. Die übrigen Kinder lauschen. Fast im Einklang heißt es dann immer wieder „nochmal“, sobald das Lied verstummt ist.

Die Regentropfen tropfen tatsächlich ziemlich laut auf unser Dach, denn jetzt ist richtiges Novemberwetter. Das heißt Bewegung und Wärmequellen schaffen. Es bestimmt auch unsere Angebote und unseren pädagogischen Alltag mit. Der Wald ist hier einfach auch ein „Erzieher“ und verlangt von uns Flexibilität und Anpassung.

Jetzt essen wir auch manchmal in unserer Schutzhütte. Da ist es schön warm und wir müssen uns unserer vielen Kleidungsschichten entledigen. Das ist neu für viele von uns und dauert erst mal ein bisschen. Fingerspitzengefühl, Geduld und Feinmotorik werden uns beim Umziehen abverlangt. Bis zum Ende des Winters werden unsere Umziehzeiten bestimmt immer kürzer und unsere Selbstständigkeit immer größer.

Ende November bedeutet aber auch Anfang der Adventszeit. Der Adventsweg ist schon gebaut und muss nur noch, Abteil für Abteil, dekoriert werden. Unsere schön geschmückten Adventssocken hängen in der Hütte. Jeden Morgen gehen einige von uns wieder hinein und kontrollieren, ob diese schon gefüllt sind. Nächste Woche geht es endlich los!

Auch sonst ist einiges los in der Räuberhöhle. Straßenbau und Eisenbahnen sind zum Beispiel immer noch hoch im Kurs. Da gibt es Weichen, Schranken, Prellblöcke, Bahnhöfe und Haltestellen. Das mag dem gemeinen Spaziergänger im Vorbeilaufen nicht auffallen, aber unsere Fantasie ist grenzenlos.

Baumstümpfe ziehen  18.11.2022

 

 

„Wenn der frische Herbstwind weht, geh´ich auf die Felder, schicke meinen Drachen hoch über alle Wälder.“ Diese Woche brachte der Herbstwind hunderte bunte Blätter zum Tanzen. Bald wird der Wald kahl sein, aber noch erstrahlt er in seiner herbstlichen Farbenpracht.

Nach den nächtlichen Regengüssen, konnten wir am Freitag endlich auch die ersten tiefen Pfützen in der Räuberhöhle finden. Während einige Räuberinnen vergnügt durch sie hindurch hüpften, waren andere mit Schaufeln am Werk. „Wir bauen einen Teich für die Frösche und Molche.“ Meinte einer der Arbeiter. Amphibien haben wir in der Räuberhöhle in letzter Zeit keine gesehen. Die Räuber hielt das aber nicht von ihrem Vorhaben ab.

Mit was für einer Willenskraft Kinder ausgestattet sind, hat man dann später auch andernorts sehen können. Ein Räuber hatte entdeckt, dass sich der alte Baumstumpf neben unserer Lagerhütte leicht bewegen ließ. „Der wackelt!“ schrie er gleich und machte so auf sich aufmerksam. Es wurde mit Schaufeln versucht, den Strunk herauszuhebeln und mit Händen, Füßen und dem gesamten Körpergewicht einiger Räuber daran gewackelt.

Unter lauten Jubelrufen konnte man beobachten, wie der Baumstumpf sich nach geraumer Zeit zur Seite legte und völlig entwurzelt da lag.

Eilig wurde der Bollerwagen geholt und das schwere Holzstück darauf gehievt. Vor unserem Holzlager wurde die schwere Last vorsichtig ausgekippt. Was sollte nun mit der wertvollen Fracht geschehen? Während einige Kinder sie wieder einpflanzen wollten, beabsichtigten andere damit zu bauen und wieder andere waren der Meinung, dass überhaupt nichts damit geschehen solle, weil sie ihren Eltern erst zeigen wollten, was sie geschafft hatten. Die Glocke läutete zum Abschlusskreis und beendete die spannenden Verhandlungen. Was für den Außenstehenden ein morsches Stück Holz ist, kann für die beteiligten Kinder ein Produkt ihrer Teamarbeit und Beweis einer gemeisterten Herausforderung sein.

Laternenlaufen  11.11.2022

 

 

Pünktlich zu Sankt Martin staunten die Tiere im Schönbuch bestimmt nicht schlecht, als kleine, bunt leuchtende Punkte singend durch den nachtdunklen Wald wackelten. Die Räuber hatten sich mal wieder zum Laternenlaufen getroffen. „Was klimmt und klettert durchs Gestein?“ heißt es in einem wunderbaren Laternenlied, welches wir in der Dämmerung zuerst sangen, um dann die steilen Treppen beim Schützenhaus zu erklimmen. Obwohl kein Gestein zu besteigen war, galt es doch auf dem Schönbuchrandweg schwieriges Terrain mit Wurzeln und Steinen zu meistern. Unserer vielen frischgebackenen Räuber wegen waren dieses Jahr einige Räubereltern dabei. Viele der älteren Räuber verabschiedeten sich aber von Mama und/oder Papa, machten sich allein auf den Weg und wollten sogar teilweise vorauslaufen. „Ich leuchte dir den Weg!“, sagte ein fünfjähriger Räuber, während er einem jüngeren Räuber die Hand anbot.

Die ersten funkelnden Sterne und der noch nicht zu sehende Mond dienten uns bald neben unseren Laternen als einzige Beleuchtung. An den Aussichtspunkten wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht und den fern im Tal leuchtenden Lichtern von Autos, Häusern und Straßenlaternen belohnt. An verschiedenen Haltepunkten sangen wir wunderschöne Laternenlieder oder versuchten mal ganz leise zu sein, um in den nächtlichen Wald hineinzulauschen. Die Tiere hatten sich nach ihrer anfänglichen Verwunderung wahrscheinlich zurückgezogen, denn wir konnten neben den Autos und Kirchenglocken im Tal eigentlich nur uns selbst hören.

Bei der Räuberhöhle angekommen wurden wir von leuchtenden Windlichtern und unseren warmen Getränken auf dem Tisch begrüßt. Dann ging es in den „Abendkreis“, wo wir noch unser traditionell letztes Lied sangen: „Der Mond ist aufgegangen“. Mit leckeren süßen Martinsgänsen, welche uns ein Räuber mit seinen Eltern gebacken hatte, ließen wir den Abend ausklingen.

Igelbesuch   04.11.2022

 

Am Freitagmorgen bildete sich am Eingang der Räuberhöhle eine große Menschentraube, denn in einer Katzenbox wurde ein sehr ungewöhnlicher Gast in die Räuberhöhle getragen: Caraxes, ein verwaistes Igeljunges! Natürlich war die Aufregung groß und dann im Morgenkreis die Anspannung mit den Händen zu greifen.

Das stachelige Säugetier saß ganz zahm auf dem Arm seiner vorübergehenden Ziehmutter und wir Räuber konnten so einiges über ihn und seine Artgenossen erfahren:

Wir erfuhren, dass Igel hauptsächlich Insekten fressen. Sie machen Winterschlaf und sind nachtaktiv.

Bei Gefahr rollen sie sich zu einer stachligen Kugel zusammen. Blöd nur, dass dieser Schutzmechanismus die Tiere nicht vor herannahenden Autos schützt!

Wir erfuhren, dass man Igeln einen Ast-Laub-Haufen bauen kann und sie so bei ihrer Suche nach einem geeigneten Unterschlupf für den Winter unterstützen kann.

Was tut man aber, wenn man ein abgemagertes, verwaistes Igeljunges tagsüber herumirren sieht? Natürlich ruft man hier am besten beim Wildtier-Notruf, beim Tierarzt oder bei einer Igelauffangstation an.  Ein unterkühlter Igel wird auf eine handwarme Wärmflasche gesetzt. Ein Karton als Schlafhäuschen und ein Gehege dienen ihm als provisorisches Zuhause.

Ungewürztes Rührei und Katzenfutter schmecken dem Igel richtig gut und bringen ihn wieder zu Kräften. Er trinkt Wasser und darf auf keinen Fall Milch bekommen.

Ist das Tier schließlich wieder aufgepäppelt, muss es wieder ausgewildert werden, denn Igel stehen unter Naturschutz und sind keine Haustiere!

Caraxes bekommt vielleicht im Frühjahr in der Nähe der Räuberhöhle einen Unterschlupf angeboten und dann besucht er uns wieder und wir dürfen den Auswilderungsprozess begleiten!

Puh – Das waren mal viele Informationen. Die meisten Räuber konnten nun nicht mehr still sitzen. Zum Glück kam da das Angebot, den Igel wirklich aus der Nähe betrachten zu können. Manche ganz mutige Räuberinnen durften schließlich sogar ganz vorsichtig über seine Stacheln streichen!

Eine ruhige Woche im Wald   28.10.2022

 

Ein steiler Hang am Schönbuchrand. Mithilfe eines sicher an einem Baum befestigten Seiles, klettert eine junge Räuberin über wurzeln und steile, rutschige Stellen nach oben. Unten stehen andere, ungeduldige Kletterer an, doch unser Räuberkind lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie rutscht immer wieder ab, sucht einen anderen Griff oder Tritt und probiert es noch einmal. Langsam aber stetig klettert sie immer weiter nach oben und lässt sich nicht von den ungeduldigen Rufen von unten verunsichern. „Geschafft! - Noch Mal!“ Sie läuft gleich nochmal herunter und stellt sich an.

 

Diesen wunderschönen, goldenen Oktober konnten wir in dieser Woche für einen Kletterausflug zum Grafenberg nutzen. Er bot aber auch viele Gelegenheiten, um, von der Sonne gewärmt am Tisch zu arbeiten oder zu spielen. Hier wurden Laternen hergestellt, Legespiele mit Nüssen und Sand gespielt, gemalt und gebastelt oder musiziert.

 

Es war allgemein eine sehr ruhige Woche in der Räuberhöhle, denn der Wärme zum Trotz, ist die Herbstzeit eben auch Erkältungszeit und so saßen an jedem Tag wieder weniger Räuber im Morgenkreis. Die Ruhe im Wald hat für die übrig gebliebenen Räuber aber auch etwas Schönes. Bei jedem Schritt rascheln die trockenen Blätter unter den Füßen und man kann konzentriert und in Ruhe spielen.

 

Im Abschlusskreis war in dieser Woche das Kamishibaitheater sehr beliebt, bei dem die Kinder meist im Dialog mit der Erzählenden aufmerksam Geschichten erleben können.

 

Laut wird es dann aber manchmal doch in der Räuberhöhle. Etwa wenn „Affenfangen“ gespielt wird, oder im Rollenspiel Kasperl und Seppel versuchen, den Räuber Hotzenplotz auszutricksen. Ganz besonders schön war es, als wir am Freitag einen Geburtstag zum Anlass nahmen, um uns zu verkleiden und nach Herzenslust in andere Rollen zu schlüpfen und Quatsch zu machen. Der gelungene Abschluss einer ruhigen aber wirklich schönen Woche in der Räuberhöhle.

Herbstzeit - Laternenzeit   21.10.2022

 

„Was klimmt und klettert durchs Gestein?“ Mit einer Laterne laufen die Räuber singend um den Morgenkreis. Die Tage werden kürzer und die Laternenzeit rückt näher. In der Räuberhöhle ist das eine Zeit geschäftigen Treibens. Schließlich wollen ja eine Menge Laternen hergestellt und Laternenlieder gesungen werden.

Es trifft sich gut, dass die Räuberhöhle sich in ein buntes Herbstkleid aus roten, gelben und braunen Blättern gehüllt hat. Diese sammeln die Räuber, trocknen sie und kleben sie auf Transparentpapier. Die Laternen sollen ja später in bunten Farben erstrahlen.

Die vielen Blätter auf dem Boden der Räuberhöhle eignen sich aber nicht nur zum Laternenbasteln. Man kann sie auch mit Schaufeln und umgedrehten Schubkarren wegschieben, man kann sich Straßen quer durch die Räuberhöhle zwischen Lagerhütte, Tisch, Sandkasten und Toilette bauen. Man kann sie zu riesengroße Blätterhaufen auftürmen, in die man sich anschließend fallen lässt, oder man befreit große Flächen von Blättern, die man sich dann gemeinsam als „Räume“ einrichten kann.

Was haben wir noch gemacht, in dieser Woche? In unserer letzten „Sonnenrunde“, einer Konferenz in der wir gemeinsam Vorschläge und Beschwerden besprechen, hatte sich ein Räuber gewünscht, mal wieder ein Tipi zu bauen. Damit hatte er den Startschuss für rege Bautätigkeiten gegeben. Passende, große Stöcke wurden in der ganzen Räuberhöhle gesucht und zusammengetragen, herausstehende Äste mussten herausgesägt werden und in wenigen Tagen stand das fertige Grundgerüst. Jetzt freuen wir uns auf den Zeltstoff und sind gespannt auf das Ergebnis.

An einem Regentag hatten sich in dieser Woche außerdem einige Räuber auf Pfützen gefreut, um dann enttäuscht festzustellten, dass bei uns noch kein stehendes Wasser zu finden war. Kurzerhand wurde mit Töpfen und Eimern am Hüttendach Wasser gesammelt und mit Spaten und Schaufel Löcher gegraben, die gefüllt wurden. Selbst ist der Räuber!

 

Zahnpflege im Wald – Woche zwei  30.09.2022

 

Seit vielen Jahren immer im Herbst besucht uns die Zahnärztin Frau Katarzyna Gottschalk. Am Montag war es wieder soweit und sie baute ihre „Waldzahnarztpraxis“ auf unserem Vespertisch auf. Die Räuber betrachteten interessiert die Utensilien, die die Zahnärztin benötigt, um alle Zähne in der dunklen Mundhöhle betrachten zu können: winzige Spiegel und eine beleuchtete Lupenbrille, die die Zähne der Kinder doppelt so groß erscheinen lassen.

Viele ältere Kinder setzten sich ohne Begleitung eines Erziehers gegenüber der Zahnärztin und ließen sich die Mundhöhle anschauen. Einige jüngere Kinder wurden von einem Erzieher oder Loki, unserem kuscheligen Handpuppenfuchs, begleitet.

Auch Nanu, unser Räuberhöhlenpferd, hatte Besuch vom Zahnarzt. Die inzwischen betagte Stute hatte einen kariösen Zahn und musste von diesem schmerzhaften Wackelzahn befreit werden. Hier zogen wir den Vergleich zum Wechselgebiss der Vorschulkinder, die ebenfalls Wackelzähe haben. Der gezogene Zahn wurde ausgiebig betrachtet, so ein gezogener Pferdezahn ist riesengroß!

Am Dienstag wurden von einer Kleingruppe die Zutaten für unser zahngesundes Frühstücksbuffet, das wir dann am Freitag zum Abschluss der Zahnwochen genießen konnten, ausgesucht und am Mittwoch den Räubern vorstellt und durch Ideen weiterer Kinder vervollständigt.

Am Mittwoch begrüßten wir ein neues Kindergartenkind in der Räuberhöhle- herzlich Willkommen der ganzen Familie!

Die Räuber waren mit viel Freude und Ausdauer dabei - so werden auch außerhalb der Zahnwochen in Zukunft regelmäßig in Kleingruppen die Zähne geputzt.

 Neben der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Zähne wurde auch weiterhin viel gesandelt, eine Matschrutsche gebaut und diese hinunter gerutscht, musiziert, Affenfange gespielt und viele Pilze bewundert, die uns das feuchtwarme Wetter in unserem Waldkindergarten beschert.

 

 

 

Zahnwochen  23.09.2022

 

Wir stehen im Kreis, die Zahnbürsten sind gezückt und alle schauen auf eine erwachsene Räuberin, die uns mit Zahnbürste und Zahnpasta im Mund leicht nuschelnd anleitet. „Zuerst die Kauflächen!“. Immer wieder spucken wir an einer Stelle den überschüssigen Zahnpastaschaum ins Gebüsch. Als uns die Uhr nach zwei Minuten das Ende unserer Zahnputzaktion verkündet haben wir nach den Kauflächen auch die Außen- und Innenflächen geputzt.

Es sind wieder Zahnwochen und die allermeisten Kinder fordern das tägliche Zähneputzen regelrecht ein. Die bunten Zahnbürsten werden vorgezeigt und man schnuppert gegenseitig an fruchtig riechenden Zahnpastatuben. Hier wird das wichtige Ritual des Zähneputzens zelebriert und gefeiert.

Zur guten Zahnhygiene gehört aber auch eine zahngesunde Ernährung. Avocado, Pilze, Kaubonbons, Toffees, Apfel, Karotte, Nüsse, Käse und Joghurt waren nur einige der Lebensmittel, die wir gemeinsam in die beiden Kategorien „zahngesund“ und „zahnungesund“ einzuteilen versuchten. Die Lebensmittel wurden exemplarisch entweder auf einen lachenden oder einen weinenden Zahn abgelegt und anschließend aufgemalt.

Wir stellten fest, dass Süßes, Klebriges und Saures weniger gut für unsere Zähne ist, während zum Beispiel Milchprodukte richtig gut für sie sind.

So weit so gut, aber manches war dann doch nicht so einfach für uns einzuordnen. Während der Joghurt ziemlich schnell auf dem lachenden Zahn landete, waren wir uns beim Fruchtjoghurt nicht so sicher. „Der ist süß!“ - Nach dem Probieren war es dann aber eindeutig. Beim Apfel waren sich die Räuber aber auch nicht so sicher und so legten wir ihn erst einmal zwischen die beiden Zähne. Erst als wir uns mit dem Inneren Aufbau der Zähne beschäftigt hatten, kamen wir darauf, dass auch der süßlich-saure Apfel den Zahn mit wichtigen Nährstoffen versorgt.

Machen, schmecken, Geschichten hören – wir freuen uns auf die nächste Woche mit dem Besuch der Zahnärztin und vielen anderen spannenden Zahnaktionen.

 

                                                       

Pilzentdeckungsreise    16.09.2022

 

Das neue Kindergartenjahr hat begonnen. Man spürt die Wiedersehensfreude. Aufgeregte Urlaubsberichte werden ausgetauscht. Die Schulkinder besuchen uns zum letzten Mal, bevor der erste Schultag beginnt.

Der Wald hat sich merklich verändert. Es ist kühler und vor allem (endlich) nässer geworden.

Gleich am Montagmorgen wird von den ersten Kindern eine weitere Veränderung entdeckt: Pilze bevölkern als kleine, geheimnisvolle Vorboten des Herbstes den Waldboden.

Natürlich müssen wir dieses Thema auch im Morgenkreis besprechen und spätestens zu diesem Zeitpunkt wird das Interesse der aller Räuber geweckt. Wir erinnern uns gleich an unser nagelneues Pilzbestimmungsbuch, dieses wird hervorgeholt und die Kinder machen sich auf die Suche. Wir merken aber schnell, dass uns die Informationsfülle des Buches überfordert.

Aus diesem Impuls entsteht die Idee einer Pilzentdeckungsreise. Eine täglich wechselnde, kleine Gruppe von Räubern macht sich während des Abschlusskreises auf den Weg. Einige Spiegel, das oben erwähnte Buch und Bestimmungskarten bilden wichtige Ausrüstungsgegenstände einer gelungenen Expedition. Auf den Karten befinden sich Bilder mit unterschiedlichen Charakteristika von Pilzen, die wir uns gemeinsam anschauen. Nach den Worten der Kinder sind manche Pilze etwa „streifig“, d.h. sie haben Lamellen an den Unterseiten des Hütchens. Andere sind „punktik“ und weisen damit Röhren auf. Wiederum andere Pilze haben ganz andere Formen und Farben.

Die Kinder eilen von Entdeckung zu Entdeckung. Wir halten Spiegel an die Stiele und betrachten die Pilze von unten. Wir sehen „schwammartige“, „korallenartige“ oder leuchtend orangene Pilze und staunen über riesengroße oder winzig kleine Exemplare. Wir riechen an einigen Pilzen und stellen fest, dass an einem Ort oft viele gleiche Pilze stehen. Geschärfte Sinne, eine „Mission“ und viele Beobachtungen führen zu vielen spannenden Entdeckungsreisen und lassen uns auch so manche Erdkröte oder andere Tiere finden.

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hier findet Ihr alle wesentlichen Infos zusammen-gefasst.

 

 

 

 

 

 

 

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