Erinnerungs- reise 

               14.01.2022

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist der erste Tag nach den Ferien. Vierzehn Räuber sitzen in der gemütlichen, warmen Hütte vor ihrem Vesper. In der Mitte brennen ein paar Kerzen. Die meisten Räuber haben ihre Augen geschlossen. Es ist beinahe vollkommen still. Es läuft ruhige Musik. Langsam beginnen die ersten, ihre Hände zu kleinen Schalen zu formen und vor sich zu halten. Sie bekommen jeweils einen kleinen, goldenen Muggelstein und betrachten ihn. Einige halten ihn ins Licht, nehmen ihn vor ein Auge und staunen.

Am ersten Tag nach den Ferien, haben wir auf diese Weise eine kleine Erinnerungsreise unternommen. So kamen einige schöne Erzählungen über Weihnachten, Neujahr und andere Dinge während des Vespers zusammen.

Normalerweise finden bei uns solche Erzählrunden immer im Morgenkreis statt, aber hier gab es in dieser Woche mal wieder zwei wunderschöne Geburtstage (nach-)zu feiern. Bei deutlichen Minusgraden ist es außerdem auch wichtig, sich im Morgenkreis nur auf das Wesentliche zu konzentrieren. Bewegungsspiele machen hier dann viel mehr Spaß.

Natürlich haben wir nach der langen Pause aber trotzdem das winterlich kalte, schöne Wetter zum Klettern, Rutschen, Bauen und Spielen genutzt.

Dann ist es aber wichtig, zum Vesper die Wärme der Hütte zu haben. Außerdem haben wir diese auch genutzt um etwa Kamishibai-Theater-Vorstellungen zu lauschen oder Maronen zu rösten.

Selbst manche Dinge, die uns kleinen und großen Räubern schon manchmal die Hüttennutzung verleidet haben, wie das Umziehen oder das Putzen, funktionieren mit zunehmender Routine immer besser. Beim Umziehen ist es schön zu sehen, wie sich die Räuber mittlerweile gegenseitig helfen und was sie für Fortschritte gemacht haben.

Beim Putzen helfen gerade die jüngeren Räuber wirklich gerne mit. Beim Fegen, Wischen, Ölen und Fensterputzen kann man erstaunlich viel Spaß haben. Von diesen alltäglichen Arbeiten lernen die Kinder unglaublich viel: Motorik, Konzentration und auch die Pflege und den Wert von Gegenständen.

 

 

Freispiel - Die Godel        17.12.2021

 

Einige Räuber haben beschlossen, im Wald nach Dinoknochen zu suchen. Es wird schnell klar, dass man ohne Schaufeln und Spaten nicht sehr weit kommen wird. Also wird gebuddelt, bis schließlich ein großes Loch entsteht. Irgendwann wird ersichtlich, dass an dieser Stelle wohl keine Dinosaurier zu finden sein werden. Kurzerhand entschließt man sich, einen Keller zu bauen, der mit einer Treppe zugänglich sein soll. Dann, nach einigem Graben, einigen Beratungen und Meinungsunterschieden wird plötzlich der Entschluss gefasst, den Keller zu fluten.

 

 

 

 

Auf einmal ist aus einer paläontologischen Ausgrabungsstätte ein riesiges Schlammbecken geworden, welches die Kinder auch gleich freudig ausprobieren und sich regelrecht darin suhlen. (An dieser Stelle ein Dankeschön an die moderne Textilindustrie!)

Eine andere Szene in dieser Woche: Zwei Kinder spannen eine Schnur bis hinunter in die Sandgrube. Auf einmal entsteht die Idee eine Gondel zu bauen und diese ins Tal fahren zu lassen. Mithilfe von Pappkartons, Scheren, Wolle und Karabinern machen sich die beiden gleich ans Werk. Die fertigen Gondeln werden dann auch gleich ausprobiert. Es wird weiter herumexperimentiert. Die Schnur wird stärker gespannt, dann wird der Winkel steiler gemacht, um den Gondeln die Fahrt ins Tal zu erleichtern.

An diesen beiden Beispielen wird deutlich, wie unterschiedlich sich das freie Spiel von Kindern entwickeln kann. Mal gibt es wilde Sprünge und Umwege, die für den (erwachsenen) Beobachter nicht wirklich logisch sind. Ein andermal baut eine Idee auf die andere auf und es entsteht ein kleines Projekt mit einer Art physikalischem Experiment. Beide Situationen zeigen jedoch wie wertvoll und erfüllend das Freispiel ist. Hier kann man sich ausprobieren, muss sich absprechen, diskutieren und zusammenarbeiten. Die Kinder konzentrieren sich auf ihr Tun und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Es braucht für einen erfolgreichen Tag manchmal einfach nur Raum und Zeit für das Freispiel.

 

Nikolaus                                        09.12.2021

 

„Ich hör ihn, ich hör ihn, ich hör ihn vor dem Haus“. Dieses Lied schmetterten die Räuber an diesem Montag. Der Nikolaus wartete aber natürlich nicht vor dem Haus, sondern vor dem Morgenkreis.

 

 

 

 

 

Genau genommen warteten wir, der Nikolaus musste sich schließlich erst einmal umziehen. Ein Kind, welches in die Rolle des heiligen Nikolaus von Myra schlüpfen durfte war zuvor durch Auszählen ausgewählt worden. Zahlreiche Räuber halfen dem Nikolaus, in die kostbaren Gewänder zu schlüpfen, das Brustkreuz und den Ring anzulegen, den samtroten Mantel umzulegen und die Mitra auf den Kopf zu setzen. Natürlich durfte auch ein prallgefüllter Sack mit Gaben nicht fehlen, welche der Nikolaus und seine Helfer an die Räuber verteilten. Währenddessen wurden noch weitere Lieder wie „Lasst uns froh und munter sein“ gesungen, um uns die Wartezeit auf die leckeren Geschenke zu verkürzen und dem Nikolaus zu danken.

Aber der bekannte Bischof aus der heutigen Türkei ist nicht der einzige, der uns Räuber in der Adventszeit mit Geschenken erfreut. Wir beschenken uns auch durch Wichteln gegenseitig. Jeden Tag darf jeweils ein Räuber ein Los ziehen. Für jeden Räuber hängt, ähnlich wie bei einem Adventskalender in unserer Hütte eine Socke, in welche eine unbekannte andere Person ein Geschenk gesteckt hat. Das führt in jedem Morgenkreis zu einer großen Vorfreude und zu viel Staunen über die kleinen Geschenke, die da zum Vorschein kommen.

Das beschenkte Kind darf dann anschließend auch noch einen Abschnitt unseres Adventsweges mit Zweigen, Fichtenzapfen, Steinen, Moos oder sonstigem Naturmaterial ausschmücken. Maria, Joseph und der Esel ziehen anschließend Feld für Feld weiter in Richtung Bethlehem und für uns rückt der heilige Abend somit jeden Tag ein Stück weit näher.

Das bedeutet dann natürlich noch, dass die Zeit immer kürzer wird, um unsere Weihnachtsgeschenke fertig zu basteln, aber hierüber darf ich selbstverständlich in diesem Rahmen nicht weiter berichten.

 

26.11.2021

 

Adventskranzbinden

 

Was der Einzelhandel schon im September macht, können wir in der Räuberhöhle erst Ende November beginnen: Die Weihnachts- und Adventsvorbereitungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Nachteil dabei ist, dass man manchmal ganz schön in den Stress kommen kann (was bei Ihnen zu Hause wahrscheinlich auch nicht anders ist). Der Vorteil ist, dass man schon so richtig in Vorweihnachtsstimmung kommt.

 

Zur Vorweihnachtsstimmung hat sicherlich diese Woche auch beigetragen, dass wir den ersten Schnee erleben durften! Wenn man im Morgengrauen in der Räuberhöhle ankommt und das Knistern der, auf trockene Buchenblätter rieselnden Schneeflocken erlebt, dann kommt eine richtige Winterzauberstimmung auf.

 

Zur Weihnachtsvorbereitung gehört der Advent und zum Advent gehört selbstverständlich der Adventskranz. Diesen konnten wir diese Woche herstellen. Das Tannengrün wurde von den Räubern kunstvoll in kleinen Sträußen an den Strohkranz gebunden, bis vom Stroh nichts mehr zu sehen war. Es ist gar nicht so einfach, das Sträußchen anzusetzen und den Bindedraht gleichzeitig richtig fest um den Kranz zu wickeln, aber mit etwas Geduld und Übung konnte uns das richtig gut gelingen.

 

Zum Adventskranz gehört aber noch ein bisschen mehr, als ein bisschen Tannengrün und aus diesem Grund haben wir fleißig unter den Räubern Weihnachtsschmuck gesammelt und bei der Imkerin Bienenwachskerzen besorgt. Das musste dann natürlich auch noch alles auf dem Kranz angebracht werden. Damit die Kerzen auch richtig gut in den Kerzenhaltern bleiben, mussten diese von unten warm und weich gemacht werden. Das ging am besten, in dem ein Räuber die Adventskranzkerze hält, während ein anderer diese von unten mit einer kleineren Kerze erwärmt. Es ist schön zu sehen, mit welcher Ruhe und Achtsamkeit Kinder mit Feuer arbeiten können und was für eine schöne Atmosphäre dabei entsteht. Die wunderschönen Farben, herrliches Tannengrün und duftende Bienenwachskerzen – Was kann es eigentlich schöneres geben, um sich auf den Advent einzustimmen?

 

Laternenlauf

 

„Rinkel, Rankel, Runkel, was ist für ein Gemunkel? - Der Herbst kommt, der Herbst kommt, da wird es früh schon dunkel.“ 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das ist der Anfang eines schönen Laternenliedes, welches man am Freitagabend durch den Schönbuch schallen hören konnte. Der Herbst ist natürlich längst da und was gibt es schöneres, als beinahe pünktlich zu Sankt Martin die Laternen anzumachen und gemeinsam mit den anderen Räubern durch den blätterraschelnden Wald zu stapfen. Bereits das zweite Mal in Folge konnten wir die Wanderung weitgehend ohne Eltern machen – diese wurden kurzerhand am Parkplatz verabschiedet. Dann ging es bei einsetzender Dämmerung immer den tanzenden Lichtern hinterher durch den Wald. Vom Schönbuchrand konnten wir die funkelnden Lichter der Dörfer und Städte unter uns und die immer heller leuchtenden Sterne über uns bestaunen. An verschiedenen Stationen wurden dann Laternenlieder gesungen. Die Dämmerung wich bald einer beinahe pechschwarzen Nacht, bei der man ganz schön vorsichtig gehen musste, um nicht über Stöcke, Steine oder Wurzeln zu stolpern. Schließlich hatten wir wirklich nur unsere Laternenlichter und das Licht von Mond und Sternen über uns. Da ist es auch wenig verwunderlich, dass wir sogar beinahe eine Wegabzweigung verpasst hätten und als gesamter Laternenzug einmal wenden mussten.

Am Ende unserer (ganz schön langen) Wanderung kamen wir dann an einer wunderschön beleuchten Räuberhöhle an, die dann durch unsere an einem langen Seil aufgehängten Laternen noch schöner wurde. Mit warmen Getränken gestärkt konnten wir dann noch einmal still werden und innehalten, bevor wir gemeinsam noch das schöne alte Lied „Der Mond ist aufgegangen“ sangen. Da hat bestimmt nicht nur der Verfasser dieses Textes eine wohlig warme Gänsehaut bekommen. Anschließend konnten die Räuber wieder, nur mit ihren Laternen ausgestattet, den kurzen und sehr dunklen Weg zu ihren am Parkplatz wartenden Eltern begehen.

In den Kürbissen   01.10.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kürbisse gehören zum Herbst wie bunte Blätter, Nüsse und warmer Tee. So traf es sich letzte Woche auch gut, dass wir pünktlich zum Herbstbeginn ein echtes Kürbisfeld anschauen durften. Voller Vorfreude trafen wir uns also morgens auf einem Spielplatz mitten in wunderschönen Streuobstwiesen in Tailfingen. Hier konnten wir uns bei spätsommerlichem Wetter ordentlich austoben, Fußball spielen und Haselnüsse knacken, bevor es dann in Richtung Kürbisfeld ging.

Dort angekommen fragte uns Frau Rothfuss, was wir bereits über Kürbisse wüssten. Viele Kinder wussten, dass man aus diesen Früchten sowohl Suppe kochen, als auch Gesichter schnitzen kann und wir lernten noch viele andere Verwendungsarten kennen. Wir hörten eine schöne Geschichte von einem beinahe vergessenen Kürbis, der schließlich doch noch eine würdige Verwendung als Laterne fand. Dann lernten wir, dass es viele unterschiedlichen Kürbisarten gibt, von denen man viele essen kann, während andere nur der Zierde dienen. Manche Kürbisse, die eigentlich essbar sind, können, wenn eine Biene beim Bestäuben von einer ungenießbaren Art rüberfliegt, bitter werden. Daher bekamen wir den guten Rat, dass jeder Kürbis vor der Verwendung als Gemüse, in Suppen und in Kuchen erst einmal getestet werden muss.

Anschließend ging es dann mitten ins Zierkürbisfeld. Die Räuber waren kaum zu bremsen und eilten von Pflanze zu Pflanze, ganz begeistert von der schier unendlichen Vielfalt an Farben und Formen, die es hier zu bestaunen gab, vom bunten Flaschenkürbis bis zum riesigen Halloweenkürbis. Jedes Kind durfte sich schließlich sogar noch einen Kürbis aussuchen und wir bekamen jede Menge Zierkürbisse und Speisekürbisse für die Räuberhöhle geschenkt! Ein herzliches Dankeschön an Familie Rothfuss, die uns außer den Kürbissen auch immer wieder Blumen für Feiern spenden. Ihre wunderschönen und leckeren Kürbisse kann man zum Beispiel in Tailfingen und am Ackermannkreisel in Selbstbedienung kaufen.

 

 

 23.09.2021

 

Die Räuber sind wieder da!

 

Die Räuberin ist völlig konzentriert. Vor ihr stehen mehrere Töpfe und Eimer, Schäufelchen und Siebe. Sandsteine werden gesammelt, zerklopft und durch unterschiedliche Siebe gerieben. „Willst du mal fühlen?“.

 

 

 

 

Sie präsentiert einen Eimer mit feinem, weißem Sand, der sich tatsächlich richtig schön weich anfühlt. „Hier hab ich ganz hellen Sand, dort ist dunkler Sand und in dem anderen Eimer ist grober Sand.“ So eine Sandsammlung kann sich über Stunden hinziehen. Oft werden die Töpfe dann auch noch über Nacht unter die Hütte gestellt um am nächsten Tag weiterarbeiten zu können. Es ist tatsächlich erstaunlich, wie viele unterschiedlichen Arten von Sand man in der Räuberhöhle finden kann. Erstaunlich ist aber auch, was alles mit Töpfen und Eimern gemacht werden kann.

An einer anderen Stelle in der Räuberhöhle haben sich nämlich zwei andere Räuber Töpfe, Eimer und Schaufeln geholt. Sie haben sogar beinahe den ganzen Schrank ausgeräumt und alles an einer Stelle gesammelt. Die Behältnisse stehen umgedreht auf dem Boden. Beide Kinder knien oder hocken vor den Gefäßen und klopfen darauf herum. Jedes Gefäß klingt je nach Form, Material und Beschaffenheit ganz anders. Dumpfe, helle, dunkle laute und leise Klänge schallen so zum Gesang beider Kinder durch die Räuberhöhle.

Spätestens jetzt sollte es der letzte Specht bemerkt haben: Die Ferien sind zu Ende und die Räuber sind wieder da!

Zuerst hatten wir uns natürlich noch richtig viel vom Urlaub zu erzählen und so kam bei schönem Wetter nochmal eine richtige Sommerstimmung auf.

Die Räuberhöhle war in unserer Abwesenheit ganz schön von den Wildschweinen umgegraben worden, wodurch auch so mancher Garten der Kinder wieder auf Vordermann gebracht werden musste. Gleichzeitig hatten einige Kinder alle Hände voll damit zu tun, angefangene Lederarbeiten fertigzustellen. Dann musste geklettert, gerannt, gemalt, entdeckt und gespielt werden. Und so war eine wunderschöne erste Woche im Nu wieder vorbei.

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